Gesellschaft | 16.08.2010

Fondue und Meersalzhüüfeli

Text von André Müller | Bilder von Infoklick.ch
St. Galler sind kreativ. In nur vier Tagen haben sie an die hundert Ideen eingebracht, wie die Drei Weieren verändert werden könnten. Entstanden sind die Geistesblitze vor Ort neben dem Manneweiher, dank dem Projekt Sommerresidenz.
Das "Büro" des Teams. Eine Jonglierstunde für die Weiergänger. Die Besucher brachten viele und abwechslungsreiche Ideen ein.
Bild: Infoklick.ch

Vielen Ostschweizern wird der diesjährige Juli nicht lange in Erinnerung bleiben. Zu kalt, zu regnerisch war er, um wahre Sommergefühle wecken zu können. In den wenigen schönen Tagen haben sich die Besucher der Drei Weieren aber einiges ausgedacht, wie ihre liebste Sommerbadi noch abwechslungsreicher daherkommen soll.

 

Die Sommerresidenz, ein Projekt von Infoklick.ch (Kinder- und Jugendförderung Schweiz), forderte die Besucher auf sich auszudenken, was sie sich für die Zukunft der Drei Weieren wünschen. Mit dem Freiwilligenteam sollten sie sich vor Ort überlegen, wie diese Ideen umgesetzt werden können.

 

Überzeugend bis unmöglich

Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Vom Flashmob über die Silentparty hin zu einem orientalischen Abend wurden alle möglichen Ideen genannt. Besonders kreativ: Es sollten Haufen von Meersalz für ein gratis Peeling bereitliegen. Auch eine Wassermelonenbadewanne steht auf der Wunschliste, ob diese zum Verzehr oder für ein Bad gedacht ist, steht leider nicht. Daneben stehen auch Vorschläge, die durchaus umsetzbar und reizvoll wären: Warum veranstaltet man nicht einmal einen Fondueabend im Winter, neben der Eisbahn? Dieser Vorschlag nannten gar zwei Besucher unabhängig voneinander. Auch die Forderung nach einer Alusammelstelle bei den Weieren macht Sinn, damit der Abfall nicht länger ungetrennt – oder gar nicht – entsorgt wird.

 

Überraschung gelungen

Das Team der Sommerresidenz ist zufrieden mit den Ergebnissen. Viele Ideen seien zusammengekommen, einige davon würden nun von den Ideengebern in eigener Regie angepackt. Das war auch das Ziel hinter dem Projekt. “Wir wollten den Leuten helfen, ihre eigenen Ideen umzusetzen. Sie selbst bleiben die treibende Kraft hinter ihren Wünschen, wir unterstützen sie lediglich bei der Umsetzung”, so Samuel Bossart, der Projektleiter. Bereits stattgefunden habe eine Aktion am Bahnhof St. Gallen, ein Flashmob. Weitere Umsetzungen sollen folgen. Doch was geschieht mit den vielen Ideen, die niemand weiterverfolgt? “Die viel versprechenden Ideen leiten wir als Anregung an die entsprechenden Stellen und Behörden weiter.” Des Weiteren werden ab der kommenden Woche nochmals alle Ideen, die zusammengetragen wurden, auf den Drei Weieren auf einem Plakat präsentiert.

 

Einzig das Wetter spielte nicht mit, als das Team in den Drei Weieren auf Ideenfang ging. Statt während drei Wochen konnten sie den Stand wegen Regens nur an vier Tagen öffnen. Auch ein Teil des geplanten Rahmenprogramms fiel sprichwörtlich ins Wasser. Einzig eine kombinierte Vorführung mit einem Pianisten und einem Jongleur wurde durchgeführt und mit Interesse von den Besuchern mitverfolgt. Letztere erhielten nach der Darbietung sogar unverhofft noch etwas Jonglierunterricht vom Meister. Viele waren so engagiert, dass sie die Bälle gar nicht mehr hergeben wollten.

 

Die Sommerresidenz war zwar ein einmaliges Projekt in den Drei Weieren, für die nächsten Jahre ist das Erholungsgebiet aber bereits mit weiteren guten Ideen versorgt. Es muss ja nicht gleich eine Wassermelonenbadewanne sein.

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