Kultur | 23.08.2010

Die ungeliebte neue Getränkelimite

Text von Fabian Küng | Bilder von Fabian Küng
Das Openair Gampel hat in diesem Jahr zum ersten Mal eine Getränkelimite eingeführt. Jeder Besucher darf nur noch drei Liter auf den Zeltplatz mitbringen. Nichts also mit endlos Bier schleppen - könnte man meinen.
Als Frechheit und Abzockerei bezeichneten die durstigen Festivalbesucher die neue Getränkelimite.
Bild: Fabian Küng

Donnerstag, 19. August 2010, 8:00 Uhr: Bereits gegen 500 Leute warten vor dem Gelände des Openair Gampel auf die Öffnung des Zeltplatzes. Die Security-Leute machen den Eingang auf, aber es geht nicht vorwärts. Schuld daran ist, wie alle Leute in der Reihe wissen, die Getränkelimite. Das Securitypersonal durchsucht jede einzelne Tasche und wird dafür ausgepfiffen. Stimmen gegen das OK-Team werden laut. Abzockerei! Frechheit! Plötzlich erscheint der Securitychef und sagt seinen Mitarbeitern, sie sollen die Leute reinlassen. Ohne Taschenkontrolle.

 

Die Getränkelimite wurde also nicht durchgesetzt. Zeitweise konnte man ohne Problem mit massenhaft Getränken durch den Eingang spazieren, zeitweise durfte man nicht einen Tropfen mit auf den Zeltplatz nehmen. Wurde die Regel also gelockert? Das Team vom Openair Gampel schweigt.

 

Jedenfalls wurde über jeden Tag sehr viel geschmuggelt. Des öfteren beobachtete ich Leute dabei, wie sie das Bier ganz einfach über den Zaun reichten und das Securitypersonal nichts dazu sagte. In der Nacht wurde es dann noch schlimmer: An manchen Stellen wurde der Zaun aufgeschraubt und es wurden dann Migros-Wägeli voller Getränke reingestossen. Wer weiss, was bei dieser ungenügenden Sicherheitskontrolle sonst noch alles reingeschmuggelt wurde. Beim “Die Toten Hosen”-Konzert jedenfalls wurden gegen 20 Rauchpetarden gezündet.

 

Fakt ist jedoch: Die Abfallberge sind meiner Meinung nach kleiner geworden. Trotzdem sollten die Veranstalter fürs nächste Jahr nochmals über die gesamte Einfuhrlimite nachdenken und vor allem an der Umsetzung arbeiten. Auch über ein Abfalldepot, wie es das Greenfield-Festival hat, sollte noch einmal diskutiert werden.

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