Gesellschaft | 18.07.2010

Priorin Irene und Schwester Martina

Text von Diana Berdnik | Bilder von Kloster Fahr)
Im Kloster Fahr leben zurzeit 26 Benediktinerinnen, die täglich für die Gemeinschaft und Gott leben. "Ora et labora" ist ihr Leitgedanke, und trotzdem steht noch ganz viel mehr als Beten und Arbeiten hinter dem Ordensleben.
"Ora et labora" - so leben die Benediktinerinnen im Kloster Fahr. (
Bild: Kloster Fahr)

Priorin Irene und Schwester Martina besuchten als junge Frauen die klösterliche Bäuerinnenschule. Dennoch spielten sie vorerst nicht mit dem Gedanken, ihr Leben Gott zu widmen. Irene erzählt, wie es doch passierte: “Ich war schnell fasziniert von der Gelassenheit der Schwestern, wenn sie da so auf dem Feld standen.” Eigentlich wollte sie Bäuerin werden, doch nach der Ausbildung meldete sie sich bei der damaligen Priorin, um ins Kloster einzutreten. “Sie schickte mich aber zuerst für drei Monate zurück nach Hause mit der Bemerkung, es habe schon vielen auf den ersten Blick gefallen.” Priorin Irene nutzte die Zeit, um noch einiges von der Welt anzuschauen, zu reisen und sich von den Leuten zu verabschieden. Den Wunsch, ins Kloster zu gehen, hat sie dabei nicht verloren und heute leitet sie es sogar. Die zweitjüngste Frau in der Gemeinschaft vermisst ihr altes Leben nicht und ist glücklich mit ihrer Wahl.

 

Kein Weg zurück

Auch Schwester Martina beschloss nach der Bäuerinnenschule, sich den Schwestern im Kloster anzuschliessen: “Das erste Jahr begleitet man die Schwestern im Alltag. Wenn man sich dann sicher ist und die Schwestern einverstanden sind, wird man zur Novizin.” Damals erhielt sie ihr erstes Gewand und fühlte sich als Teil der Gemeinschaft. Das ganze Prozedere wird nach fünf Jahren abgeschlossen. Dann gibt es grundsätzlich auch keinen Weg zurück ins weltliche Leben. “Früher hiess ich Bernadette, aber nachdem ich mein Gelübde abgelegt hatte, nannte ich mich Martina.” Jetzt ist Schwester Martina zuständig für das Wohl der Gäste. Diese Gastfreundschaft hat bei den Benediktinerinnen einen grossen Stellenwert.

 

Zukunft?

Jede Schwester im Kloster hat ihre eigene Geschichte und auch ihre Talente. Darum macht jede die Arbeit, die sie am besten erledigen kann. Mit 26 Schwestern ist das Kloster Fahr sehr gut besetzt. Trotzdem ist der Nachwuchs rar. “Das ist auch der Geist der Zeit und doch gibt es immer wieder junge Frauen, die sich für ein Leben im Kloster interessieren”, meint Priorin Irene und sieht die Situation sehr realistisch. Sie achte darauf, dass jede Bewerberin bereits einen Beruf erlernt habe. “Der Weg zurück ins frühere Leben ist sonst unmöglich.”

 

Links