Kultur | 29.07.2010

Nada Surf: “Always Love” in der Schüür

Am letzten Donnerstag probte das Wetter für den Weltuntergang, mit Windböen wie Peitschenhiebe, und bescherte uns Nässe-Erlebnisse wie nach einem Spaziergang durch eine Autowaschstrasse. Nur ein paar New Yorker beschützten die letzten Reste vom Wärme und Sommergefühl, die in der Leuchtenstadt Luzern während den Stunden des Sturms in der Schüür Zuflucht suchten.
Die Beschützer des Sommers in Aktion (
Bild: Uwe Bieri) Setlist des Konzerts in der Schüür

Nada Surf schafft es, eine musikalische Landschaft zu erzeugen, auf der gute Laune und Hochgefühle über eine stille Melancholie im Hintergrund fliegen. Dabei verlangen sie vom Publikum, sich doch bitte endlich mal zu verlieben, ehe der Sommer um ist. Ich trank gemütlich mein Bier und lauschte eineinhalb Stunden den Klängen, die Nada Surf ihren Instrumenten entlockten. Sie verzichteten grösstenteils auf Kommentare zwischen den einzelnen Songs, sodass es sehr wenige und nur kurze Unterbrüche zwischen den 21 Stücken gab, die sie spielten. Von Beginn weg kreierten sie eine träumerische Atmosphäre und hielten sie bis zum Schluss aufrecht. Mit dem letzten Song «Blankest Year« wurde sie aufgelöst, als das Publikum fröhlich die Hookline “Ooooh fuck it!” mitsang.

Für alle, die Nada Surf schon länger kannten, liess die Setlist fast keine Hoffnungen unerfüllt. Sie spielten alle ihre bekannten Songs wie “Weightless”, “Whose Authority”, “See these Bones”, “Popular”, “Blankest Year” und “Inside of Love”. Letzterer fand auch Verwendung in der amerikanischen TV-Serie “How I Met Your Mother”. Als Zugabe stimmten sie ihre grosse Hymne “Always Love” an, auf welche sich viele das ganze Konzert über gefreut hatten.

Als ich mich nach dem Konzert auf den Nachhauseweg machte, regnete es zwar immer noch, aber die eineinhalb Stunden Nada Surf legten sich wie ein Schutzfilm über die Haut und das gute Gefühl hielt an, bis ich zufrieden und glücklich einschlief.

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