Kultur | 10.07.2010

Berner Waldparty

Text von Eva Hirschi
Der Berner Hausberg Gurten, normalerweise ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, Naturliebhaber und Free Biker, verwandelt sich einmal im Jahr zu einer viertägigen, wilden Party. Früher ein internationales Folkfestival, heute ein Open Air der verschiedensten Musikstile - das Gurtenfestival ist der Berner Event schlechthin.
Auch dieses Jahr werden "The Kooks", "Stereophonics" oder "Bad Religion" den Festivalbesuchern auf dem Gurten mächtig einheizen. Fotos: Gurtenfestival

Bereits zum 27. Mal geht dieses Jahr das Gurtenfestival über die Bühne. Das seit 2007 bestehende Konzept aus Haupt-, Zelt- und Waldbühne scheint sich zu bewähren. Während auf der Hauptbühne internationale sowie nationale Grössen dem Publikum einzuheizen vermögen, finden sich unter der Zeltbühne oft die zukünftigen und weniger bekannten Bands. Doch nicht nur als Schutz vor heissen Sonnenstrahlen oder kühlen Regenschauern wird unter dem Zelt gefeiert – auch zahlreiche Glanzauftritte finden hier statt. In jüngster Erinnerung denkt man da an die Auftritte von «Solomon Burke”, “The Bosshoss”, “Sido” oder “Lovebugs”.

 

Mit der Waldbühne wird den nationalen Newcomerbands eine Plattform geboten, auf der schon manche Band ihren Durchbruch startete. So spielten auch schon die “Kummerbuben”, “Bonaparte” oder “Wurzel 5” vor dem Hintergrund des Gurtenwaldes, bevor sich zum Beispiel die erst genannten im folgenden Jahr bereits auf der Zeltbühne präsentieren durften.

 

Über 60 Live-Acts

Auf der Waldbühne wird’s vor allem rockig. Von Indie über Alternative bis Garage Rock lassen Gitarrenklänge manches Rockerherz höher schlagen. Aber auch anderen Musikrichtungen wird Zoll gebüsst, so etwa mit “Steff la Cheffe”, auch bekannt als das “Meitschi vom Breitsch”. Die junge Rapperin aus dem Herzen von Bern springt am Sonntag für die krankheitshalber ausgefallene Band “Daliah” ein.

 

Unter dem Zelt wird dieses Jahr vor allem getanzt, sei dies zur bekannten Berner Popband “Lunik”, zu Drum’n’Bass von “CHASE & STATUS Detail” aus Grossbritannien oder – ein bisschen ruhiger – zu den Popsongs des belgischen Songwriters “Milow”.

 

Grossbritannisch

Auf dem Gurten dominiert dieses Jahr der Indie-Rock aus Grossbritannien. Unter Anderen rocken “Babyshambles”, “Editors” oder “The Kooks” die Hauptbühne. Auch die Auftritte von “Stereophonics”, “The Cribs”, “Blood Red Shoes” sowie “Band of Skulls” (“I Know What I Am” war Titelsong für eine Swatchwerbung) sind sicherlich einen Besuch wert. Trotz des britischen Einflusses sollten zwei amerikanische Bands hier nicht unerwähnt bleiben: Der Altmeister im Punkrock “Bad Religion” bringt den Berner Hausberg bereits am Donnerstag Nachmittag zum beben und der Comeback-Star des letzten Jahres “Faith No More” sorgt am Freitagabend für ein abwechslungsreiches Konzert.

 

Die nationale Vertretung auf der Hauptbühne besteht dieses Jahr aus der Reggae-Ska-Band “Open Season” und dem Berner Duo “Stiller Has” mit Endo Anaconda und Balts Nill.

 

Gurtens Liebling

Heimlicher Star des Festivals ist allerdings die schottische Folk Pop Rock Sängerin “Amy MacDonald”. Für sie ist es nicht der erste Auftritt auf dem Gurten. Nach dem Konzert auf der Zeltbühne vor zwei Jahren meinte sie mit strahlenden Augen: “Das war wohl eines meiner besten Konzerte! Und von der Stadt Bern und dem Gurtenfestival bin ich total begeistert!” Dieses Jahr spielt sie als letzter Live-Act auf der Hauptbühne und bildet somit einen würdigen Abschluss für das Gurtenfestival.

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