Gesellschaft | 08.06.2010

Wie motiviert man sich in fremden Ländern?

Köpfe zusammen stecken, Erfahrungen austauschen und fremde Kulturen kennenlernen: Aus dem Eurocourse in Litauen nehmen die Teilnehmenden frische Ideen und noch mehr Motivation mit. Eine Teilnehmerin berichtet.
42 Jugendliche aus neun Ländern stecken in Litauen die Köpfe zusammen.
Bild: Silvia Götti Bei dieser Gelegenheit stellten die Teilnehmenden auch ihre Heimat vor.

Gespannt waren wir auf das fremde Land und die vielen Leute aus halb Europa, als wir zwei Schweizerinnen am 6. April auf dem kleinen Flughafen von Vilnius in Litauen landeten. Schnell sahen wir anderen Reisenden an, dass auch sie zu den Kursteilnehmern gehören. Doch keiner traute sich, die anderen anzusprechen. Doch nachdem alle endlich eingetroffen waren, begann sich eine tolle Stimmung auszubreiten. Wir fuhren hinaus aufs Land zum Kurshaus in der Nähe von Trakai inmitten von Wäldern und einem See. Im Verlauf der Woche badeten wir natürlich darin, auch wenn teilweise noch Eis darauf schwamm.

 

Erfahrungsaustausch, Kreativität und Motivation

Das Kursmotto lautete “a century of sharing”, das gleichzeitig das Jahresmotto der diesjährigen Gastgeberorganisation Ateitis in Litauen ist. Ateitis feiert dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Ein Jahrhundert lang geteilte Erfahrungen, und so stand auch im Eurocourse der Erfahrungsaustausch im Vordergrund.

 

Die Schwerpunkte des Kurses lagen auf den Themen Motivation und Kreativität. Manchmal ist es schwer, sich in der Jugendarbeit neu zu motivieren, um seine Freizeit für Lager, Gruppenstunden und Werbeaktionen zu opfern. Deshalb sprachen wir über unsere Motivation, Jugendarbeit zu leisten und wie wir uns jeweils erneut motivieren können.

 

Natürlich gab es auch interkulturelle Diskussionen, da in jedem Land die Bedeutung von Motivation ein bisschen anders ausgelegt wird. Wir erfuhren, dass auch die Leiter in anderen Ländern dieselben Hochs und Tiefs durchmachen. Die Gespräche waren sehr interessant und viele Tipps wurden ausgetauscht. Man konnte es richtig spüren: Mit den Gesprächen stieg bei allen Teilnehmerndie Motivation, weiterhin Jugendarbeit zu machen.

 

Kreative und abwechslungsreiche Gruppenstunden und Lager zu gestalten, ist nicht immer einfach. Deshalb lernten wir auch verschiedene Tricks, die Kreativität anzukurbeln. Besonders schön fand ich die Idee vom Kreativitätsbüchlein: ein selbst gebasteltes Büchlein mit gemalten, geklebten oder geschriebenen Seiten als Anregung für den Fall, dass einem die Ideen ausgehen.

 

An einem Tag besuchte uns die Forum Theatergruppe aus Vilnius. Forum Theater ist eine besondere Theaterform, bei der Probleme behandelt werden und die Zuschauer aktiv ins Geschehen eingreifen und mitspielen können, um so der Geschichte ein gutes Ende zu geben und dem Opfer zu helfen. Im Allgemeinen wird diese Methode in der Prävention verwendet, um im Fall der Fälle richtig reagieren zu können.

 

Auch der Spass kam nicht zu kurz

Zwischen den Programmteilen gab es immer wieder Zeit, neue Spiele von den Teilnehmern der anderen Länder zu lernen und diese über ihre jeweiligen Organisationen auszufragen.

 

Natürlich gab es auch einen Abend, an dem jedes Land sich selbst vorstellen konnte und man die mitgebrachten Spezialitäten probieren konnte. Das grösste Vergnügen während dem ganze Kurs war jedoch die CD mit den Volkstänzen, welche die Teilnehmer aus Malta mitgebracht hatten. Während der ganzen Woche räumten wir abends nach Programmschluss die Tische beiseite, legten die Musik auf und tanzten bis in die frühen Morgenstunden.

 

Über den FIMCAP Eurocourse


FIMCAP ist die Dachorganisation der Katholischen Jugendverbände. Alljährlich treffen sich Leiter aus den Europäischen Mitgliedsorganisationen zu einem Weiterbildungskurs, dem Eurocourse, der von “Jugend in Aktion” unterstützt wird. Dieses Jahr trafen sich 42 Junge Leute aus neun Ländern und verbrachten eine Woche zusammen.

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