Politik | 01.06.2010

Was passiert mit meinen Daten?

Text von Joanna Skwarek | Bilder von Nathalie Kornoski
Die Menschen haben die Sprache erfunden, dann die Schrift, den Buchdruck, mit der Zeit kamen die sogenannten "neuen Medien", die uns ermöglichen, wie beim Echolotprinzip der Delfine, blitzschnell und über weite Räume zu kommunizieren. Die neuen Medien, beispielsweise auch Computerprogramme, werden nicht selten zur Datensicherung genutzt, eröffnen aber zugleich neue Wege für die missbräuchliche Verwendung dieser Daten. So verkaufen neue Medien die Illusion der Kontrolle über das Unkontrollierbare.
"Die Geschäfte sollten auf die Datenverwendung hinweisen, die Kunden wiederum sollten vorsichtiger mit ihren Daten umgehen."
Bild: Nathalie Kornoski

Die Gefahren unserer digitalisierten Welt bestehen nicht darin, dass wir im Netz immer mehr Zeit verbringen oder dass wir im Portemonnaie mehr Karten als Geldscheine haben, sondern viel mehr darin, nicht zu begreifen, was die neuen Medien auslösen. Die Kunden interessieren sich nicht und fragen nicht nach, wieso sich beispielsweise das Kassenpersonal beim Kauf eines Ski-Passes nach persönlichen Daten erkundigt und ein Foto macht. “Was passiert mit diesen Daten?”, ist eine Frage, welche die Gesellschaft von heute zu wenig stellt. Wie sicher sind persönliche Daten im Internet in Firmendatenbanken, und wer hat Zugriff auf diese? Datenschutzbestimmungen werden nicht klar aufgezeigt. Jederzeit könnten unsere Daten auch anderweitig verwendet werden. Ein anderes Beispiel ist die peinlich genaue Erfassung von Kundendaten bis hin zu Angaben über Vorlieben in den Detailhandelsgeschäften. So werden wir beim Besuch in den Kaffeegeschäften mit den Fragen konfrontiert: “Welche Kaffeemaschine besitzen Sie? Wann und wo haben Sie diese gekauft? Haben Sie sie als Geschenk erhalten? Wenn ja, von wem?”, ohne dass wir den Zweck erfahren. Die Geschäfte sollten auf die Datenverwendung hinweisen, die Kunden wiederum sollten vorsichtiger mit ihren Daten umgehen.

 

Der Schutz der Persönlichkeit sollte durch Gesetze gewährleistet werden. Laut Bundesgesetz “dürfen Personendaten nur zu dem Zweck bearbeitet werden, der bei der Beschaffung angegeben wurde, der aus den Umständen ersichtlich oder gesetzlich vorgesehen ist”. Der Zweck wird in der Praxis oftmals aber gar nicht kommuniziert. Die Menschen kennen die Gesetzesbestimmungen nicht und wissen nicht, dass sie das Recht haben, den Ski-Pass zu kaufen, ohne ihre persönlichen Daten dem “System” anzuvertrauen. Sie müssen ihren Namen, Adresse und Geburtsdatum nicht angeben, um die Dienstleistungen dennoch zu erhalten.