Kultur | 15.06.2010

„Sido würde man hier auslachen“

Das sechste Greenfield Festival ist Geschichte. Das Wetter liess auch dieses Jahr zu wünschen übrig, organisations- und sicherheitstechnisch verlief hingegen alles reibungslos. Tink.ch wollte von den Festivalbesucherinnen und - besuchern wissen, was ihre Highlights waren, was aus ihrer Sicht zu verbessern wäre und welche Bands sie sich für die nächste Ausgabe wünschen.
Michelle und Ronny ist der Regen egal. Fotos: Daniel Hollenstein Solange die Stimmung rockt, kommen Benjamin und Roger gerne wieder. Cedric und Ivan haben es sich im Zelt gemütlich eingerichtet. Julia und Vanessa schätzen den reibungslosen Ablauf des Festivals. Patrick und Rahel sind nur teilweise zufrieden mit dem Line-up.

Michelle (18) und Ronny (29) aus Luzern

"Sepultura und Rammstein boten die besten Shows. Nach Konzertschluss war es aber auch im Bacardi-Dom jeweils ganz amüsant. Die grösste Verbesserung im Vergleich zu den Vorjahren ist allerdings die Abschaffung der Zeltbühne. Die zweite Freiluftbühne bietet akustisch und platzmässig die besseren Verhältnisse, zudem stinkt es nicht mehr so übel. Dass man dafür vielleicht nass wird ist uns egal, auf den Regen scheissen wir sowieso. Auszusetzen gibt es am Greenfield überhaupt nichts. Wir sind das vierte Mal dabei, organisatorisch ist das Festival jedes Jahr genial. Gerne würden wir nächstes Jahr Flogging Molly und die Dropkick Murphys sehen."

 

Benjamin Keller (18) aus Baden und Roger Biland (19) aus Wohlen

„Für uns steht an einem Festival immer Chillen und gemütliches Zusammensein im Vordergrund, was dann im Nachhinein auch das Highlight ist. Die Band Unheilig kannten wir bisher nicht, dank einem super Auftritt sind sie unsere persönliche Neuentdeckung. Rammstein lieferten sowieso eine geniale Show. Vor zwei Jahren war das Line-Up zwar attraktiver, dafür gab es heuer weniger unangenehme Zwischenfälle, wie etwa Bandabsagen. Wer nächstes Jahr kommt, spielt eigentlich keine grosse Rolle, solange die Stimmung rockt. Dafür wären beispielsweise die Ärzte oder die Toten Hosen ideal.“

 

Cedric Embacher (22) und Ivan Betrov (23) aus Grabs

„Unsere Favoriten waren Eluveitie, Unheilig und Rammstein. Mit Grill und Feuerlöscher – wir lernten aus dem letzten Jahr – sind wir aber auch im Zelt ganz gut eingerichtet und haben deshalb nicht alle Bands live gehört. Wir wären dafür, dass man Dosenbier in das Konzertgelände nehmen dürfte oder die Securities zumindest etwas freundlicher mit einem umgehen, wenn man sich diesbezüglich mal nicht ganz an die Regeln hält. Ein grosser Fortschritt zu den Vorjahren ist das warme Wasser im Duschbereich, bisher war es immer eiskalt. Für nächstes Jahr wünschen wir uns mehr Schweizer Bands. Und Sido – als Gag, er würde hier ausgelacht werden.“

 

Julia Landa (18) aus Schottikon und Vanessa Grundl (17) aus Wallenwil

„Der ganze Anlass rund um das Greenfield ist erstaunlich gut durchdacht. So viele Leute auf derart engem Raum, trotzdem geht alles friedlich und reibungslos aneinander vorbei. Am Festival können wir deshalb nichts aussetzen, einzig einige unangenehme Leute bräuchte es nicht vor Ort. Etwas mehr Anstand und Sauberkeit wäre für manche Personen wünschenswert. Wir sind dieses Jahr zum ersten Mal in Interlaken, kommen aber gerne wieder. Etwas mehr Punkrock würde das Line-Up noch verbessern.“

 

Patrick Prescher (30), Deutschland und Rahel Schläpfer (30) aus Schaffhausen

„Musikalisch haben uns ganz klar die Beatsteaks am meisten zugesagt. The Prodigy lieferten allerdings auch einen super Auftritt und waren als stilistischer Aussenseiter eine gelungene Abwechslung. Wir waren letztes Jahr bereits am Greenfield. Im Vergleich zum Vorjahr war das jetzige Line-Up deutlich schlechter. Neben dem miesen Wetter bemängeln wir in erster Linie die WCs, von denen gibt es schlichtweg zu wenig. Ebenfalls dürfte es eine etwas grössere Auswahl an Essenständen ausserhalb des Konzertgeländes geben, beispielsweise eine Spaghetteria. System of a down, Faith no more und Nightwish wären unsere Headliner fürs 2011.“

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