Kultur | 15.06.2010

Regen, Rock und Rammstein

Am vergangenen Wochenende ging das sechste Greenfield Festival in Interlaken über die Bühne. Von Freitag bis Sonntag erlebten rund 26-~000 Besucher ein verregnetes, aber gelungenes Musikspektakel.
Fotos: Thomas Hirsbrunner

Der Freitag war so, wie es sich die meisten Festivalgänger erhofft hatten: Bei strahlendem Sonnenschein genossen viele ihre persönlichen Favoriten unter den weniger bekannten Bands, die vor allem auf der neu eingeführten ClubStage rockten. Im Gegensatz zu den bisherigen fünf Ausführungen wurde die Zeltbühne durch eine kleinere zweite Freiluftbühne ersetzt, wie dies auch bei anderen Festivals üblich ist. Die Festivalbesucher nahmen diese Neuerung gut auf, die Stimmung wurde als gemütlicher und friedlicher wahrgenommen.

 

Auf der Hauptbühne reihten sich derweil mit The Hives, den Beatsteaks und schliesslich The Prodigy die Höhepunkte aneinander. Hier zeigte sich, dass das Festival neben den Metallern durchaus ein grösseres Spektrum an Musikfans anzulocken vermag. Besonders letztere Band bildete mit einer gewohnt soliden Leistung und ihren grossen Hits einen tollen Abschluss des Live-Programms. Wer noch nicht genug hatte, feierte nach Konzertschluss in der heuer vergrösserten Partyzone weiter.

 

Völkerwanderung nach Interlaken

Schon früh am Samstagmorgen machten sich die Ersten schlaftrunken auf den Weg nach Interlaken, um die Versorgung mit Bier und fester Nahrung für die kommenden Tage sicherzustellen. Dass an diesem Tag kein kostenloser Shuttledienst angeboten wurde, war einer der wenigen Kritikpunkte. Positiv hervorzuheben sind hingegen die grossen Duschzelte, wo man selten länger anstehen musste. Auch sonst tat sich die Organisation mit einem reibungslosen Ablauf und einer guten Infrastruktur hervor. Dies manifestierte sich in einer guten Stimmung unter den Zuschauern und zufriedenen Bands.

 

Subway to Sally war am zweiten Festivaltag der erste grosse Namen auf der Hauptbühne. Bei etwas kühleren Temperaturen als am Vortag und gelegentlichem Nieselregen passten die deutschen Folkrocker gut in die wolkenverhangene Bergkulisse. Erst recht traf dies auf Eluveitie zu, die danach folgten. Die Schweizer Celtic-Metalband mit ihrer Mischung aus melodiösem Folk und der dunklen Stimme von Frontmann Christian Glanzmann war ein weiterer Höhepunkt.

 

Eine Überraschung war der gelungene Auftritt von Unheilig. “Der Graf” bewies, dass er nicht zu weich war für den Geschmack des Publikums. Der Deutsche und seine Band waren die optimale Einstimmung auf Rammstein. Auch die Donots heizten auf der ClubStage nochmal richtig ein, bevor es zum grossen Finale und unbestrittenem Highlight des Festivals kam.

 

Verregneter Abschluss

Das Greenfield und der Regen scheint eine untrennbare Verbindung zu sein. So war dann der letzte Tag in Interlaken geprägt von immer wiederkehrenden Regenschauern. Die Besucher, die ausharrten, konnten aber noch einige musikalische Leckerbissen geniessen. Vor allem Sepultura war es vielen Wert, dem Wetter zu trotzen. Danko Jones-˜ Garagenrock hätte wohl zu einem früheren Zeitpunkt begeistert, am Sonntagabend jedoch tanzten vor allem die Leute vor der kleinen Bühne zum Rockabilly-Punk der Peacocks.

 

Dass der Zuschauerrekord beinahe erreicht wurde, ist die Bestätigung für ein gelungenes Programm am Greenfield Festival 2010. Einzig HIM war als Headliner am Sonntagabend nicht geeignet, um die Massen bis zum Schluss zu bannen.

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