Kultur | 21.06.2010

Musik und Bier im Sittertobel

Text von Tatjana Rüegsegger | Bilder von Anton Coene.
Zum 34. Mal lädt das Openair St. Gallen zum Tanzen und Feiern ein. Bands, Besucher und Getränkeregeln verändern sich, der Reiz bleibt. Festivalbesucher können sich auf ein spannendes Line-up und kaltes Hausbier freuen.
Erinnerungen an 2007. Doch ganz so schlimm wird es dieses Jahr wohl nicht. Bil: Tatjana Rüegsegger Johnossi liess sich das St. Gallen 09 nicht entgehen,... ...genau so wenig wie The Sounds um Maja Ivarsson. Wir dürfen gespannt sein.
Bild: Anton Coene.

1977 ging das erste Openair St. Gallen über die Bühne und trommelte schon früh eine Gruppe treuer Musikliebhabenden zusammen. In den letzten Jahren erarbeitete sich das Openair den Ruf eines rockgeladenen Festivals mit einem Hauch von Hippiekultur. Mit der Zeit und der Treue der Besucher entwickelte sich “das St.Gallen” zum Festival aus Tradition, zu dem jährlich tausende Anhänger jährlich pilgern.

 

Unerreichter Jahrgang

2007 erreichte das Openair St. Gallen eine neue Jugend mit einem unschlagbaren Line-up. Die richtigen Bands zur richtigen Zeit. Ein Wettrennen, das vor allem in unserem kleinen Land unerbittlich ist. Die Enttäuschung war gross, da 07 uns so verwöhnt hatte, als die Line-ups 08 und 09 folgten. Doch die Musik ist beim St. Gallen zweitrangig. Es geht hauptsächlich um die Atmosphäre. Und generell waren die zwei vorherigen Jahren auch nicht so grausam: Kings of Leon, We Are Scientists, Nick Cave und The Flaming Lips waren dabei, um nur einige zu nennen.

 

Das 34. Line-up kann sich aber durchaus sehen lassen. Da ist aber nicht nur den grossen Headlinern wie The Strokes zu danken, sondern auch den kleineren Bands wie The Big Pink, HURTS, The Drums und Frightened Rabbit, die alle einige Hits mit sich bringen, welche aber für viele noch namenlos sind. Dieses Jahr wird auch wieder für Lacher gesorgt: Kaya Yanar, der türkische Komiker aus Deutschland, wird sich sicherlich einiges einfallen lassen zum Thema Schweiz.

 

Tradition und Innovation

Die Sitterbühne wurde neu tunnelartig geformt, sodass mehr Platz für das Publikum besteht. Eine geometrische Umwandlung, die schon jetzt für Neugier sorgt. Das St. Galler Openair ist auch das erste Festival, welches sich ökologischen Problemen stellt, wie zum Beispiel der Entsorgung der PET-Flaschen. Letztes Jahr wurde auf alle verkauften Flaschen und Becher ein Depot erhoben. Dadurch verbesserte sich die Abfallsituation massiv, doch die mitgebrachten Flaschen ohne Depot blieben ein Problem. Aus diesem Grund entschieden sich die Organisatoren dafür, ein Getränkelimit von drei Litern einzuführen.

 

Was vorerst für rote Köpfe sorgt, bringt auch eine gute Seite mit sich: Den Home Delivery Service (HDS). Lanciert im 2009 ermöglicht der HDS eine Online Bestellung von Mineral und Bier, die dann gekühlt am Openair abgeholt werden kann.

Um das Depotsystem zu vereinfachen wurde ein eigenes Bier mit Festival-Etikette produziert, welche das Jetonsystem ablöst.

 

Kurz gesagt: Wir dürfen uns auf ein tolles Line-up mit kühlem Bier freuen und mit ein bisschen Glück besucht uns auch der Sommer im Sittertobel!