Kultur | 25.06.2010

“Adams Vater hatte ein Date mit Brigitte Bardot!”

Sie werden von Insidern und Kritikern als DIE Newcomer-Band 2010 bezeichnet. Nicht ganz zu Unrecht: Ihre Klubauftritte rund um den Globus waren sehr gut besucht, wenn nicht sogar ausverkauft. Dieser Hype hat The Drums auf die Sitterbühne katapultiert.
Openairs machen doch Spass! Jacob Graham... ...und Jonathan Pierce scheint es jedenfalls zu gefallen in St.Gallen.
Bild: Madelien Waegemans und Jens Baert

Jonathan Pierce und Jacob Graham haben sich auf Anhieb verstanden und entschliessen sich musikalisch zu vereinigen, bis sie 2003 getrennte Wege gehen. Jon gründet die Band Elkland und Jake die Band Horse Shoes. Beide Bands haben mässigen Erfolg. 2008 finden sie wieder zueinander: das ist die Geburtsstunde von The Drums. Vervollständigt wird die Truppe noch im Nachhinein mit Adam Kessler, der schon mit Jonathan als Gitarrist von Elkland die Bühne rockte, und Connor Hanwick, dem unscheinbaren Lockenkopf am Schlagzeug.

 

Seid ihr das erste Mal in der Schweiz?

Jon: Ja, das ist unser erstes Mal hier, wir sind sehr aufgeregt. Unser letztes Konzert liegt schon eine Woche zurück, das ist eine lange Zeit für uns. Es ist die letzte längere Pause, die wir seit langem gehabt haben. Und überhaupt ist das St.Gallen erst unser zweites Festival.

 

Was ist das Reizende an einem Openair zu spielen?

Jon: Viele Leute, die sich sonst unsere Show nicht ansehen würden, hören unseren Sound und wir können anderen Bands zuschauen, was immer interessant ist.

 

Ihr seid auf Tour und werdet in der nächsten Zeit öfters an Openairs spielen. Auf welches freut ihr euch am meisten?

Jake: Wir freuen uns sehr auf das Summer Sonic in Japan. Wir haben kürzlich in Tokyo gespielt, coolster Ort auf Erden.

 

Welche Bands wollt ihr an diesem Openair unbedingt sehen?

Jon: Ich denke, The Strokes ist die beste Band der vergangenen zehn Jahre. Ich hab sie noch nie live gesehen, darauf freue ich mich sehr.

Adam: NOFX! Damit bin ich aufgewachsen.

 

Jon, du bist in einem religiösen Haushalt aufgewachsen. Wie nehmen es deine Eltern hin, dass du Musiker geworden bist?

Jon: Ich weiss nicht so recht… nein, ich weiss nicht, wir reden einfach nicht darüber.

 

Ist es euch überhaupt wichtig, was eure Eltern denken?

Jon: Mir ist es schon immer egal gewesen.

Adam: Ich würde nie etwas machen, das ich nicht meiner Mama erzählen würde.

 

Wirklich?

Jake: Ja, das ist toll.

 

Nun wollen wir unser Festivalkartenspiel mit euch machen: Ihr zieht eine Karte und stellt euch gegenseitig die Fragen, die darauf aufgeschrieben sind.

Adam: Ich fang an. Also Jon, was wolltest du immer tun, wozu du dich aber nie getraut hast?

Jon: Ich wollte schon immer mal ein Auto explodieren lassen. Das klingt nach Spass. Eigentlich würde ich alles Mögliche in die Luft sprengen wollen. Vielleicht nicht gerade ein Spital, doch, auch das wäre vermutlich interessant. Es ist nicht so, dass ich mich nicht getraut hätte, ich hatte bis jetzt einfach keine Zeit. Ich werde das vielleicht nach dieser Tour nachholen.

 

Jon: Jacob, was ist dein Lieblingstrinkspiel?

Jake: “4 gewinnt” würde ich sagen. Es ist nicht wirklich ein Trinkspiel, aber man kann aus allem ein Trinkspiel machen.

 

Wie würdest du aus “4 gewinnt” ein Trinkspiel machen?

Jake: Nach jedem Zug nimmt man einen Schluck, es kommt eigentlich gar nicht so drauf an. Ich versteh das Konzept von Trinkspielen so oder so nicht, jeder der spielt, ist einfach darauf aus, in einen bestimmten Zustand zu kommen. Alle trinken das ganze Spiel durch, also kommt es wirklich nicht darauf an. Ich weiss auch nicht.

 

Connor: Was ist die beste/schlimmste Ausrede, die du jemals verwendet hast?

Jake: Einfach, dass ich richtig beschäftigt bin.

Connor: (Todernst) Eine sehr klassische Ausrede.

Jake: Ich finde, das ist die beste und schlimmste Ausrede zugleich und meistens trifft sie auch noch zu. Menschen sind echt eigenartig.

 

Jon: Das schlechteste Konzert, dass du je gesehen hast?

Connor: Unser drittes Konzert.

 

 

Adam sieht die Tafel mit der Aufschrift “Getränke” und fragt wie man das Wort ausspricht. Worauf er meint, es höre sich wie “get drunk” an.

 

 

Connor: Wenn du als alkoholisches Getränk wiedergeboren werden könntest, was wärst du?

Jake: Ich wäre ein “Rootbeer flow” mit Jägermeister. Weil dieses Getränk ein Freund von mir erfunden hat und es das einzige alkoholische Getränk ist, das ich kenne, das Eis enthält.

 

Jake: Adam, was ist das seltsamste oder exotischste auf unserem Rider?

Adam: Wir haben Socken auf der Liste, das ist ein wenig seltsam. Ich hätte gerne ein Bett, dann könnten wir uns mal Backstage ein Nickerchen erlauben. Oder auch nur ein Sofa würde genügen, sogar ein Secondhand-Sofa.

 

Connor: Was ist deine aktuellste Obsession oder welche Band hörst du momentan?

Jon: Ich bin im Moment von der Band CEO besessen, ihr neues Album erscheint im Juli.

Adam: Ich bin von Motorrädern besessen, also hauptsächlich von Harleys.

 

 

Hat das was mit Brigitte Bardot zu tun?

Adam: Nein, mehr mit meinem Vater.

Jake: Ja, sein Vater hatte nämlich ein Date mit Brigitte Bardot!