Kultur | 10.05.2010

Saphirblau – Liebe geht durch alle Zeiten

Text von Anina Rosa
Auch im zweiten Band ihrer Trilogie erzählt Kerstin Gier mit viel Tempo und Humor. Ihr Schreibstil ist locker und ihre Dialoge sind unglaublich unterhaltsam. "Saphirblau - Liebe geht durch alle Zeiten" ist ein kitschig-schöner, romantischer Fortsetzungsroman.

Gwendolyn kann es kaum fassen: Gideon hat sie geküsst und zwar in einem Beichtstuhl. Dabei mag sie diesen arroganten, wichtigtuerischen, unglaublich gutaussehenden Schnösel doch eigentlich gar nicht. Wie hat sie sich doch in sich selber getäuscht. Jetzt ist sie über beide Ohren in diesen Kerl verknallt. Das passt ihr überhaupt nicht; sie möchte ja unbedingt herausfinden, welches dunkle Geheimnis der „Innere Kreis“ der „Zeitreise-Gesellschaft“ verbirgt. Gideon und die anderen des Kreises vertrauen Gwendolyn ganz und gar nicht. Sie denken, dass Gwendolyn, die neu zu den Zeitreisenden gestossen ist, sie alle in ferner Zukunft verraten und in einen Hinterhalt locken wird. Gwen ärgert sich, dass Gideon so etwas von ihr denkt und versucht herauszufinden, wie er und die anderen überhaupt auf diese absurde Idee kommen.

Was zum Teufel ist ein Retikül?!

Aus diesem Grund sucht Gwen ihren Grossvater im Jahr 1948 auf – der damals gerade mal 20 Jahre alt war, also nicht viel älter als sie selber heute – um Antworten auf ihre vielen Fragen zu kriegen: Warum haben Lucy (Gwens Cousine) und Paul den Chronografen gestohlen? Wer oder was ist der grüne Reiter? Wer war der Graf von Saint German wirklich? Und warum und wie hatte er es geschafft, in ihren Kopf einzudringen und ihr zu drohen? Und was zum Teufel ist ein Retikül?!

Neben Schule, Hausaufgaben, aufmüpfigen kleinen Wasserspeiern, Streit mit ihrer ach so perfekten Cousine Charlotte, die auch schrecklich in Gideon verliebt ist, und geheimen Gesprächen mit ihrem verstorbenen Grossvater in der Vergangenheit muss sich Gwen auch noch auf „der/die/das Soiree?“ und einen anschliessenden Ball vorbereiten, der im Jahre 1782 stattfindet. Am Ball darf sie sich keinesfalls blamieren, will sie nicht als Zeitreisende auffliegen. Keine einfache Sache, schliesslich hat Gwen keine Ahnung von den damaligen Tanz-Gepflogenheiten, und es stellt sich heraus, dass Gwendolyn noch nie einen Menuett Tanzkurs belegt hat („Ja, warum auch? Hallo, ich lebe im 21 Jahrhundert!“). Und dass man im 18. Jahrhundert beim Lachen auch nie die Zähne gezeigt hat…

Perfekte Ferien-Lektüre

Auch der zweite Band von Kerstin Giers Trilogie ist unglaublich lustig und sehr romantisch. Kerstin Giers Schreibstil ist locker und ihre Dialoge sind pfiffig. Doch auch die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet. Wenn man das Buch fertig gelesen hat, will man es grade noch einmal lesen. Die perfekte Ferien-Lektüre! Ich habe mich total in die Bücher verliebt und kann es kaum abwarten bis das Geheimnis im dritten Band gelüftet wird. Dieser kommt voraussichtlich diesen Sommer heraus.

Kerstin Gier, „Saphirblau – Liebe geht durch alle Zeiten“. Arena Verlag, 2010, ab 12 Jahren.

Links

  • Diese Buchkritik erschien erstmals bei Leporello , dem Kulturmagazin für Kinder und Jugendliche.