Gesellschaft | 26.05.2010

Polen – Skipiste – Menschenrechtsforum

Text von Luzia Tschirky | Bilder von Tink.ch
Das Internationale Menschenrechtsforum Luzern wird von einem Team Studierender organisiert. Joanna Skwarek ist die Leiterin dieses Teams. Ursprünglich kam sie in die Schweiz, um Ski fahren zu lernen. Doch das war nur der Anfang ihrer Geschichte.
Joanna Skwarek, Leiterin des Student-Team des Internationalen Menschenrechtsforums Luzern.
Bild: Tink.ch

Trotz eines schmerzenden Beins und viel zu wenig Schlaf in der letzten Nacht ist Joanna Skwarek am Internationalen Menschenrechtsforum irgendwie überall gleichzeitig. Eben noch gab sie am Infodesk Ratschläge, jetzt sitzt sie im Vortragsraum und macht sich eifrig Notizen. Die 29-Jährige hat ihre Aufgabe als Leiterin des organisierenden Studenten-Teams sichtlich im Griff. Anlässe mitorganisieren, das können Studierende in der Schweiz an vielen Orten, einen Event gar von internationalem Format aber selbstständig aufziehen, so viel Verantwortung und Vertrauen gewährt man ihnen nur selten. Das Menschenrechtsforum Luzern beweist es jedes Jahr: the students can! Das Forum würde ohne die Studierenden nicht stattfinden, von der Betreuung der Referenten bis hin zur Organisation des Mineralwassers liegt alles in ihren Händen.

Organisieren mit Herz

Dass die Organisation in diesem Jahr so gut geklappt hat, ist vor allem Joanna Skwarek zu verdanken. Ursprünglich kommt sie aus der Nähe der südpolnischen Stadt Krakau. Eigentlich wollte sie nur ein halbes Jahr in der Schweiz bleiben, um Skifahren zu lernen. Aber dann wurde viel mehr daraus. Ihre Gasteltern, bei denen sie als Au-Pair arbeitete, ermutigten sie nach Ablauf des halben Jahres, in der Schweiz zu studieren. So kam Joanna Skwarek nach Luzern und begann ein Studium der Gesellschaft – und Kommunikationswissenschaften. Auf das Internationale Menschenrechtsforum wurde sie durch eine Freundin aufmerksam. „Ich kann mich noch gut erinnern, als ich vor vier Jahren zum ersten Mal am Forum teilgenommen habe. Ich hatte mich sehr kurzfristig angemeldet. Aus meiner heutigen administrativen Sicht auf das Forum kann ich gut verstehen, warum man damals bei meiner Anmeldung ein wenig genervt war.“ Es ist nicht zu überhören: das Menschenrechtsforum liegt ihr am Herzen.

Ehrenamtlich engagiert

Als Leiterin des Studententeams hat sie auch eine Menge Zeit investiert. Im Monat vor dem Forum war sie drei Tage die Woche mit Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. Für Joanna Skwarek gibt es mehrere Gründe, weshalb sie sich so sehr für das Menschenrechtsforum engagiert. „Jedes Jahr steht ein anderes Thema im Vordergrund, der rote Faden sind die Menschenrechte. Das Thema auf so unterschiedliche Art zu betrachten, finde ich sehr interessant.“ Es sei für sie aber auch einfach überwältigend, zu sehen, wie viele Leute sich ehrenamtlich für einen solchen Anlass engagieren, einfach weil es sie interessiert. So etwas habe sie zuvor noch nie erlebt, sagt Joanna Skwarek.

Im selben Moment klingelt ihr Mobiltelefon. Irgendjemand braucht vom Dreh- und Angelpunkt des Forums Hilfe. Ein, zwei Sätze und schon ist das Problem gelöst. Auf die Frage, warum es ihr wichtig sei, sich für die Menschenrechte einzusetzen, antwortet Joanna Skwarek: „Menschenrechte sind überall wichtig, sie sind universell. Für Menschenrechte gibt es keine Grenzen. Meiner Meinung nach sollte es in jedem Land ein solches Forum geben.“ Auch wenn sie ihr Studium in einem Jahr abschliesst, will sie sich weiter für die grenzenlose Umsetzung der Menschenrechte einsetzen. Sie könnte sich gut vorstellen, in Zukunft bei einer Nicht-Regierungsorganisation zu arbeiten.