Kultur | 26.05.2010

Musik als Botschaft für Menschenrechte

Sie überzeugten mit Virtuosität, hingebungsvollem Spiel und einer musikalischen Botschaft, die Menschen aus aller Welt verbindet: die Musiker des Human Rights Orchestra, die sich für die Förderung der Menschenrechte einsetzen. Unter der Leitung von Alessio Allegrini und zusammen mit der Pianistin Maria João Pires begeisterten sie das Publikum im KKL Luzern. Der Erlös des Konzerts geht an die Non-Profit-Organisation Afri Afya.
Virtuos: Das Human Rights Orchestra setzte einen Schlusspunkt unter das siebte Internationale Menschenrechtsforum Luzern, der in Erinnerung bleibt.
Bild: Janosch Szabo und Michael Dolensek Im Verkehrshaus gabe es am Nachmittag schon mal eine Kostprobe. Das grosse Konzert schliesslich fand abends im KKL Luzern statt. Stargast war Maria João Pires. Im zweiten Teil des Konzertes spielte sie, begleitet vom Human Rights Orchestra, Mozarts 23. Klavierkonzert.

„Wir Musiker haben die Verpflichtung bessere Menschen zu sein, weil wir an der Quelle des Glücks arbeiten“. Dieses frei übersetzte Zitat des Cellisten Pau Casals gab Alessio Allegrini, Dirigent des Human Rights Orchestra, einige Stunden vor Konzertbeginn den Besuchern des Internationalen Menschenrechtsforums Luzern mit auf den Weg. Er vereint in seinem Projekt Musiker aus bekannten Orchestern Europas, um sich zusammen mit ihnen für die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen.

 

Mit Beethoven in den Abend

Am Abend dann war der Saal des Kultur-und Kongresszentrums in Luzern nahezu voll besetzt, als das Benefizkonzert mit dem Human Rights Orchestra eröffnet wurde. Die ersten dramatischen Takte der c-Moll Ouvertüre von Ludwig van Beethoven erklangen stimmungsvoll im Saal und die Musiker spielten die Dynamik- und Stimmungswechsel mit Hingabe.

 

Ludwig van Beethoven, der Freiheit „über alles liebte“, komponierte die Corolian Ouvertüre basierend auf dem geschichtlichen Hintergrund des Patriziers Corolian, der mit Gewalt seine Heimatstadt Rom angriff und schliesslich nur durch das Bitten und Appellieren römischer Frauen zum Friedensschluss gebracht wurde. Die Musiker des Human Rights Orchestra schienen mit ihrer Interpretation den Themen des Krieges und der Hoffnung auf Frieden Ausdruck zu verleihen.

 

Berührendes Klavierkonzert

Maria João Pires spielte im zweiten Teil des Konzertes, begleitet vom Human Rights Orchestra, Mozarts 23. Klavierkonzert. Gebannt und berührt lauschte das Publikum den sanften Klängen und schenkte der portugiesischen Pianistin herzlichen Applaus. Maria João Pires engagiert sich nebst ihren Auftritten als Solistin für die Förderung junger Künstler und schuf im portugiesischen Belgais ein interkulturelles Zentrum.

 

Das Human Rights Orchestra, das für eine gerechtere Welt musiziert, möchte auch selbst Vorbild sein. So fallen die sonst üblichen Hierarchien in der Besetzung weg und die Musiker wechseln ihre Sitzplätze zwischen den einzelnen Werken.

 

Mandoline zum Abschluss

Der letzte Teil des Concert Classic war der 7. Sinfonie von Beethoven gewidmet. Das Werk, das teilweise sehr imposant und dynamisch wirkt, jedoch auch sanfte Partien aufweist, wurde vom Orchester sehr gefühlvoll gespielt. Eine Eigenkomposition von Ramzi Aburegwan, einem Musiker aus Bethlehem, bildete schliesslich den stimmungsvollen Abschluss des Konzertes. Ramzi Aburegwan gab mit seinem melancholischen Mandolinenspiel eine Kindheitserinnerung wieder.

 

Das Klassik-Konzert des Menschenrechtsforums war ein grosser Erfolg. Der Erlös aus dem Kartenverkauf ermöglicht es der Non-Profit-Organisation Afri Afya unter anderem in Afrika ein neues Kommunikationscenter einzurichtenvund somit wesentliche Schritte in der Prävention von ansteckenden Krankheiten wie HIV oder Malaria zu machen. Dr. Sara Koki Muli-Kinagwi, Direktorin von Afri Afya, sagt über ihr Projekt: „Wir versuchen eine Veränderung in der Welt zu erreichen“. Das Human Rights Orchestra und das Publikum in Luzern haben einen Beitrag dazu geleistet.

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