Gesellschaft | 26.05.2010

Mit dem Mikrofon zwischen Weltverbesserern

Ein Zufall brachte Marina Villa einst ans Menschenrechtsforum Luzern. Jetzt moderiert sie den Anlass schon im siebten Jahr und spricht von einer Liebesgeschichte. Auf dem Podium steht sie Menschen ganz nah, die sich beherzt für die Menschenrechte engagieren.
Marina Villa, Moderatorin am Menschenrechtsforum Luzern sein Anbeginn.
Bild: Tink.ch "Die Art und Weise wie man ist und wie man mit anderen Menschen umgeht, hat sehr viel indirekt mit Menschenrecht zu tun", sagt sie... ... und ist beeindruckt von den Leuten, "die jeden Tag acht oder zehn oder noch mehr Stunden dafür arbeiten, diese Welt ein bisschen besser zu machen." Am Anlass selbst schätzt sie, dass auch Schulklassen miteingebunden werden.

Marina Villa, das siebte Menschenrechtsforum Luzern geht zu Ende. Was nehmen Sie mit nach Hause?

Als ich das Thema des diesjährigen Forums „Menschenrechte und Digitalisierung“ zum ersten Mal sah, dachte ich: Es gibt doch wichtigere Fragen in Zusammenhang mit den Menschenrechten, als jene nach der Digitalisierung. Doch ich habe mich getäuscht. Das Thema ist sehr relevant. Es wurden in den letzten zwei Tagen viele Gedanken angestossen.

Was für Gedanken sind das?

Schwierig zu sagen. Ich bin hier am Arbeiten, muss die Zeit im Griff haben und schauen, dass jeder ein Wasserglas hat. Meine Aufgabe ist es, das Ganze zusammenzuhalten. Der Inhalt als solches fällt dabei zwischen Stuhl und Bank. Es ist ganz anderes, als wenn ich als Zuhörerin da wäre. Dann könnte ich mir alles konzentriert anhören und schauen, wo es mich berührt.

Dafür sind Sie als Moderatorin sehr nah bei den Leuten, stehen vorne auf dem Podium direkt neben ihnen. Was hat Sie beeindruckt?

Wirklich toll finde ich, dass es alles Leute sind, die sich für das Thema Menschenrechte einsetzen, Leute, die jeden Tag acht oder zehn oder noch mehr Stunden dafür arbeiten, diese Welt ein bisschen besser zu machen. Das finde ich bewundernswert. Nah sind mir jene, die sich ganz konkret auf dem Feld für das Thema engagieren.

Setzen Sie sich selbst auch für Menschenrechte ein?

Ich glaube, ich mache das dauernd. Die Art und Weise wie man ist und wie man mit anderen Menschen umgeht, und zwar mit jedem Einzelnen, hat sehr viel indirekt mit Menschenrecht zu tun.

Woher rührt bei Ihnen das Interesse für das Thema?

Ich bin sicher von meinen Eltern so erzogen worden, dass der Respekt vor dem anderen etwas wichtiges ist, dass man im weistesten Sinne liebevoll miteinander umgeht. Sie sind selber vor vielen Jahren nach dem zweiten Weltkrieg von Italien in die Schweiz eingewandert. Das war damals nicht viel anders, als wenn man heute aus dem Kosovo kommt. Auch wenn ich nie darunter gelitten habe, hat mich das indirekt wohl schon geprägt.

Und wie stiessen Sie zum Luzerner Menschenrechtsforum?

Das war Zufall. Eine Kollegin vom Fernsehen wurde vor sieben Jahren für die Moderation angefragt. Sie musste damals aber gerade als Korrespondentin nach Berlin. So bin ich zu diesem Baby gekommen und es ist eine grosse Liebesgeschichte draus geworden. Seither bleibe ich den Organisatoren absolut treu und sie mir auch. Das ist schön.

Von Anfang an dabei. Sieben Mal Internationales Menschenrechtsforum Luzern. Wie hat sich der Anlass entwickelt?

Am Anfang war das Ganze ziemlich Freestyle. Jetzt helfen immer mehr Leute mit. Und sie machen auch viele Sachen das Jahr hindurch, damit das Thema Menschenrechte nicht nur einmal während zwei Tagen aufflammt, sondern präsent bleibt. Diese Nachhaltigkeit finde ich wirklich toll. Und was mir auch gefällt, ist dass Peter und Thomas Kirchschläger von Anfang an versucht haben, Schulklassen einzubinden und das Thema in den Schulunterricht zu integriert. Auf diesem Weg sind wirklich grossen Veränderungen möglich.

Zum Abschluss ein Ausblick. Was wünschen Sie sich noch für den Anlass?

Ich würde es den Organisatoren gönnen, wenn sie es auch nächstes Jahr wieder einen grossen Namen ans Forum holen können. Denn das gibt einfach Medienpräsenz. Man stelle sich mal vor, wie viele Medien gekommen wären, wenn Friendensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi physisch vor Ort gewesen wäre (Anmerkung der Redaktion: Sie war kurzfristig verhindert, weil sie in Bonn den Internationalen Demokratiepreis überreicht bekam). Wichtig sind die Medien, weil durch sie das Thema verbreitet werden kann.

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