Gesellschaft | 31.05.2010

Jugendliche mobilisieren Jugendliche

Text von Michelle Stirnimann | Bilder von zVg
Um auf ihr Programm aufmerksam zu machen, organisierte das europäische Programm "Jugend in Aktion" einen Flyerwettbewerb. Der Siegerflyer ist eigentlich ein Postkartentrio.
Die Sticker auf Postkarte 1 können auf die schwarze Postkarte 2 geklebt werden. Die Punktestruktur auf Postkarte 3 visualisiert die Verknüpfung zwischen Jugendlichen in ganz Europa. Die Fäden laufen bei "Jugend in Aktion" zusammen.
Bild: zVg

Eine steile Treppe führt hinunter ins Kulturlokal “Ono” in Bern, wo diesen Frühling an der “Flyer-Party” das Siegerprojekt des Flyerwettbewerbs von “Jugend in Aktion” gekürt wurde. Im kleinen Bühnenraum hingen die Entwurfsideen an den Wänden. Die jungen Künstler, allesamt unter 25 Jahren, präsentierten ihre Werke gleich selbst.

Jugendliche in Europa vernetzen

Die 25-jährige Ann-Sophie Müller vermochte mit ihren Entwürfen die sechsköpfige Jury am meisten zu überzeugen. Anstelle eines “0815 Flyers”, wie sie es nennt, setzt die Grafikstudentin auf ein Postkartensystem: Sie gestaltete drei Postkarten mit dem Logo der Organisation, wobei die ersten beiden zusammen verteilt werden. Der Grund: Auf der ersten Postkarte kleben Sticker, welche je nach Gefallen auf die zweite, uni-schwarze Postkarte geklebt werden können. “Die Punktestruktur auf der dritten Postkarte visualisiert das Netzwerk zwischen den einzelnen Leuten, zusammenlaufend bei der Organisation ‘Jugend in Aktion'”, erklärt die gebürtige Deutsche.

Das Ziel des Flyerwettbewerbs bestand darin, einen Flyer zu entwerfen, welcher Jugendliche auf das Programm “Jugend in Aktion” aufmerksam machen soll. Das Progamm fördert die internationale Jugendbewegung, also den ausserschulischen Kontakt zwischen Jugendlichen aus ganz Europa. In einem internationalen Umfeld können Jugendliche durch verschiedene Projekte, wie Ferienlager, Freiwilligendienste, Trainings oder Weiterbildungen, direkten Einfluss nehmen und zu gesellschaftlichen Akteuren werden. Dabei stehen “europäische Grundwerte”, wie Toleranz und Vielfalt an oberster Stelle, wie auf der Homepage von “Jugend in Aktion” zu lesen ist. Je nach Aktion übernimmt die Schweizerische Koordinationsstelle bis zu 100 Prozent der Reisekosten.

Flyer verteilen an Openairs

Ann-Sophie Müllers Grundgedanke ist, eine Auswahl der besten Flyer später an Openairfestivals zu verteilen. Vorübergehend legen finanzielle Engpässe die Umsetzung auf Eis. Jedoch würden die Flyerentwürfe der Jugendlichen an die europäische Mutterorganisation weitergeleitet, versichert Projektkoordinator Thomas Winzeler. Vielleicht sei das Verteilen an Openairs ab nächstem Jahr möglich. Dann nämlich wird die Schweiz durch neue Abkommen offiziell am Programm “Jugend in Aktion” teilnehmen und nicht mehr nur durch die vom Bund finanzierte Schweizerische Koordinationsstelle, die auch zusammen mit Infoklick.ch die Flyer-Party organisiert hat.

Ann-Sophie Müller hofft, dass es mit dem Flyerverteilen an Festivals doch noch klappt. “An Festivals hat man Zeit. Da ist es doch toll, wenn man die Möglichkeit hat, den Freunden zu Hause einen Gruss zu schicken. Kann man die Postkarte zudem selbst gestalten und auf eine tolle Aktion aufmerksam machen, erfreut dies noch mehr”, so die Gewinnerin. 

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