Gesellschaft | 17.05.2010

Eine Freude für Gaumen und Augen

Nichts schmeckt so gut wie Gemüse, das man selbst angebaut hat. Gartenarbeit ist schliesslich keine Qual, man kann sie durchaus abwechslungsreich gestalten. Pfefferminztee und Beerendesserts beweisen schliesslich : Es lohnt sich zu gärtnern!
"Wie gerne denke ich da an Omas naturbelassene Erdbeeren zurück!"
Bild: stock.xchng/swirus71 In Spanien wächst er auch nicht schöner! Seraina Manser.

Schon einmal einen Salat aus komplett eigenem Anbau verspeist? So ganz ökologisch? Eben, ich auch nicht. In der St.Galler Sonne gereifte Tomaten, vom St.Galler Regen getränkter Kopfsalat, knackige Radieschen, Rüebli mit Grünkraut oben drauf, mit tiefster Liebe gezüchteter Basilikum und vor heimischen Schnecken geretteter Schnittlauch. Das alles zusammengemischt muss einen deliziösen Salatteller geben. Keine Tomaten, die auf der Lastwagenfahrt von Fabrizios süditalienischer Plantage in die Schweiz zermatscht wurden und keine seltsam schmeckende Gurke aus Spanien ruinieren den Salat. Die Zutaten stammen zu hundert Prozent aus dem eigenen Garten.
 
Wenig Aufwand…
So schwierig dürfte das Züchten wohl nicht sein: Man kauft einfach ein paar Samen und Setzlinge, stopft sie an der richtigen Stelle zur richtigen Jahreszeit in die Erde. Den Rest erledigt Mutter Sonne und Vater Regen. Na ja, ein paar Mal Unkraut jäten (der gute Mark Twain meint zwar dazu: “Unkraut ist alles, was nach dem Jäten wieder wächst.”) und eventuell im Hochsommer giessen, was man optimal mit einer Wasserschlacht verbinden kann, kommen schon noch dazu. Für das Wachsen ist das jeweilige Kräutchen oder Blümchen jedoch ganz allein zuständig.

…fruchtiger Ertrag
Meine Oma besass früher einen riesigen Garten. Vor allem Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren und Johannisbeeren hatte sie en masse. Früher, wenn meine Schwestern und ich bei ihr unsere Sommerferien verbrachten, schnallte sie uns einen leeren Joghurtbecher um die Hüfte und schickte uns ins Beerenparadies. Mit unseren flinken Händchen pflückten wir Beere um Beere und liessen sie in den Becher fallen. Einige, besonders saftige Exemplare wanderten direkt in unsere Mäuler.

Meine Oma stellte daraus die besten Desserts her, die wir bei Sonnenuntergang mit Sicht auf den Garten verspeisten, und lehrte mich damit, dass selbst angepflanzte Nahrungsmittel einfach am besten schmecken. In der Migros bezahlt man für ein Körbli Erdbeeren um die fünf Franken, die untere Schicht Beeren ist meist noch grün. Wie gerne denke ich da an Omas naturbelassene Erdbeeren zurück!

Es braucht nicht viel

Sollte man keinen Garten zur Verfügung haben, stellt man doch einfach ein paar Blumentöpfe aufs Fenstersims oder den Balkon. Frischgepflückter Rosmarin oder Thymian, das wertet noch jede Tomatensauce auf. Auch Tee aus frischer Pfefferminze ist im Sommer ein willkommener Durstlöscher. Einfach ein paar Blätter pflücken, mit kochendem Wasser übergiessen und nach Lust und Laune mit Zucker süssen.

“Der kürzeste Weg zur Gesundheit ist der Weg in den Garten”, so sprach Gärtner Pötschke. Wo er Recht hat, hat er Recht. Die Farbenvielfalt der Blumen erfreut das Auge, die Sonnenstrahlen kitzeln die Wangen, der Duft von frisch gemähtem Gras steigt einem in die Nase und das Flattern des Schmetterlings beruhigt das Herz. Doch Halt, was verbirgt sich dort unter dem Stachelbeerstrauch? Schon wieder Unkraut.