Kultur | 26.04.2010

Wenn Kick-Ass mit Big Daddy und Hit Girl Superhero spielt

Wenn die Special-Effekte überzeugen und viele halbnackte Mädels mitspielen, können Comic-Verfilmungen ein breites Publikum ansprechen. "Kick-Ass" hat von alldem nichts zu bieten und überzeugt trotzdem. Irgendwie.
Dave ist der typische Superheld: Loser im Kostüm.
Bild: PD Ganz anders: Hit Girl. Big Daddy hatte seine eigenen Erziehungsmethoden. Kick-Ass läuft jetzt in den Deutschschweizer Kinos ( Universal Pictures Switzerland)

Gleich vorab: Die Mädels sind entweder “sosolala” und nur zwischendurch im Bild oder minderjährig und oft im Bild. Für den optisch fleischlichen Genuss also nur bedingt tauglich. Die Kostüme sind gewollt trashig  und für die nächste Fasnacht prima nachmachbar. Die Effekte sind, naja, es hat Effekte. Für SFX-Verwöhnte: Keine fliegenden Berge und auch keine blauen Aliens , sorry.

Nachdem diese Dinge geklärt wären, dürfen sich die Filmemacher auch noch etwas Lob abholen. Die Musik ist einfach nur cool. Hier ein wenig “The Prodigy”, da einige Takte “The Dickies” und abgerundet wird das Ganze mit einer Prise Elvis Presley. Dann die Story. Sehr trivial, nur wenig überraschend und doch packend. Regelmässig kommen neue Akteure zur Mainstory hinzu, welche diese mit den Vorahnungen des Zuschauers erfüllen und bereichern.

Noch ein Loser-Held

Doch worum geht es in diesem Film eigentlich? Wieso nennt jemand sein cineastisches Werk “Kick-Ass”? Und kommt das “Comicgschmeuss” auch dieses Mal wieder von Marvel? Von hinten nach vorne beantwortet: Nein, von Marv (die haben auch “Snatch” und “Bube, Dame, König, grAs” produziert). Weil der Comic von Mark Millar and John Romita Jr. auch schon so hiess. Und es geht um einen Loser, der zum Superhelden wird – wie in allen Comics eigentlich.

Doch Dave Lizewski (Aaron Johnson), der besagte Verlierer, ist anders, als all seine Pendants. Diese hatten irgendwelche Superkräfte und konnten zum Beispiel weisses Zeug aus den Handgelenken schiessen oder sie hatten jede Menge Kohle. Dave hatte zwar einen kleinen Unfall und kann wegen den dadurch zerstörten Nervenverbindungen etwas mehr Schläge einstecken, als andere, aber das war’s dann auch. In seinem grünen Pyjama-ähnlichen Kostüm geht er allein auf die Verbrecherjagd (oder manchmal auch auf die Suche nach einer vermissten Katze) und lernt bald andere selbst ernannte Retter der Stadt (zum Beispiel Nicolas Cage alias Big Daddy) kennen. Mit diesen kommen dann auch die Rachegedanken und die bösen und mächtige Gegenspieler ins Spiel.

Das Publikum fiebert mit

Klingt langweilig oder schon da gewesen? Kann sein. Kick-Ass muss man wohl einfach selbst sehen. Um doch schon vorab ein wenig in Kinostimmung zu kommen, hier ein paar akustische Impressionen der Kinobesucher: “Ahhhh. Ewwww. Ahneiii! Hahaaa. Wähhh. Üüüühhhh! Hoppla. Aaaaass!!”.


Kick-Ass läuft ab sofort in den Schweizer-Kinos.

Links