Kultur | 26.04.2010

Kollabieren neben dem Laufsteg

Text von Audrey Djouady
Bei der zweiten Kostume Modenschau flanierten wieder unzählige Kreationen von Schweizer Designern über den Laufsteg. Neben dem Laufsteg zeigte sich ein anderes Bild.
Schweizer Kreationen im Walcheturm: Die Kostume Modeschau Fotos: Pascal Grob Da gab es kein Halten mehr: "Ok, das isch jetzt echt min Lieblingslook….nei de! Oh gott nei de!!"

Im Zürcher Walcheturm gab’s neben Mode auch noch das Reader Magazine, das vorgestellt wurde. Worum es sich bei besagter Zeitschrift handelt, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Nie bewegen sich Modemenschen so schnell, wie wenn es eine Neuheit zu bestaunen gibt.

Bier statt Cüpli

Auf dem Weg zu den Plätzen schlängelt man sich elegant an den Gratiscüpli vorbei (bitte, die Frau von heute trinkt Bier und nicht ein „feines Cüpli“. Bier, mit etwas Kampfgeist gewürzt, jawohl) und arbeitet sich mit einem Auftritt, der Chuck Norris die Tränen in die Augen treiben würde, zu den Sitzplätzen vor.

Mit einer vornehmen Verspätung von rund 30 Minuten läuft dann auch das erste Model über den Laufsteg. Und ab da gab’s kein Halten mehr. „Ok, das isch jetzt echt min Lieblingslook….nei de! Oh gott nei de!!“ So ging’s dann, bis das vorher eingeflösste Bier entschied, seine Reise zurück in Richtung Freiheit anzutreten. Noch ein Hoch auf das Timing. Also gut, aufstehen (was in Stiefel, die im Notfall auch zum Morgenstern umfunktioniert werden können, gar nicht so einfach ist) und sich auf den Weg zu den Toiletten begeben. Und das durch eine schwitzende Menge von Fashionistas.

Genuss auch im Stehen

Nachdem also auch diese Mission erfolgreich abgeschlossen wurde und man gerade wieder beim Sitzplatz angekommen ist, folgendes: Ein Mädchen sitzt stinkfrech auf meinem Platz. Gut, mental schon darauf vorbereitet zum Morgenstern zu greifen, visiere ich sie an. Doch zum Kampf kam es dann doch nicht, da das Mädchen scheinbar in meiner kurzen Absenz kollabierte und dringend kurz Erholung brauchte. Da hat man selbstverständlich Verständnis und geniesst den Rest der Schau im Stehen.

Die Kreationen von Saga Lova, Kimandra, Ostblock, Fashionslave, Julia Winkler, Yvy, Claudia Zuber, Starstyling und Hairpieces by Mia Bregar raubten mir erfolgreich den Atem. Von wunderschönen 70er Jahren Outfits von Kimandra, bis zu der puristischen Mode von Fashionslave; selbstverständlich, dass da hin und wieder jemand die Contenance verliert. Als ob das nicht genug wäre, waren auch die Haare perfekt gestylt. Von allen Models. Verspielte Zöpfe und ruppige Kurzhaarschnitte, es gibt nichts, was das Team von Hairstylisten (inkl. Der Ritter in der weissen Rüstung) nicht in einen unangestrengten Look verwandeln können.

Nach der Schau wurde den Modewütigen dann auch noch die Möglichkeit geboten, das Tanzbein zu schwingen. Das dann aber ohne meine liebe Freundin, die sich erbarmt und mich begleitet hat.