Gesellschaft | 12.04.2010

Frühlingserwachen

Text von Seraina Manser | Bilder von Seraina Manser
Endlich! Die Tage sind vorbei, an denen wir fröstelnd an der Bushaltestelle stehen. Jetzt kommt die Zeit der Sonnenbrillen, Gänseblümchen und lauen Abenden. Allen Boardern zum Trotz: Der Frühling ist tausendmal besser als der Winter.
Alles blüht auf! Unsere Reporter inklusive.
Bild: Seraina Manser

Das Herz hüpft im Brustkorb, die Schmetterlinge flattern im Bauch, die Mundwinkel tendieren nach oben und alles dank der Frühlingssonne. Der Sonnenschein unterbindet nämlich den Abbau des Serotonins, desjenigen Stoffes, der in unserem Körper für Wohlbefinden sorgt. So fühlen wir uns glücklich und es ist uns leicht ums Herz.

Jetzt heisst-˜s wieder rauf aufs Velo, aufs Trotti oder in die Inliner. Im Frühling ist niemand auf den Bus angewiesen. Schneller geht’s dank der eigenen Muskelkraft. Ich persönliche singe ganz gerne lautstark spassige Lieder, während ich auf dem Drahtesel eine steile Strasse hinunterdüse. Wähne mich stets ungehört, doch die Blicke der Passanten sprechen für sich.

Erdbeeren, die Versuchung des Frühlings! Wer möchte da noch in einen morschen Lagerapfel beissen?

In den Kleiderläden herrschen nicht mehr nur Grau, Schwarz, Beige und Weiss. Nein, die Designer passen sich der blühenden Natur an. Gelb, Grün, Orange und Hellblau knallt einem aus jeder Ecke entgegen. Jetzt gilt es nur noch dem Schwarz Ade zu sagen und sich in Frühlingslook zu schmeissen.

Das Leben findet draussen statt: Die Cafés stellen ihre Stühle nach draussen, die Kinder malen mit Kreide Fantasietiere auf die Strasse und die Sonnenhungrigen fläzen sich auf dem Liegestuhl.

Man kann morgens länger liegen bleiben. Schliesslich hat man sich viel schneller angezogen, wenn man nur in Shorts, Shirt und eventuell leichte Frühlingsjacke steigen muss, anstatt sich in Schichten bestehend aus Strumpfhosen, Rollkragenpulli und Thermounterwäsche einzupacken. Pro Morgen kann man so fünf Minuten länger im Bett liegen bleiben, das macht pro Woche 35 Minuten und pro Monat 150 Minuten.