Kultur | 29.03.2010

Warum Engel Lift fahren

Text von Uwe Bieri | Bilder von Natascha Par.Ty
Im Vorfeld des Honkeytonk-Festivals hat sich ein Tink.ch-Reporter, auf die Suche nach der erfrischendsten lokalen Newcomerband der diesjährigen Ausgabe gemacht. Dabei ist er auf ein Engelharmonien-singendes-beatstampfendes-auf-Zuckerwatte-schwebendes-musikalisches Ding namens Natascha Par.Ty aufmerksam geworden.
Noch kein Ton zusammengespielt, aber posiert wird schon Mal wie für die erste Chartplatzierung. Das Bild für die Anmeldung zur Sprungfeder. Instrumente zerstören im Hobbyraum. Natascha Par.Ty von links nach rechts: Sabine (Bass,Vocals), Sophie (Drums,Vocals) und Lea (Vocals, Guitars).
Bild: Natascha Par.Ty

Wie seid ihr zusammen gekommen, wer hatte die Idee eine Band zu gründen?

Sabine: Also die Idee entstand eigentlich ganz spontan beim Mittagessen in der Mensa.

Lea: Jemand hatte plötzlich die Idee, an der Sprungfeder teilzunehmen.

Sophie: Eigentlich Sabine.

Sabine: Das ging alles sehr schnell. Ende August hatten wir die Idee, und am 12. September war schon Anmeldeschluss.

Sophie: Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keinen einzigen Song in unserem Repertoire.

 

Erzählt mir doch die Geschichte zu eurem Namen?

(Alle lachen)

Lea: Also, wir waren zusammen in einem Musical-Lager und wie es halt in Lagern üblich ist entstehen einzelne Gruppierungen. Wir drei und noch ein paar andere Kolleginnen hingen halt die ganz Zeit miteinander rum und haben Party gemacht und irgendjemand hat dann, keine Ahnung wer und weshalb, damit begonnen uns als Nataschas zu bezeichnen, plötzlich haben uns dann alle sogenannt.

Sophie: Es heisst auch niemand von uns Natscha und wir haben nichts gegen all die Nataschas dieser Welt, nur damit das einmal gesagt ist. (alle lachen)

Sabine: Aber der Name gefiel uns.

Sophie: Und der zweite Teil des Namens hat auch noch seine Bedeutung. Denn Par.Ty sollte eigentlich auch noch heissen: Für dich. Es ist ein Mix aus verschiedenen Sprachen. Auf italienisch heisst es “per te”, auf spanisch “para ti” und auf französisch “pour toi”. Es beinhaltet Elemente von all diesen Sprachen, ist aber doch keine wirkliche.

Lea: Es ist unsere eigene Sprache.

 

Nehmen wir an, euer Musikstil wäre ein Freizeitpark, wie würde dieser aussehen?

Sabine: Da wäre ein Karussell und gleich nebenan eine mega steile Achterbahn, mit Loopings und allem was dazu gehört.

Lea: Und alles müsste möglichst farbig sein, das ist ganz wichtig.

Sabine: Natürlich müsste es da auch viele Süssigkeiten geben.

Sophie: Colours and Candy (lacht).

 

Wie sieht bei euch der Entstehungsprozess eurer Lieder aus?

Sophie: Die Texte schreiben meist Sabine oder Lea und…. (Lea fällt ihr ins Wort)

Lea: Und auch die Akkorde.

Sabine: Hmm, aber nicht bei allen Liedern.

Sophie: Jedenfalls stammt das Grundgerüst meistens von der Gitarre, Sabine und ich improvisieren dann dazu, bis es sich gut anfühlt. Dann versuchen wir, den Song darauf basierend zu arrangieren.

 

Sind euch die Texte wichtig oder steht vielmehr die Musik im Vordergrund?

Lea: Ich habe das Gefühl, dass sie jetzt langsam anfangen, wichtig für uns zu werden. Zu Beginn habe ich einfach irgendwelche Texte geschrieben.

Sophie: Wir sprechen jetzt auch vielmehr gemeinsam über die Texte.

Sabine: Hach, Herzschmerz (lacht).

Sophie: Daran merkt man, dass wir uns weiterentwickelt haben. Am Anfang mussten einfach schnell Texte her, weil wir uns so kurzfristig für die Sprungfeder angemeldet hatten.

 

Denkt ihr, dass es bei Veranstaltern einen Einfluss hat, dass ihr eine Frauenband seid?

Sabine: Das haben wir uns auch schon überlegt und ich denke schon, dass es einen Einfluss hat.

Lea: Es gibt halt einfach auch Vorurteile. Leute die behaupten: “Ah, eine Frauenband: Sie wollen eh nur einfach ein bisschen auf der Bühne stehen und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ihnen geht es nicht wirklich um die Musik.”

Sophie: Aber es hat sicher auch seine Vorteile, da die meisten Bands vorwiegend eine männliche Besetzung aufweisen, stechen wir ein wenig aus der Menge.

 

Ihr seid ja bekannt für eure lustigen Bühnenoutfits, wie kam es dazu?

Sophie: Da ist eigentlich auch wieder die Sprungfeder daran Schuld. Denn der Anmeldung musste ein Bandfoto beigelegt werden.

Sabine: Also haben wir zuerst einmal über das Outfit gesprochen.

Lea: Genau, zuerst die Outfits, dann die Fotos.

Sabine: Und danach haben wir angefangen, uns Gedanken über die Musik zu machen (alle lachen).

 

Gibt es vor den Auftritten spezielle Rituale, die ihr immer durchführt?

Sabine: Wir singen, und spielen uns vor den Konzerten immer “unplugged” ein.

Sophie: An der Sprungfeder war es ganz cool, dort haben wir uns im Treibhaus-Lift eingespielt. Wir fuhren also die ganze Zeit rauf und runter. Die Zusammensetzung der Zuschauer hat sich von Etage zu Etage verändert, einmal war sogar die Jury mit uns im Lift (alle lachen).

 

So und zum Schluss habe ich für euch noch ein paar Klischee vorbelastete Entweder-oder-Fragen vorbereitet.

Pokerface oder Smells like teenspirit?

Natascha Par.ty: Pokerface.

 

Eher einen Auftritt am Wacken Openair oder beim Musikantenstadl?

Natascha Par.ty: Musikantenstadl, weil die Zuschauer dort so begeistert mitschaukeln (lachen).

Sabine: Am Wacken würden die uns mit Tomaten bewerfen.

 

Lippenstift oder Flaschenöffner?

Natascha Par.Ty: Flaschenöffner.

 

Pete Doherty oder Amy Winehouse?

Lea und Sophie: Amy Winehose.

Sabine: Hier muss ich einfach für Pete stimmen.

 

Flohmarkt oder Boutique?

Natascha Par.Ty: Flohmarkt.