Gesellschaft | 29.03.2010

Reise ins unbekannte Land

Text von Jessica Friedli
Tote Hühner, halb gerupft in einer Schüssel - zum Essen natürlich, was sonst? Der Boden ist dreckig, die Tische sind mit Plastikfolien bedeckt anstelle von Tischtüchern. Draussen sind 30 Grad Celsius und es herrscht eine Luftfeuchtigkeit von circa 70%. Aber Moment mal, beginnen wir doch am Flughafen Zürich. Dem Startpunkt für die bisher längste Reise meines Lebens: die Reise nach Thailand.
Thailand ist fast zu vielseitig, um es in 5 Wochen zu bereisen.

Es ist Nachmittag, hunderte von Menschen aus nah und fern befinden sich inmitten der riesigen Hallen des Zürcher Flughafens. Einchecken, Zoll, Durchsu­chungen der Handta­schen, jeder muss sich dieser Prozedur unterzie­hen. Und wehe man trägt spitze Gegenstände oder Flüssigkeiten irgendeiner Art bei sich. Dann heisst es nämlich “Adios” und das geliebte Deo oder die un­entbehrliche Nagel­feile sind weg. Nun weiter ins Flugzeug; die Gänge sind eng, die Sitze noch mehr und schon jetzt fürchtet man sich vor den bevorstehenden zehn Flugstunden. Mit viel Schlaf und einem grossen Haufen Filmen vergeht die Zeit dann trotzdem. Zwar nicht wie im Fluge, aber irgendwie brachten wir die endlos wirkenden Stunden hinter uns.

Fremde Eindrücke

Nun, endlich angekommen, begeben wir uns noch auf eine 30-Minütige Autofahrt, um dann endlich beim kleinen Häuschen anzukommen – knallgelb, doch wunderschön. Nach ausgiebigem Einnisten und Um­- und Aufräumen machen wir uns auf den Weg, um das noch unbekannte Land zu erforschen. Und was es hier nicht alles zu sehen gibt: das weite Meer, die Strandpromenade, den Markt, die Einkaufszentren, die Flora und Fauna, einfach alles ist neu und faszinierend!

Doch es gibt auch die weniger schöne Seite des Landes; heruntergekom­mene Häuser, streunende Hunde und arme Leute. Arm und Reich, Haustür an Haustür. Aber selbst diese traurigen Anblicke können uns nun nicht stoppen. Weiter geht es in die thailändischen Tempel. Halbnackt wie wir wegen der Affenhitze natürlich waren, darf man die heiligen Gemäuer nicht be­treten. Doch die Thailänder kennen die Fauxpas der Touristen zur Genüge und halten Tücher bereit, die man sich umbinden muss, um danach auszusehen wie eine Hip­pie-Grossmutter. Doch es lohnte sich, die Aussicht war wunderschön und die mit Gold geschmückten Bauten strahlten in der thailändischen Sonne.

Müssiggang
Viel Essen, viel Einkaufen und natürlich ständiges Son­nenbanden sind hier Standard. Auch Elefantenreiten steht auf dem Programm. Ich habe noch nie ein so gemütliches Tier wie dieses gesehen. Unser Elefant läuft langsam und lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen, er geniesst einfach nur sein Dasein. Meiner Meinung nach könnte sich jeder Mensch eine Scheibe davon abschneiden.

Auch das Baden im Meer, (oder soll ich eher “ertrin­ken” sagen?) ist ein Spektakel. Die Wellen sind riesig und werfen die vielen badenden Touristen jedes Mal zu Boden, bis diese dann völlig irritiert und Wasser spuckend wieder auftauchen. Am Ende unserer Planscherei geniessen wir den Sonnenuntergang mit Blick aufs Meer. Noch nie habe ich etwas Majestäti­scheres erlebt als die Sonnenuntergänge in Thai­land. Viel zu bald neigt sich unsere Reise dem Ende zu und so machen wir uns nach fünfwöchigem Aufenthalt, mehreren Sonnenbränden und vielen neuen Kleidern wieder auf den Weg in die Schweiz.

Und es wäre ja nicht so, dass man aus den Fehlern lernt, welche man bei der Hinreise beging, nein! Son­nencrème und Deodorant, weg! Na ja, die wunderbaren Erinnerungen und die eindrücklichen Erlebnisse blei­ben für immer in unserem Gedächtnis, auch ohne die Kosmetikartikel.