Kultur | 12.03.2010

Kurze Filmpausen für den Alltag

Text von Ruzica Lazic
Das Konzept Box[ur]shorts bringt den Filmgenuss auf die Strasse. Kurzfilme können im Café geschaut werden oder versüssen die Wartezeit beim Coiffeur.
Festivaldirektor Giacun Caduff stellt das Konzept von Box[ur]shorts vor. Fotos: Johannes Dietschi. Box[ur]shorts bietet eine Auswahl von Kurzfilmen auf Knopfdruck.

Im Lieblingscafé ist die Zeitung schon fertiggelesen, die Wähe schon weggeputzt. Was nun? Das Konzept Box[ur]shorts versüsst dem heutigen Schöngeist die kleine Langeweile mit knackigen Kurzfilmen aus der Box. Diese stehen an viel frequentierten Plätzen und wollen gesehen werden. Und wieso? Giacun Caduff, Projektgründer, Basler und Jungregisseur: „Ausser den Festivals gibt es fast keine Plattformen für Kurzfilme. Unser Ziel ist ein Netzwerk zu kreieren.«

Caduff liess sich von seinem malenden Onkel inspirieren. Der hatte seine Bilder auf Menutafeln von Restaurants – ebenfalls im öffentlichen Raum – installiert. Das Konzept war Box[ur]shorts war im Jahr 2006 noch rudimentäre Technik in einer Kiste und einem LCD Bildschirm vornedrauf. Inzwischen begann das Reszept zu greifen: Aufgestellt wurden die Boxen anfänglich in Los Angeles. Es folgten New York, Atlanta und das Sundance Festival in Park City.

Goldene Boxershorts als Hauptpreis

Jedes Jahr werden in den Boxen etwa fünfzig Filme gezeigt, die Filmemachern eingereicht werden. Nicht jeder Film wird gezeigt – Klasse statt Masse ist die Devise. Deshalb veranstaltet Box[ur]shorts auch jährlich eine Preisverleihung, an der eine goldene Boxershorts an den besten Film und seine Macher geht. Meltdown, eine Komödie des amerikanischen Regisseurs David Green, gewann den ersten Preis vom vierten Box[ur]shorts.

Im Podium der Jugendfilmtage feierte Box[ur]short Schweizer Premiere. Die Idee kam beim Publikum gut an: Ein witziger Film im richtigen Moment dürfte auch in der Schweiz gefallen.

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