Kultur | 22.03.2010

“Es ist, als wären wir nackt auf der Bühne”

Text von Sarah Wyss
Die finnische Erfolgsband spielte in Winterthur eine akustische Show im kleinen Rahmen. Im Interview verraten sie, was sie von so viel Intimität halten.
Musikalische Intimität: Auf der Bühne in Winterthur war jeder Ton zu hören. Fotos: Stefanie Pfändler Samu: "Ich hatte Angst, dass die Fans uns nicht mehr hören möchten."

Vor dem Konzert konnte Tink.ch mit Sunrise Avenue Gitarrist Riku und Sänger Samu sprechen.

Riku, willkommen in der Schweiz. Gestern war euer erstes von drei Konzerten, in Solothurn. Wie lief es für dich?

Riku: Es war eine grossartige Show. Die Atmosphäre im Raum (im Kofmehl, Anm. d. R.) war sehr gut. Es ist cool, den Fans so nahe zu sein beim Spielen.

Wie gross ist für dich der Unterschied, ob du auf der E-Gitarre oder der akustischen Gitarre spielst?

Riku: Ach, Hauptsache, ich kann Gitarre spielen (lacht). Nein, im Ernst. Mit dem akustischen Set ist es, als wären wir nackt auf der Bühne. Man kann jeden falschen Ton hören und es gibt falsche Töne bei uns (lacht).

Du bist nicht von Anfang an in der Band. Wie gefällt dir die Zeit mit Sunrise Avenue?

Riku: Ja richtig, ich bin seit 2007 dabei. Es gefällt mir sehr gut. Ich kann machen, was ich am besten kann und das ist Gitarre spielen.

Auf der Bühne habt ihr immer sehr viel Spass. Wird es für dich manchmal auch zum Job?

Riku: Nein, ich glaube, wenn ich das, was ich mache, als Job bezeichnen würde, müsste ich aufhören.

Nun seid ihr für drei Tage in der Schweiz. Habt ihr etwas von unserem Land gesehen?

Riku: Wir haben leider keine Zeit. In Solothurn konnte ich die Sonne geniessen und draussen im T-Shirt Gitarre spielen. Das war herrlich! Von Winterthur haben wir erst den Bahnhof gesehen (lacht).

Nach einiger Zeit kommt auch Sänger und Frontmann Samu zur Band. Er leidet unter starkem Heuschnupfen und blieb etwas länger im Hotel.

Hallo Samu, geht es dir etwas besser?

Samu: Nein, ich bin wirklich etwas krank. Der Schweizer Frühling setzt mir richtig zu.

Nur drei Monate nach eurem letzten Konzert seid ihr mit eurer Akustik-Tour zurück…

Samu: (unterbricht) Ja, ich hatte auch etwas Angst, dass die Fans uns nicht schon wieder hören möchten. Umso mehr freut es mich, dass die drei Konzerte ausverkauft sind.

Auf der jetzigen Tour spielt ihr auch viele alte Songs. Ist es nicht schwierig, diese neu zu arrangieren?

Samu: Doch, für mich, der die Lieder geschrieben hat, schon. Nicht bei allen finde ich sofort einen neuen Ansatz. Doch viele neue Arrangements stammen von Riku. Ich muss mich während des Konzerts sehr konzentrieren, dass ich nicht plötzlich in alte Muster falle. Aber dieses akustische Set ist für mich wie ein Heimkommen. So hat es angefangen mit Sunrise Avenue – zwei Männer mit einer Gitarre. Und so fühle ich mich auch sehr wohl.

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