Kultur | 15.03.2010

Die Jury liess den Panther springen

An den 34. Schweizer Jugendfilmtagen wurden am Sonntag fünf Filme mit dem "Springenden Panther" ausgezeichnet.
Der Panther sprang zu... "Shy Guy" "50090" "Station Tösstal" "Televator Feelings" "Fragmented Rhythms".
Bild: Schweizer Jugendfilmtage

Die Jury hat entschieden. Die fünf Gewinner der Schweizer Jugendfilmtage im Überblick:

Kat. A (-16 Jahre): „Shy Guy“ von Sandro Rossi, Marco Hunkeler, Nicola Bruni und Dominik Dellenbach:

„Der Sieger der jüngsten Kategorie besticht mit einem wunderbaren Drehbuch. Gepaart mit dem selbstironischem Spiel der Protagonisten trägt es mit Leichtigkeit über einzelne gestalterische Mängel hinweg. Die Geschichte beschränkt sich auf das Problem des schüchtern Verliebten und seines frechen Freundes, dafür klauen Regie und Schnitt ohne falsche Scham bei bewährten Vorbildern.Vielversprechendes Handwerk im Wachstum.“

Kat. B (Filme zum Thema Nachhaltige Entwicklung): „50090“ von Jugendarbeit Meilen:

„Der direkte Bezug von Konsumprodukten zur Menge des bei ihrer Herstellung verbrauchten Wassers wird überraschend und eindrücklich visualisiert. Die FilmemacherInnen haben es geschafft, die komplexe Themenvorgabe „Nachhaltige Entwicklung“ nicht nur zu erfüllen und die Problematik aus dem eigenen Alltag heraus sichtbar zu machen, sie unterlaufen die Vorgabe zugleich mit Humor und unbändiger Energie.“

Kat. C (-19 Jahre): „Station Tösstal“ von Antonin Wittwer:

„Ein Dokumentarfilm, der die männlichen Jugendlichen rund um ihren Treffpunkt an der Bahnstation herum nicht von aussen, sondern auf Augen- und Ohrenhöhe betrachtet.

Selbstbilder und Attitüden werden in „Station Tösstal“ nicht in Frage gestellt, aber ohne Scheu hinterfragt. Gefilmt wurde mit vorhandenem Licht, Ausleuchtungsprobleme wirken sich positiv auf die intime Atmosphäre aus. Der Schnitt sorgt souverän für Struktur.“

Kat. D (- 25 Jahre): „Televator Feelings“ von Augustin Rebetez:

„Der Siegerfilm der Kategorie für die 21- bis 25Jährigen ist eine improvisierte Wand-, Boden-, Raum- und Ganzkörperanimation mit Punkrock- und Graffiti-Attitüde.

Die Energie der weder ästhetisch noch räumlich eingegrenzten Zeichen-, Knet- und Malbewegung ergänzt die aggressive Musik zu einer pulsierenden Implosion auf der Leinwand. „Televator Feelings“ ist ein Film, der seinem eigenen Anspruch vollauf gerecht wird.“

Kat. E (- 30 Jahre, Filmschulen): „Fragmented Rhythms“ von Cyril Gfeller:

„Das Porträt des Lucien Dubuis Trios und seiner Musik schafft den Spagat zwischen illustrierender Mimikry der Musik und ihrer visuellen Umsetzung und Weiterführung. Dabei spielt die Offenheit und gleichzeitige Erklärungsverweigerung der Musiker eine wesentliche Rolle.

Der Film nähert sich ihrer Spiellust und dem Geheimnis der Kraft ihrer Musik mit verspieltem Witz, neuen Bildeinfällen und ebenso viel Neugier wie Begeisterung.“

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