Gesellschaft | 01.03.2010

“Das Modebusiness steht nie still”

Stephanie Asi Brix hat Jay-Z, Alicia Keys, Will Pharell und sogar Beyonce schon getroffen, und ist trotzdem kein Stück eingebildet. Während der Kopenhagener Fashion Week warf Tink.ch einen Blick in die Welt des dänischen Modells.
Bild: Nikolaj Sebastian Bondgaard Fotos: Jacob Langvad Screenshot aus dem Videoclip "Empire State Of Mind"

Wann hast du angefangen zu modeln?

Ich war gerade mal zwei Jahre alt. Eine Modellagentur hatte meine Mutter angefragt, ob ich nicht gerne Modell werden würde.

Woher kommt dein Interesse an Mode? Was findest du so faszinierend daran?

Das Modebusiness steht nie still. Nichts bleibt gleich. Daher muss man auf Trab sein, um mitzukommen. Ausserdem liebe ich es, wie man sich durch Mode ausdrücken kann. Das Modeln eröffnet mir zudem die Möglichkeit, andere Menschen zu beeinflussen.

Es gibt so viele verschiedene Berufe, die mit Mode in Kontakt stehen. Warum wolltest du gerade Modell werden?

Naja, als ich noch klein war, habe ich das Ganze wohl als eine Art Spiel gesehen. Als ich dann älter wurde, gefiel es mir einerseits, weil es mir Spass macht zu modeln, und andererseits, weil ich durch diesen Beruf viele neue und interessante Leute kennenlerne und die Chance bekomme, rund um die Welt zu reisen. Ich mag es auch, dass man nicht nur mit anderen Menschen arbeiten muss, sondern auch seinen eigenen Körper sehr gut kennen muss.

Was für Jobs konntest du bis jetzt an Land ziehen?

Zum Glück relativ viele. (lacht) Einige der Jobs, die ich kürzlich gemacht hattee, waren Werbungen für eine Telefongesellschaft und Körperhygieneprodukte und ausserdem einige Musikvideos. Mein letzter Job war ein Shooting für den neuen Videoclip zu “Empire State Of Mind” von Jay-Z und Alicia Keys. Das war eine unglaubliche Erfahrung.

Es gibt immer wieder Diskusionen darüber, dass viele Modells viel zu dünn sind, und es auch sein müssen, um erfolgreich zu sein. Wie denkst du über dieses Thema? Ist es schwer, Jobs zu bekommen, wenn man zwar dünn ist, aber nicht bloss aus Haut und Knochen besteht?

Ich finde es sehr wichtig, dass über dieses Thema diskutiert wird, da viele Modells wirklich viel zu dünn sind. Doch natürlich muss man dünn sein, um als Model Erfolg haben zu können. Das ist Teil des Jobs und es macht die ganze Sache exklusiver. Ausserdem denke ich, dass besonders Designerkleider oft so gemacht sind, dass sie an dünnen Menschen einfach besser aussehen. Aber man sollte schon nicht nur aus Haut und Knochen bestehen. Das ist eindeutig zu dünn.

Es gibt weltweit extrem viele junge Mädchen, die davon träumen, Modell zu werden. Hast du einen Ratschlag, den du diesen Mädchen geben möchtest?

Mein Ratschlag für alle, die Modell werden möchten, lautet: Arbeitet hart und gebt nicht sofort auf, wenn ihr einmal zurückgewiesen werdet oder scheitert. Und dabei dürft ihr nie vergessen, euch selbst treu zu bleiben. Ausserdem tut nie etwas, wobei ihr euch nicht wohl fühlt, egal was es ist. Und nicht zu vergessen: Habt Spass an dem, was ihr tut.

Hast du es je bereut, diesen Beruf gewählt zu haben?

Bisher nicht. Dieser Beruf hat mir so viel ermöglicht.

Findest du es wichtig, sich als Modell auch noch andere Möglichkeiten offen zu halten, und daher mindestens einen richtigen Schulabschluss zu haben?

Etwas, das man nie vergessen darf, wenn man Modell werden möchte, ist, dass man das nur für eine relativ kurze Zeitspanne sein kann. Modell ist kein Job fürs Leben, das ist die negative Seite am kurzlebigen Modebusiness. Daher sollte man sich darüber Gedanken machen, was man nachher machen möchte.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Ich habe gerade einen Plattenvertrag bekommen und begonnen, meine eigene Musik zu machen. Mein erstes Album wird in Dänemark noch dieses Jahr erscheinen. Doch irgendwann möchte ich auch Stylistin werden, da Mode immer ein wichtiger Teil von mir sein wird.

Zum Schluss noch eine etwas persönliche Frage, wenn du erlaubst. Kannst du von deinem Einkommen als Modell leben oder hast du noch andere Jobs?

Ich habe nie Vollzeit als Modell gearbeitet, sondern immer noch andere Jobs nebenbei gehabt, zum Beispiel in einem Nachtklub. Daher hätte mein Einkommen vom Modeln alleine wohl nicht zum Leben gereicht. Musste es allerdings auch nicht. Wenn man jedoch Vollzeit als Modell arbeitet, kann man davon durchaus leben.

Vielen Dank für deine Zeit! Ich bin sicher, wir werden in der Zukunft noch von dir hören, oder zumindest sehen.

Es war mir ein Vergnügen. Naja, ich hoffe es zumindest. Und wer weiss, vielleicht schaffe ich es mit meiner Musik eines Tages, auch in der Schweiz bekannt zu werden. (grinst)