Gesellschaft | 08.03.2010

Das internationale Jahr 2010…

Text von David Naef
Die Temperaturen steigen, der Schnee schmilzt und die ersten Blümchen spriessen aus dem Boden. Es ist Frühling im internationalen Jahr der Biodiversität. Es ist Zeit, einen Blick auf die biologische Vielfalt in der Schweiz zu werfen.
Fotos: Céline Graf

Biodiversität ist ein Begriff, der sich mit nur sechs Wörtern definieren lässt: Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens. Grob lässt sich die Biodiversität in drei Kategorien einteilen. Die Vielfalt der Ökosysteme beinhaltet Lebensräume wie Seen, Wälder, Gletscher, Wiesen und mehr. Weiter folgt die Vielfalt der Arten: von Pflanzen über Pilze und Insekten bis hin zu Mikroorganismen und Tieren. Zum Schluss werden die Arten in ihre Rassen und Sorten aufgeteilt. Schlauer? Nein? Dann von vorne.  

Weltkonferenz zur biologischen Vielfalt  

1992 trafen sich die Vereinten Nationen (UNO) an einer Konferenz zu Umwelt und Entwicklung in Brasilien. Damals kam das erste weltweite Abkommen zur biologischen Vielfalt zustande. Der Wille war gross, die Biodiversität zu schützen und fördern. Mehr als 150 Regierungen unterzeichneten die Konvention. Drei wichtige Ziele beinhaltet der Vertrag: Die Biodiversität soll erhalten werden und nachhaltig gestaltet. Vor allem aber soll sie für alle den selben Nutzen bringen.  

Und heute? Eine ernüchternde Bilanz  

Im Dezember 2006 erkor die UNO-Generalversammlung das Jahr 2010 zum Jahr der Biodiversität. Eine Wahl mit Bedeutung: Bis in diesem Jahr haben sich die Länder, die 2006 die Konvention mit unterzeichnet haben, ehrgeizige Ziele gesetzt. Doch die Bilanz fällt ernüchternd aus.  

Auch in der Schweiz. 90 Prozent der Auen sind in den letzten Jahrzehnten verschwunden. Die Anzahl Trockenwiesen ist um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen. 18 Prozent der Moosarten in der Schweiz sind bedroht. Das, um nur einige Zahlen zu nennen. Doch welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen auf unser Leben?  

Die Biodiversität ist nicht etwa da, um den Behörden mehr Arbeit zu machen. Vielmehr stehen uns dank ihr unzählige Ressourcen und Möglichkeiten zur Verfügung, das Leben angenehmer zu gestalten. Wurzeln festigen unseren Boden und verhindern Erdrutsche. Pflanzen kompensieren Treibhausgase aus der Atmosphäre und regulieren unser Klima, stellen aber auch Arzneistoffe bereit. Je mehr die Biodiversität vernachlässigt wird, umso weniger herrscht Gleichgewicht in unserer Natur.  

Mögliche Ursachen  

Gründe für diese Verarmung der Vielfalt sind Veränderungen in der Umwelt. Veränderte Umweltbedingungen können ganze Lebensräume und Arten zum Verschwinden bringen. Beispielsweise werden viele Pflanzen durch die Landwirtschaft verdrängt, weil nur ganz bestimmte Pflanzenarten von den reichhaltigen Nährstoffen profitieren. Auch die Zerstückelung der Lebensräume durch Eisenbahnlinien, Strassen oder Siedlungen zerstört die Biodiversität.

Jahr der Biodiversität


In der Schweiz, in Bern speziell im Botanischen Garten, finden ab Frühling 2010 Veranstaltungen rund um die Biodiversität statt. Weitere Informationen dazu findest du bei den Links.

Links