Spielen wir wieder Verrückte?

Als Bühnenbild hatten sie lediglich einen Raum, in welchem sich ein Sofa, ein Sessel und ein Tisch befanden. Alles was sich in Nebenraum abspielte, wurde als Schattenspiel gezeigt.

Das Drama drehte sich um eine Irrenanstalt, in der sich drei Physiker befinden: Sir Isaac Newton, Prof. Albert Einstein und Möbius. Jeder dieser Physiker verliebte sich in eine der Krankenschwestern, die sie betreute. Herr Newton erdrosselte Schwester Dorothea und drei Monate später ermordete Einstein die Schwester Irene. Daraufhin kam der Inspektor, die Polizei und der Gerichtsmediziner in die Irrenanstalt. Und in diesem Trubel kam noch die geschiedene Frau von Möbius auf Besuch mit ihrem neuen Mann, dem Missionar Rose und der Tochter Luzia, um für immer Abschied zu nehmen und auf die Marianen im stillen Ozean zu gehen. Möbius wollte den Abschied kurz halten und als Mr. Rose behauptete, alle Psalmen von “dem grossen König Salomo” zu kennen, rastete Möbius aus, da dies eine Beleidigung gegen den König Salomo, der ihm immer begegne, sei. Möbius begann dem Mr. Rose alle physikalischen Psalme vom König Salomon in einer gewaltigen Lautstärke zu zitieren. Die Oberschwester und Schwester Monika bemerkten dies und kamen dem Missionarenpaar zu Hilfe. Wenig später gesteht Schwester Monika Möbius ihre Liebe zu ihm. Einstein befahl der Schwester zu fliehen. Als diese nicht auf Einstein hören wollte, kam es zum dritten Totschlag in der Irrenanstalt.

Fazit


Ein Besuch hat sich gelohnt, denn selbst die Liebste und der Leiseste sind plötzlich zu "anderen Menschen" geworden.

Beam Me Up, Scotty!

Bald ist es soweit. Das wahrscheinlich wichtigste Experiment der Geschichte geht in die heisse Phase. Am 30. März 2010 werden im europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf Resultate erwartet, die einen tiefen Einblick über die wissenschaftliche Frage schlechthin geben sollen: Wie ist das Universum entstanden? So gewichtig wie dieses Problem ist auch die verwendete Hardware. Der Large Hadron Collider (LHC) ist ein gigantischer unterirdischer Teilchenbeschleuniger und die größte und wahrscheinlich teuerste Maschine der Welt. Die Szenarien, die sich mit deren Hilfe darstellen lassen, sollen dem Moment des Urknalls ähneln. Durch dessen Rekonstruktion erhoffen sich die Herren in den weissen Kitteln folglich den tiefstmöglichen Blick in die Vergangenheit und den Ursprung allen Lebens.

Über die vergangenen 17 Jahre hat sich weltweite die crème de la crème von Physikern und Ingenieuren mit diesem Technikmonster befasst. Am 30. Oktober 2009 – nach einer monatelangen Serie von Pannen, Reparaturen und Aufschiebungen – wurde es schließlich zum Leben erweckt. Weitere fünf Monate dauerte es, um es auf Höchstleistung zu trainieren. Nun ist es also aufgewärmt und in den Startlöchern. Die unendlichen Weiten des Universums werden sich uns erschließen und ein neues Zeitalter wird anbrechen. Es sei denn der Computer stürzt wieder einmal ab.

Live-Reportage


Tink.ch-Reporter Matthias Rüby ist live dabei und wird auf Tink.ch über den weiteren Verlauf des Experimentes berichten. Reinklicken lohnt sich.

Warum schläft die SP?

Letzten Sonntag durfte die Sozialdemokratische Partei Schweiz einen Wahlerfolg verbuchen. Sie konnte ihre drei Berner Regierungsräte behalten und damit die linke Mehrheit in der Exekutive sichern. Dieser Sieg kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sozialdemokratische Köpfe immer häufiger an der Urne abgestraft werden. Die SP ist nicht mehr attraktiv.

 

Wo liegen die Probleme? Das politische Klima ist jetzt ideal für wirtschaftskritische Themen. Die Banken benutzen immer noch dieselben perversen Finanzinstrumente, die 2008 hunderte Milliarden vaporisierten. Bonuszahlungen und interne Anreizsysteme fördern immer noch kurzfristige, hochriskante Investitionen. Kurz: Es hat sich seit dem Crash nichts verändert. In einem solchen Umfeld schreien linke Politiker nach Regulierung und Strukturreform – würde man meinen. Unsere SP jedoch ist kaum aufgefallen mit Äusserungen zum Finanzdebakel. Die Empörung über Wirtschaftsexzesse ist bei der Bevölkerung gross. Mit einem pointiert wirtschaftskritischen Auftreten und konkreten Reformvorschlägen könnte die SP viele Wähler mobilisieren.

 

Hier drei Gründe, weshalb sie es nicht tut:

1. Ihre Positionen sind unscharf. Da die Partei kaum eigene Akzente setzt, wird ein klares Profil der SP nicht deutlich. Die Genossen verpassen es oft, mit eigenen Ideen die Themen zu setzten. Neben der Bankenreform stellten auch die Transparenz der Geldflüsse im Lobbyismus und der Parteifinanzierung Themen dar, die viel politisches Potential enthalten. Eine einheitliche und starke Bearbeitung dieser Themen würde das Profil der SP schärfen. Die Tatsache, dass sich das offizielle Parteiprogramm der Genossen praktisch mit demjenigen der Grünen Partei deckt (Starker Sozialstaat, gesellschaftlich liberale Positionen, Umweltschutz), ist auch nicht gerade identitätsstiftend.

 

2. Sie sind schlechte Kommunikatoren. Während die Parolen der SVP locker den Atlantik überqueren, schaffen es die Positionen der SP kaum über den Röstigraben. Natürlich sind politische Prozesse und Inhalte oft kompliziert. Das heisst aber nicht, dass sie nicht verständlich kommuniziert werden können. Vereinfachung ist durchaus erlaubt.

 

3. Ihnen fehlen überzeugende Köpfe. Fragt man nach einer fähigen Persönlichkeit im roten Lager, hört man oft den Namen „Daniel Jositsch“. Tatsächlich vereint der Nationalrat grosse Intelligenz mit dem Talent, angriffig argumentieren zu können. Doch über Jositsch hinaus erweist sich die Suche nach überzeugendem Personal als schwierig (Vorschläge an joel.meier(at)tink.ch).

 

Die Schweizer Sozialdemokraten müssen aus ihrem gemütlichen Winterschlaf aufwachen und aggressiver politisieren. Ein wahnwitziger Finanzsektor und steigende Fremdenfeindlichkeit im Land zeigen: sie werden gebraucht.

Ska-Ländler, Funk und Kirchenmusik

Mittwoch, 31. März, Gare de Lion, Wil

Wer es trotz der Flucht vor der Verwandtschaft immer noch urchig und gemütlich haben will, der sollte am 31. März im Gare de Lion vorbeischauen. Die Kummerbuben spielen Schweizer Volkslieder. Das ist an sich nichts Besonderes, nachdem die grosse Heidi-Welle über unser Land gefegt ist und haufenweise neue Jugendjodelchörli ans Land gespült hat. Doch nur die Kummerbuben machen sich mit Ska-Rhythmen an die düstere Seite des Schweizer Liederguts heran und zeigen, dass auch bei uns nicht immer alles Judihudigeissepeter war.

2. April, 17.30 Uhr, Schutzengelkappelle

Wer doch nicht ganz auf Osterklänge verzichten möchte, dem sei das Osterkonzert der St. Galler Dommusik am Karfreitag empfohlen. In der Schutzengelkappelle spielen sie das “Stabat Mater” von Giovanni Battista Pergolesi, in der Version nach Johann Sebastian Bach. Das “Stabat Mater”, ein mittelalterliches Gedicht mit unbekanntem Verfasser, wurde seit seiner Niederschrift von unzähligen Komponisten neu vertont. Da muss doch etwas dran sein!

2. April, 21.30 Uhr, Grabenhalle

Musikalisch vielseitig geht es am Karfreitag weiter, wenn in der Grabenhalle die bestplatzierten Bands des letztjährigen BandX-Wettbewerbs zum Konzert laden. Von Funk über geradlinigen Rock hin zu Indie kriegt man einiges in die Ohrmuschel rein. Es spielen die Lakeside Runners, Flunk’d, GM Three, sowie die Sieger des BandX 2009, la Rétrospective. Begonnen wird um 21.30 Uhr und vor 3 Uhr wird wohl niemand nach hause kommen.

Bis 11. April, Naturmuseum St. Gallen

Die Ostereier immer zu suchen ist, zugegeben, ziemlich langweilig. Schliesslich verstecken sie die Eltern jedes Jahr in der Schlafzimmerkommode unter der Bettwäsche. Ein Besuch im Naturmuseum St. Gallen lohnt sich da schon eher. In der Sonderausstellung zur Osterzeit findet man dort nämlich einen Haufen Eier, ohne sie suchen zu müssen: Kleine, grosse, einheimische und seltene Eier. Dabei lernt man auch viel mehr, als wenn man sie einfach verspeisen würde. Auch am Ostermontag offen.

Vom 7. bis 11. April, OLMA-Gelände

Wer nach diesem intensiven Osterprogramm genug Schoggi-Goldhäsli fürs ganze Jahr gesehen und gegessen hat, kann sich an der OFFA, der Ostschweizer Frühlings- und Trendmesse, informieren, was ihn im weiteren Verlauf des Jahres noch erwarten wird. Ob man dabei lieber an der Modenschau die kommenden Trends begutachtet, sich in der Bücherecke verkriecht oder ein kräftiges Pferd für seine Stallungen sucht, hängt dann von den eigenen Interessen und finanziellen Möglichkeiten ab. Auf jeden Fall ist auch in diesem Jahr, vom 7. bis 11. April, wieder für jeden etwas dabei.

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Wenn eine Stadt zum Festivalgelände wird

Das zum grössten Musikfestival der Welt gewachsene SXSW präsentierte dem Publikum fast 2’000 Bands auf rund 100 Bühnen aus Pop, Rock, Elektro, Folk und vielem mehr. Dazu nahmen die Bands schlichte gesagt die ganze Stadt in Beschlag. Konzerte fanden hinter jeder Türe, vor jedem Haus, in jedem Garten und an jedem anderen erdenklichen Ort statt.

Nicht europäisch

Der offizielle Teil der Konzerte waren mehrheitlich auf Indoor-Clubs und -Bars verteilt, so dass nicht das bekannte europäische Festivalgefühl aufkommen wollte und die Besucher nicht mal schnell zwischen Bühnen spazieren konnten. Jeder Lokalwechsel war erneut mit einer Einlasskontrolle verbunden. So waren längere Wartezeiten zumindest abends und vor den beliebteren Lokalen keine Seltenheit. Entweder weil das Lokal schon voll war, die Alterskontrolle seine Zeit dauerte oder aber weil ein Platz auf der Gästeliste und dessen langwierige Kontrolle kostenlosen Eintritt ermöglichte. Viele Veranstaltungen konnten jedoch auch ohne den sehr teuren Musikpass beziehungsweise die Tageseintritte besucht werden. Dazu musste der Festivalbesuch gut geplant werden, um auf die zahlreichen Gästelisten zu gelangen. Panik konnte aber meist unterbleiben, denn die Musik war ganz allgemein auf einem sehr hohen Niveau, so dass ein einfacher Gang durch die Strassen und die Klubs immer mal wieder ein musikalisches Juwel zu Tage fördern konnte.

Stadt als Festivalgelände

Zahlreiche andere Lokale haben sich inoffiziell am Festival beteiligt, in dem sie ihren Garten, einen verlassenen Parkplatz oder ein leerstehendes Haus kurzerhand zum Club umfunktionierten. Die Innenstadt war somit zu einem riesigen Festivalgelände angewachsen, auf dem ein Fussmarsch in jede Richtung einer Entdeckungsreise musikalisch und bezüglich der Lokale glich. Das Festival konnte von einer Stadt profitieren, die das ganze Jahr über eine beachtliche Dichte an Lokalen für Musik aller Art aufweist.

Die kaum mehr überschaubaren Konzerte waren meist als Showcases gehalten, dauerten also gerade mal knapp 20 Minuten. So konnten innert kurzer Zeit zahlreiche Konzerte geschaut und gehört werden, was jedoch an die Aufnahmefähigkeit der Besucher eine besondere Hausforderung stellte. Nicht ganz grundlos empfiehlt das Festival den Besuchern zwar einen Plan, ohne sich jedoch dann tatsächlich daran zu halten. Auch die Technik war dieser aussergewöhnlichen Stresssituation nicht immer gewachsen. Vom Stress der einzelnen Bands zu schweigen, die zwischen ihren Shows teilweise kaum Zeit hatten, ab- und aufzubauen. Durch die Anzahl Konzerte spielten Bands auch mal vor nur einer Handvoll Zuhörern.

Ein bisschen Heimat

Bereits vor dem abendlichen Konzertmarathon boten Interessengruppen einzelner Nationen einen Einblick in ein spezifisches Musikschaffen, so veranstalteten zum Beispiel Frankreich, Den Haag, Grossbritannien, Kanada oder das Reeperbahnfestival Hamburg eigene Nachmittagsparties, bei denen sie bei kostenlosem Essen und Trinken – einschliesslich Champagner (Frankreich) oder importiertem Bier (Deutschland) – Konzerte aus der Heimat präsentierten.

Kaum ein Konzert fiel durch

Unter den sehr zahlreichen Bands waren Newcomer auf der Suche nach einem Plattenvertrag genau so vertreten wie Weltstars, die trotzdem, wenn auch sehr kurzfristig, einen Auftritt im kleinen Rahmen boten. So spielten etwa Scissors Sisters oder Muse vor einen Kleinstpublikum von gerade mal 2’500 Personen, wobei diese Konzerte trotzdem zu den grössten des Festivals zählten. Aus dem In- und Ausland auf eigene Kosten angereist, scheint sich ein Auftritt am SXSW auf jeden Fall zu lohnen, denn aufgetreten wird ohne Gage, einfach mit der Hoffnung, sich einen Namen machen zu können und vielleicht vor dem richtigen Publikum einen weiteren Schritt in die Zukunft zu machen. Die Auswahl der Bands beeindruckte, trotz der Masse fiel kaum ein Konzert qualitativ durch.

Auch mal ohne schön

Durch die schiere Grösse und der zentralen Lage inmitten und sogar als Teil der Innenstadt bot das Festival eine einzigartige Atmosphäre. Musik spielte überall, so dass das Festival auch ungeplant und ohne Pass besucht werden konnte. Vor Reizüberflutung sei jedoch gewarnt, genau so vor schlechtem Wetter, denn Austin zeigte sich übers Festival-Wochenende von seiner bitterkalten Seite. So war doch froh, wer sich in einem Club aufwärmen konnte. Und es gab auch Momente, wo es einfach schön war, fünf Minuten keine Musik zu hören.

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Kampf für die Pressefreiheit

“Die Bürger geniessen die Freiheit der Rede, der Publikation, der Versammlung, der Vereinigung, der Durchführung von Strassenumzügen und Demonstrationen.”

Dieser Artikel lässt sofort auf die Verfassung der Schweiz oder eines ihrer Nachbarländer schliessen. Er bildet allerdings Art. 35 der Verfassung der Volksrepublik China. Bereits hier zeigt sich, dass formelle Gesetze nicht immer mit der Realität übereinstimmen.  

Genau deshalb, und weil in zahlreichen Ländern auch andere Grundrechte und Freiheiten verletzt werden, wurde 1985 die Nichtregierungsorganisation “Reporters sans frontières” (RSF) gegründet. Die “Reporter ohne Grenzen” haben es sich zum Ziel gesetzt, gegen die Zensur und restriktive Pressegesetze zu kämpfen. Sie setzen sich für mehr Sicherheit und besseren Schutz der Journalisten ein, vor allem in Krisengebieten. Einen Schwerpunkt setzt die Organisation darauf, das Recht auf Information zu fördern. Dabei bezieht sich RSF auf die “Allgemeine Erklärung der Menschenrechte” der Vereinten Nationen (UNO) von 1948 (siehe Infobox unten).  

201 Journalisten inhaftiert

“Jeder Mensch hat das Recht auf Meinungs- und Ausdrucksfreiheit”, lautet das Credo der RSF. Durch neun nationale Sektionen mit über 140 Korrespondenten in der ganzen Welt setzt sie sich für dieses Menschenrecht ein. Die Korrespondenten versuchen möglichst objektiv über generelle Ereignisse, das soziale Klima und die Politik allgemein sowie über spezifische Situationen eines Landes zu informieren.  

Die Sektionen verteidigen Journalisten und Medienschaffende, die wegen ihrer journalistischen Aktivitäten verhaftet oder verfolgt werden. Laut dem “Barometer der RSF 2010 zur Pressefreiheit” wurden bis zum 18. Februar dieses Jahres 201 Journalistinnen und Journalisten inhaftiert. Allein im vorherigen Jahr wurden 76 Journalisten aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit gar getötet.  

Berater an der UNO  

“Man kann sagen, dass wir erfolgreich waren, wenn dank unserer Interventionen ein verfolgter Journalist aus dem Gefängnis freikommt oder in einem anderen Land Zuflucht findet”, sagt George Gordon-Lennox. Er vertritt die “Reporters sans frontières international” bei den Vereinten Nationen. Die RSF besitzt in der UNO Beraterstatus. Dieser ermöglicht Nichtregierungsorganisationen wie RSF Rede- und Vorschlagsrechte, Einladungen zu UNO-Konferenzen und eine UNO-Vertretung.  

Als Vertreter der Organisation “Reporter ohne Grenzen” nimmt George Gordon-Lennox an Sitzungen des Menschenrechtsrates in Genf teil. “Ich ergreife das Wort bei Fragen, die uns betreffen, immer im Rahmen unserer Mission, nämlich die Pressefreiheit und den Schutz der Journalisten zu verteidigen“, so George Gordon-Lennox.

Pressefreiheit in der Schweiz  

Jedes Jahr erstellt die RSF den “Media Freedom Index”, eine Bewertung der Pressefreiheit in fast allen Ländern. Der Index basiert darauf, wie Experten den jeweiligen Grad der Pressefreiheit in einem Land beobachten und einschätzen. In Skandinavien und Irland geniesst die Presse die grössten Freiheiten. Eritrea, Nordkorea, Iran, Kuba und China hingegen zensieren und beeinflussen laut dem Index die Medien am stärksten. Die Schweiz befindet sich momentan auf Rang 7 von insgesamt 175 Rängen.  

Bereits in der Helvetischen Verfassung von 1798 wird die Pressefreiheit der Schweiz festgehalten. Art. 7 lautet: “Die Pressefreiheit ist eine natürliche Folge des Rechtes, das jeder hat, Unterricht zu erhalten.” Heute ist unter Art. 17 der Bundesverfassung dieses Grundrecht ebenfalls vermerkt, wonach “die Freiheit von Presse, Radio und Fernsehen sowie anderen Formen der öffentlichen fernmeldetechnischen Verbreitungen von Darbietungen und Informationen gewährleistet ist”.      

Weitere Informationen zur internationalen Organisation “Reporters sans frontières” findest du auf: www.rsf-ch.ch.

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte  


Im Dezember 1948 verabschiedete die Generalversammlung der UNO die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und legte damit den Grundstein für den internationalen Menschenrechtsschutz. Die Charta garantiert Grundrechte allen Menschen, ungeachtet ihrer Rasse, Herkunft oder Geschlechts. Zu den Grundrechten gehören zum Bespiel das Recht auf Leben, das Recht auf Nahrung und das Recht auf Arbeit.  

 

Internationaler Tag der Pressefreiheit  


Am 3. Mai ist der internationale Tag der Pressefreiheit. Bei dieser Gelegenheit präsentieren die "Reporter ohne Grenzen" eine Liste mit den sogenannten "Feinden der Pressefreiheit" sowie den neuen Bilderband der seit 1992 bestehenden Reihe "Fotos für die Pressefreiheit". Mitglied werden bei den "Reportern ohne Grenzen" können nicht nur Journalisten, sondern alle, die das Recht der Pressefreiheit verteidigen wollen. Der Hauptsitz der Organisation befindet sich in Paris. Die 1990 gegründete Schweizer Abteilung der RFS mit über 450 Mitwirkenden hält ihren Sitz in Genf. 

Oster-ABC

Ostereier, möglichst bunt bemalt und “tütsch”-fest, sind sie die eigentliche Existenzberechtigung des Osterhasen, der sie möglichst gut verstecken sollte. Woher er die Eier bezieht, konnte trotz intensiven Recherchen nicht eruiert werden.

Schokolade ist zu Ostern unverzichtbar und bei diesem Anlass vorzugsweise in Hasen- oder Eierform, mit jeweiligen Vor- und Nachteilen: Eier eignen sich besser, wenn man Wert auf eine leckere Füllung legt, Hasen lassen sich dafür rituell zertrümmern, oder man beisst ihnen zumindest genüsslich die Ohren ab.  

Tink.ch wünscht dir frohe Ostern und viel Erfolg beim Eiersuchen!  

Enthüllt werden kann das in güldenem Papier eingewickelte Schokoladen-Ei, das Geheimnis um die Mystik des Osterhasens und seiner Daten-, äh, Eier-Versteckerei, und im weitesten Sinn auch ein Ei aus seiner schön gefärbten Schale.  

Richten kann man sich bei der Nestsuche nach den besserwisserischen “kalt, warm, wärmer…!”–Zurufen des älteren Geschwisters oder – wer bis in die Nacht immer noch nicht fündig geworden ist – nach den Sternen.  

Nerven können die Verwandten, die am verlängerten Osterwochenende ein und aus gehen. Und das, obwohl man doch eigentlich ausschlafen will. Schliesslich muss noch die verlorene Stunde der Sommerzeit kompensiert werden…

“Ich bleibe nicht länger unsichtbar”

Im schummrigen Licht stehen zwei Gestalten auf einer kleinen Bühne. Zuerst leise, dann immer lauter, lassen sich einzelne Töne vernehmen, aus denen sich langsam eine Melodie bildet. Die Scheinwerfer gehen an, und der junge Akteur beginnt, von rockigen Gitarrenklängen begleitet, zu erzählen.  

Er erzählt von Co Starring, einem Jungen mit grossen Träumen, der eines Morgens aufwacht und feststellt, dass nichts mehr ist, wie es mal war: In seinem Gesicht spriessen plötzlich Pickel, ihm wachsen an den unmöglichsten Körperstellen Haare, und schliesslich hat sich auch noch seine Stimme um zwei Oktaven erhöht.  

Da tackert Co Starring seinen geliebten Plüschhasen an die Wand, und begräbt damit seine Kindheit. “Ein Mann ist auferstanden”, ruft er voller Euphorie ins Publikum. Als er dann auch noch mit grossen, erwartungsvollen Glubschaugen Bestätigung vom Publikum fordert, kann sich dieses vor Lachen kaum mehr halten. Cos Mission lautet: Von nun an endlich auffallen, und vor allem: niemals so spiessig enden, wie die Eltern.    

Nur die Nebenrolle spielen

Der Schauspieler Jonathan Loosli bietet “Co-Starring” dar und agiert gleichzeitig als Erzähler wie auch als Protagonist. Spielerisch wechselt Loosli zwischen Schriftdeutsch und Dialekt. Ein Musiker (Michael Frei) untermalt die Handlung akustisch.  

Der Titel des Stücks ist zweideutig. Einerseits hört die Hauptfigur auf diesen Namen, andererseits lässt es uns schon vor Beginn der Aufführung erahnen, welche Rolle Co eigentlich spielt: Die Nebenrolle, und zwar in seinem eigenen Leben.    

Der blaue Engel  

Co hat eigentlich schon genug damit zu tun, herauszufinden, was mit ihm los ist, und woher all die Veränderungen an seinem Körper kommen. Da begegnet er im Bus auf dem Weg zur Schule prompt seiner ersten, grossen Liebe: Einer Stewardess im himmelblauen Deux-Piece, die er von da an liebevoll “Prinzässin Himublau” nennt. Als Co ihr blindlings auf die Strasse folgt, wird er beinahe von einem Auto überrollt. Durch diesen unglücklichen Zwischenfall verliert er seine Angebetete aus den Augen. Nun setzt Co alles daran, sie wiederzufinden.

Co Starring lernt an diesem ereignisreichen Tag nicht nur, was eine Ejakulation ist, sondern muss sich auch anderen Erfahrungen stellen. So verzweifelt er kurzfristig ab seinem Zustand, und will dem ein Ende bereiten. Co probiert sich die Schlagadern aufzuschlitzen oder unter einem Plastiksack zu ersticken. Nachdem dies fehlschlägt, belässt er es dann doch beim Versuch.  

Hemmungsloses Schauspiel  

Alle Probleme, welche sich Co in die Quere stellen, werden offen und ungezwungen angesprochen, und entlocken den Zuschauern herzhafte Lacher. Das Stück verliert nie die Ironie und so wird das Publikum am Ende mit einem Lächeln auf den Lippen aus der Geschichte entlassen.  

Das Thema Suizid, welches eine kurze Szene in Anspruch nimmt, wird jedoch etwas nahe an der Grenze zur Verharmlosung behandelt. So begründet Co zum Beispiel seinen Entschluss weiterzuleben, er wolle kein “Höseler” sein.  

Nebenfiguren wie ein mürrischer Busfahrer sind zum Teil überspitzt dargestellt. Einige Vorfälle sind leicht realitätsfremd: Co tritt an einem einzigen Tag in jedes sich bietende Fettnäpfchen. Aber Jonathan Loosli geht in seiner Rolle auf. Requisiten und Bühnenbild werden nur spärlich eingesetzt, und doch haucht Loosli dem Stück unglaublich viel Leben ein. Hemmungslos tobt er als Co auf der Bühne herum, schreit, lacht, und singt sogar. An Kraftausdrücken spart er dabei nicht.  

“Ich bleibe nicht länger unsichtbar”, ruft Co ins Publikum. Dieses Vorhaben wird für ihn zu einer verwirrenden, aber auch interessanten Reise in sein Inneres. Co Starring lernt das Leben, und damit die Pubertät, anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuschauer gebührt Jonathan Loosli und Michael Frei ohnehin.

Info


"Co-Starring" von Theo Fransz läuft in den Vidmarhallen des Stadttheaters Bern noch bis zum 8. Juni. Die genauen Daten und Infos zu Billets findest du auf www.stadttheater.ch.

Reise ins unbekannte Land

Es ist Nachmittag, hunderte von Menschen aus nah und fern befinden sich inmitten der riesigen Hallen des Zürcher Flughafens. Einchecken, Zoll, Durchsu­chungen der Handta­schen, jeder muss sich dieser Prozedur unterzie­hen. Und wehe man trägt spitze Gegenstände oder Flüssigkeiten irgendeiner Art bei sich. Dann heisst es nämlich “Adios” und das geliebte Deo oder die un­entbehrliche Nagel­feile sind weg. Nun weiter ins Flugzeug; die Gänge sind eng, die Sitze noch mehr und schon jetzt fürchtet man sich vor den bevorstehenden zehn Flugstunden. Mit viel Schlaf und einem grossen Haufen Filmen vergeht die Zeit dann trotzdem. Zwar nicht wie im Fluge, aber irgendwie brachten wir die endlos wirkenden Stunden hinter uns.

Fremde Eindrücke

Nun, endlich angekommen, begeben wir uns noch auf eine 30-Minütige Autofahrt, um dann endlich beim kleinen Häuschen anzukommen – knallgelb, doch wunderschön. Nach ausgiebigem Einnisten und Um­- und Aufräumen machen wir uns auf den Weg, um das noch unbekannte Land zu erforschen. Und was es hier nicht alles zu sehen gibt: das weite Meer, die Strandpromenade, den Markt, die Einkaufszentren, die Flora und Fauna, einfach alles ist neu und faszinierend!

Doch es gibt auch die weniger schöne Seite des Landes; heruntergekom­mene Häuser, streunende Hunde und arme Leute. Arm und Reich, Haustür an Haustür. Aber selbst diese traurigen Anblicke können uns nun nicht stoppen. Weiter geht es in die thailändischen Tempel. Halbnackt wie wir wegen der Affenhitze natürlich waren, darf man die heiligen Gemäuer nicht be­treten. Doch die Thailänder kennen die Fauxpas der Touristen zur Genüge und halten Tücher bereit, die man sich umbinden muss, um danach auszusehen wie eine Hip­pie-Grossmutter. Doch es lohnte sich, die Aussicht war wunderschön und die mit Gold geschmückten Bauten strahlten in der thailändischen Sonne.

Müssiggang
Viel Essen, viel Einkaufen und natürlich ständiges Son­nenbanden sind hier Standard. Auch Elefantenreiten steht auf dem Programm. Ich habe noch nie ein so gemütliches Tier wie dieses gesehen. Unser Elefant läuft langsam und lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen, er geniesst einfach nur sein Dasein. Meiner Meinung nach könnte sich jeder Mensch eine Scheibe davon abschneiden.

Auch das Baden im Meer, (oder soll ich eher “ertrin­ken” sagen?) ist ein Spektakel. Die Wellen sind riesig und werfen die vielen badenden Touristen jedes Mal zu Boden, bis diese dann völlig irritiert und Wasser spuckend wieder auftauchen. Am Ende unserer Planscherei geniessen wir den Sonnenuntergang mit Blick aufs Meer. Noch nie habe ich etwas Majestäti­scheres erlebt als die Sonnenuntergänge in Thai­land. Viel zu bald neigt sich unsere Reise dem Ende zu und so machen wir uns nach fünfwöchigem Aufenthalt, mehreren Sonnenbränden und vielen neuen Kleidern wieder auf den Weg in die Schweiz.

Und es wäre ja nicht so, dass man aus den Fehlern lernt, welche man bei der Hinreise beging, nein! Son­nencrème und Deodorant, weg! Na ja, die wunderbaren Erinnerungen und die eindrücklichen Erlebnisse blei­ben für immer in unserem Gedächtnis, auch ohne die Kosmetikartikel.