Kultur | 22.02.2010

„Wir wollen etwas Aufrichtiges schaffen“

Text von Audrey Djouadi | Bilder von General Fiasco
Eine weitere junge Band aus dem englischen Raum. Und wieder ist sie gut. Die nordirischen General Fiasco begeistern durch einen energetischen Sound, der so frisch daher kommt, wie sie selbst schüchtern sind.
Begnadete Zeichner: Die Brüder Enda und Owen portratieren sich selbst.
Bild: General Fiasco

Die schüchternen General Fiasco haben mehr drauf als die lustigen Hüte, die sie zum Interview tragen. Die nordirländische Band, veröffentlicht diesen März ihr erstes Album. Was zu erwarten ist? Darüber sprachen die Brüder Enda (Gitarre & Gesang) und Owen Strathern (Bass & Gesang) mit Tink.ch.

Ich hab gehört, ihr hattet Schwierigkeiten hierher zu finden?

Enda: Ja, fürchterliche Schwierigkeiten.

Owen: Es war ein Albtraum! Wir sind zwei Tage gefahren und die letzten 40 Minuten fuhren wir einfach im Kreis.

Könnt ihr mir erklären, weshalb ihr General Fiasco heisst? Seid ihr Unruhestifter?

Owen: (lacht) Das ist eine wirklich sehr uncoole Story…

Dann wollen wir sie umso mehr hören!

Owen: Wir hatten ein paar Namen aus denen wir aussuchen konnten. Der Erste davon war Marley Jedrejak Fiasco und dann dachte sich Enda General Music aus, meine Mutter hat dann einfach die beiden Namen zusammen gefügt und so entstand General Fiasco.

Enda: Aber ich glaub niemand erinnert sich daran…

Owen: Stimmt, ich bin mir ziemlich sicher dass sie lügt. Es erinnert sich wirklich niemand daran, sie behauptet das einfach. Ich glaube, sie ist eine Lügnerin. (lacht)

Ihr kommt ja aus Nordirland. Wie ist die Musikszene dort so?

Owen: Ich denke, sie ist sehr gut in Irland. In den letzten fünf Jahren haben etwa zwei oder drei Bands den Sprung aus Irland geschafft und sind ein bisschen durch Grossbritannien und Europa getourt. Ich glaube, momentan gibt’s etwa fünf oder sechs Bands, die professionell Musik machen. Und die machen dann vor allem experimentelle Sachen, weil man von aussen alle möglichen Einflüsse bekommt. Vor allem aus Grossbritannien und Russland kommt viel!

Bald wird euer erstes Album veröffentlicht. Was kann man davon erwarten?

Owen: Ich denke, die Songs, die wir aufgenommen haben, erinnern stark an eine Live-Show. Wir haben versucht, diese Stimmung einzufangen, die bei einem Konzert entsteht. Wir wollen die Zuhörer schon beim ersten Reinhören mitreissen. Wir wollten etwas Aufrichtiges, Natürliches schaffen. Und mit den richtigen Apparaten konnten wir die Musik dann auch so aufnehmen, wie wir sie geplant hatten. Es sollte einfach eine aufrichtige Scheibe werden.

Enda: Wir wollten uns auch nicht zu fest darauf versteifen, einem Genre zu entsprechen.

Owen: Die Songs handeln von unseren Freunden oder einfach Leuten, die uns nahestehen. Wir hoffen, dass das Publikum die Platte mag und darauf reagiert!

Das werden sie bestimmt, vor allem da der NME (Anm. d. Red.: Der New Musical Express ist eines der wichtigsten, zeitgenössischen Musikmagazine in Grossbritannien) euch als One Of The Top Ten Hopes For The Near Future ausgewählt haben!

Owen: (lacht) Ja, das war toll. Doch irgendwie ist danach nicht mehr viel passiert. Mehr als dieser Titel kam da nicht. Aber wir haben auch sonst viel Unterstützung, zum Beispiel von BBC. Sie spielen unsere Single ziemlich oft am Tag, das ist echt ein Riesending für uns, es ist wirklich toll.

Apropos BBC; ihr habt am BBC Electric Proms in 2008 gespielt. Was ist das genau?

Owen: Das ist ein grosser Event, wo der BBC viele Konzerte in London veranstaltet. Und das mit Musik aus jeder Sparte: Indiebands und klassische Musik und viel Worldmusic. Und die BBC hat uns auserkoren, um stellvertretend für aufstrebende Bands zu spielen. Wir haben also die junge Musik vertreten.

Und was hört ihr euch persönlich an? Lasst ihr euch von bestimmten Musikern beeinflussen?

Owen: Ich weiss nicht, ob uns das beeinflusst. Aber wir lieben Death Cab For Cutie und Manchester Orchestra. Aber zu den Einflüssen gehören eher Sachen wie The Strokes oder Paramore. Aber wahrscheinlich spiegelt sich schon alles, was wir so hören, in unserer Musik wieder. Doch ich denke auch, dass man nicht wirklich viel aus unseren Songs raushört. Es ist aber auch nicht so, dass wir entscheiden „So, jetzt wollen wir wie die und die klingen“, das kommt alles ganz natürlich.

Ich stell euch die letzte Frage: Beschreibt General Fiasco in sechs Worten.

Owen: Oh, das sind mehr Worte als man normalerweise kriegt. Also…ehm… Enda, du machst drei und ich mach drei. Gut? Fang du an!

Enda: Nein, du zuerst!

Owen: Hmm, also: Energetisch…

Enda: Das wollt ich sagen! (lachen)

Owen: Aufrichtig…(lacht) Ok, das klingt ja fürchterlich. Ok, ich sagte schon energetisch, dann sag ich noch…Rock. Enda, sag du Pop!

Enda: Pop!

Owen: Hmm, das ist auch nicht gut. Wir könnten auch mit den sechs Worten einen Satz bilden.

Enda: Ja, das ist besser. Also…

Owen: General Fiasco sind…. Das sind jetzt schon drei Worte.

Enda: Also, General Fiasco sind aufrichtiger, energetischer Rock.

Links