Kultur | 22.02.2010

„Nur im Fahrwasser der ganz Grossen“

Text von Audrey Djouadi
Die Jungs der britischen Band Young Rebel Set denken, dass sie musikalisch nicht besonders talentiert sind. Dennoch fahren sie im Fahrwasser der ganz Grossen. Und dies mit Erfolg.
Lustige Gesellen mit gutem Durst: Young Rebel Set. Fotos: Audrey Djouadi. Gegenseitige Sympathie: Die Tink.ch-Redaktorin mit dem Young Rebel Set - Sänger.

Junge Briten, eine Interviewerin auf High Heels – das kann nur im Chaos enden. Tink.ch traf die englische Band Young Rebel Set (YRS) in der Luzerner Bar 59.

Warum findet man im Internet kaum Informationen über euch? Wollt ihr  geheimnisvoll bleiben?

Matt: Nein, das hat nichts damit zu tun. Als wir mit dem Musizieren anfingen, nannten wir uns Billy The Kid. Doch wir mussten den Namen aus rechtlichen Gründen ändern, darum sind erst wenige Sachen unter dem neuem Namen zu finden.

Warum nennt ihr euch Young Rebel Set?

Matt: Das war eine schnelle Entscheidung, wir mussten einfach einen neuen Namen haben.

Mark: Und da haben wir einfach den schlechtesten genommen den wir uns ausdenken konnten. (alle lachen)

Matt: Nein! Wir wollten einfach einen Namen, der für uns als Bande steht. Denn Billy The Kid hat als Soloprojekt angefangen, und als dann mehr und mehr dazukamen, wollten wir das in unserem Namen verewigt haben.


Ihr seid also keine Rebellen? Habt nie was Ungesetzliches getan?

Matt: Nein.

Luke: Ich schon! Ich hatte Poppers in Deutschland! (alle lachen)

Mark: Wir sind gute Jungs, nie Alkohol getrunken, niemals Fleisch gegessen.

Ich hab mir eure Lieder angehört und die Texte erinnern mich stark an den Stil von Bob Dylan. Würdet ihr sagen, dass er euch beeinflusst hat?

Matt: Definitiv, ja! Uns haben viele der Grossen beeinflusst, wir nehmen unsere Einflüsse wirklich von überall her. (Matthew wird von einem lauten Crashbecken-Schlag unterbrochen. Erneutes Gelächter). Er hatte wirklich einen massiven Einfluss auf uns, nebst Bruce Springsteen, The Pogues und Johnny Cash. Wir schwimmen nur im Fahrwasser der ganz Grossen.

Andy: Ich denke, wir haben auch ein bisschen was von irischer Folkmusik in unseren Liedern.

Matt: Wir nehmen geniale Musik und vereinfachen sie, denn niemand von uns ist ein genialer Musiker. Wir spielen was wir spielen, wir sind überhaupt nicht überragend in irgendeinem Weg. Eigentlich sind wir ziemlich schlecht (alle lachen).

Mark: Ich denke, wir punkten mit den Texten, sonst wären wir ziemlich sicher dem Untergang geweiht.

Andy: Redet für euch selbst. Ich bin genial.

Bob Dylan sagte mal „Auf Tour fühlt man sich permanent unsicher. Man geht von Nirgendwo nach Nirgendwo“, pflichtet ihr dem bei?

Matt: Nein, es ist wie eine sehr lange, sehr betrunkene Party.

Mark: Die Stones haben’s am besten gesagt, 90% von der Zeit hängt man nur rum und 10% macht man auch tatsächlich was.

Patrick: Es ist eigentlich sehr angenehm, man wird richtiggehend verhätschelt, alle kümmern sich um einen, man kriegt seine Drinks.

Also erfüllt ihr das Sex, Drugs And Rock’N’Roll-Klischee?

Andy: Sex, Drugs And Roll Sausages (zu dt.; Würstchen im Teigmantel) (alle lachen wieder für gefühlte 5 Minuten) Mögt ihr die Schweiz?

YRS: Ja sehr, ist wirklich ein wundervoller Ort.

Trotz dem Bankengeheimnis und dem Fakt, dass wir nicht der EU angehören?

Andy: Nein, nein, wir mögen das!

Matt: Es ist irgendwie so, dass die restlichen Länder von Europa sich aneinander angeglichen haben. Und ihr seid unabhängig.

Luke: Ich mag die Schweiz wirklich, das Beste auf unserer Tour bis jetzt. Die Frauen sind sehr, sehr schön. Und das Bier ist auch nicht schlecht.

Matt: Ja und das Zugsystem ist auch sehr gut!

Ihr seid zu siebt in der Band, was ist der Vorteil, in einer so grossen Band zu sein?

Luke: Keine! Wir müssen uns sogar die Betten teilen. Doch wir sind ja alle sehr gute Freunde. Es ist toll, so einen Haufen Freunde um sich zu haben.

Matt: Wie ich schon sagte, haben wir nicht als Musiker angefangen. Keiner von uns kann sich wirklich Musiker nennen. Wir sind einfach eine Gruppe von Freunden.

Zurück zum Ernst der Dinge: Wann veröffentlicht ihr euer erstes Album?

Matt: Diesen Herbst!

Mark: Falls nicht irgendwas dazwischen kommt, hoffentlich!

Einen Namen habt ihr schon?

Matt: Ja, The Reckoning.

Andy: Danke Matt, das wollten wir geheim halten! Weisst du nicht mehr, wir sind mysteriös! Gibt es einen Künstler, den ihr wirklich bewundert und gerne mal treffen würdet?

Matt: Johnny Cash und Bob Dylan…

Mark: …t.A.t.U…

t.A.t.U? Oh, das muss ich euch jetzt fragen. Welches ist der peinlichste Song auf eurem iPod?

Andy: Ich glaube, Luke ist der schlimmste mit diesen Songs. Er hat keinen einzigen glaubwürdigen Song auf seinem I-Pod

Matt: Take That – „Never Forget“.

Mark: He, das ist aber ein wirklich guter Song!

Dave: Ich hab „Now Dance 94“ drauf.

Und das schlechteste Album?

Luke: Ich hab mir noch nie ein ganzes Album angehört.

Matt: Wir hören uns prinzipiell nur gute Alben an!

Luke: Wobei die neue Scheibe von The Stereophonics ziemlich schwach ist.

Wo werdet ihr in 10 Jahren sein?

Matt: Tot!

Mark: Oder reich!

Luke: Ich werde wahrscheinlich Kaffee servieren.

Matt: Wir werden wahrscheinlich immer noch im Pub sein.

Andy: Ja, das ist wohl am realistischen.

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