Kultur | 22.02.2010

„Ich bin ein gnadenloser Optimist“

Text von Swana Schlegel
Bei seinen Konzerten überzeugt Nori Rickenbacher das mehrheitlich weibliche Publikum mit seiner unverkennbaren Stimme, seiner offenen und publikumsnahen Art sowie seiner Spielfreude. Für Tink.ch legte er seine Gitarre einmal zur Seite und stand Rede und Antwort.
Fotos: PD

Wie würdest du dich und deine Arbeit in kurzen Sätzen beschreiben?

„Musiker mit Leib und Seele“. Seit meinem zweiten Lebensjahr spiele ich Schlagzeug. Danach sind noch ein paar andere Instrumente dazugekommen und mit 16 Jahren bin ich in die erste Band eingestiegen. Als ich 18 wurde, machte ich dann Musik zu meinem Hauptberuf. Das funktioniert bis heute ganz gut. 2007 hab ich mein erstes Album veröffentlicht unter dem Namen „Rickenbacher“. Die Musik ist meine grösste Liebe und Leidenschaft.

Was war dein bisher grösster Erfolg oder dein schönstes Erlebnis?

Es gibt immer wieder schöne Momente. Grosse Erfolge sind für mich meine beiden CDs und spezielle Konzerte wie zum Beispiel im Ausland oder im Hallenstadion.

Deine neue CD beinhaltet neben vielen englischen auch einen schweizerdeutschen Song. Kannst du dich noch nicht so recht festlegen oder willst du es nicht?

Was soll ich sagen? Anfangs war ich überzeugter „Englisch-Sänger“. Zurzeit könnte ich mir auch ein Mundart-Album vorstellen. Man singt einfach irgendwie anders in seiner Muttersprache. Mal sehen was die Zeit bringt.

Dein neues Album heisst „Wake up World“, was möchtest du damit ausdrücken?

Es bezieht sich auf den Song „Wake up World“ und soll die Menschen aufrütteln, sich um ihre Umwelt zu kümmern. Grob gesagt geht es um die globale Erwärmung, ihre Auswirkungen und darum, dass einfach niemand wirklich etwas dagegen unternimmt. Ich bin mir bewusst, dass das ein Tropfen auf den heissen Stein ist, aber immerhin hab ich etwas gemacht (schmunzelt).

Deine Songs wirken alle sehr gefühlvoll und aussagekräftig. Woher nimmst du deine Inspiration oder was inspiriert dich beim Texte Schreiben?

Danke für die Blumen. Ich gehe einfach mit offenen Augen durchs Leben, reise viel, lerne dauernd neue Leute kennen. Das probiere ich wieder in einen Songtext einfliessen zu lassen. Leider ist dies bei mir aber immer mit sehr viel Arbeit verbunden. Spass macht es aber trotzdem.


Noch eine Frage zum Song „I don’t care“. Bist du selbst jemand, der stur seinen Weg geht und macht, was ihm gefällt? Auch wenn es einmal nicht so läuft und die Feedbacks negativ sind?

Ja, ich denke schon, dass ich ziemlich beharrlich meinen Weg verfolge. Wo ein Ziel ist, ist auch ein Weg, mit allen Ups and Downs, das gehört dazu. Zudem bin ich ein gnadenloser Optimist und Perfektionist. Das hilft auch!


Auf dem Cover und den Bildern sieht es oft so aus, als hättest du ein Tattoo. Was hat es damit auf sich? Ist das ein geheimer Wunsch, den du nicht ausleben kannst/darfst?

(lacht) Nein, nein, wenn ich ein Tattoo wollte, hätte ich schon eins (schmunzelt). Das ist einfach ein Muster, welches unser Grafiker über das Foto gelegt hat. Jetzt wirkt es beim ersten Hinschauen wie ein Tattoo. Aber eigentlich würde mir das schon noch gefallen. Mal sehen.

Was sind deine beruflichen Ziele?

Da hab ich noch viele. Ich würde gerne mal für längere Zeit im Ausland auf Tour gehen, im Tourbus und mit allem drum und dran. Natürlich möchte ich mein ganzes Leben lang Musik machen und davon leben können.

Was ist deine Wunschvorstellung von deinem Leben in zehn Jahren?

Drei Frauen, 17 Kinder, zwei Häuser und eine Million auf dem Konto. (lacht) Nein, ernsthaft. Ich hoffe, dass ich dannnoch so gesund und glücklich binwie heute, das ist das Wichtigste. Alles andere wird schon. Siehst du, Optimist wie er im Buche steht (schmunzelt)!

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