Kultur | 08.02.2010

Das Geheimnis der Zugvögel

Zugvögel wie die Küstenseeschwalbe fliegen Jahr für Jahr tausende von Kilometern von einem Pol zum anderen, und wieder zurück. Weshalb tun sie das? Der französische Dokumentarfilm "Nomaden der Lüfte" geht dem Geheimnis der Zugvögel in atemberaubenden Bildern nach.
Weisswangengänse beim Überfliegen des Mont Saint-Michel. Mit neuartigen Flugkonstrukten versuchten die Kamerateams den Vögeln auch technisch so nah wie möglich zu kommen.
Bild: Kinowelt Filmverleih GmbH

Die Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) legt von einem Brutplatz zum anderen bis zu 18’000 Kilometer zurück. Sie fliegt von den hohen Breiten der Nordhalbkugel bis an den Südpol. Damit gehört sie zu den Zugvögeln mit dem längsten Brutweg.  

Die französischen Dokumentarfilmer Jaques Perrin, Jacques Cluzaud und Michel Debats nehmen in „Nomaden der Lüfte“ (franz. „Le Peuple Migrateur“) mit auf die Reise, die die Küstenseeschwalben, Kraniche, Rothalsgänse und anderen Zugvögel Jahr für Jahr auf sich nehmen, um der Kälte der nördlichen Breiten zu entgehen. Die „Nomaden der Lüfte“ fliehen instinktiv vor der Kälte.

Die Stimme der Küstenseeschwalbe klingt ähnlich wie die der Flussseeschwalbe. Kurzrufe sind weich („bitt bitt“), Warnrufe („Kirr-ärr“) werden mehr auf der zweiten Silbe betont.  

Auf allen fünf Kontinenten haben Perrins Kamerateams während drei Jahren die Zugvögel begleitet und ihre Gesetze zu entziffern versucht. Sie sind Teile der Reisen über den Atlantik, ins Eis, auf die Anden sogar mit ihnen geflogen. Die so entstanden Bilder von Wasser und Land rauben den Atem. 

Im Binnenland ist die Küstenseeschwalbe nur seltener Gast. Mit ihrem feinen und aerodynaischen Körper und den sehr schmalen Flügeln ist sie die Schwalbe der Meere. Im Gegensatz zu der Flussseeschwalbe ragt ihr Schwanz über die Flügelspitzen.  

Hin, und wieder zurück. Das Versprechen der Wiederkehr ist so ureigen wie der Wunsch vom Fliegen. Bestimmungsbücher geben an, wie die Küstenseeschwalbe aussieht, wo sie lebt, wie sie sich paart. Weshalb sie aber jedes Jahr bis zu 18’000 Kilometer auf sich nimmt und immer wieder zurückkehrt, darüber sagen Bestimmungsbücher wenig. Sie kennen ihr Geheimnis nicht. Sie kennen das Geheimnis der Zugvögel nicht.

Fische fängt die Küstenseeschalbe im Stosstauchen. In den Brutkolonien reagiert sie äusserst aggressiv auf Eindringlinge. Ihre Nester sind einfache, mit Halmen ausgekleidete Bodenmulden.    

Mitfliegen


"Das Geheimnis der Zugvögel" von Jaques Perrin, Jacques Cluzaud und Michel Debats mit Musik von Bruno Culois läuft im Kino Kunstmusem in Bern

am 14.2. um 10.30,

am 20.2. um 16.30

und am 28.2. um 10.30.