Gesellschaft | 31.01.2010

Elf Stunden Medienkonsum pro Tag

Text von Diana Berdnik | Bilder von Kevin Frank
Am 8. Berner Jugend-Grossrat-Tag debattierten Jugendliche mit Grossrätinnen und Grossräten über das Thema "Medien - Chance oder Missbrauch". Sie stellten fest, dass Nutzen und Gefahr von Facebook und Co. nah beieinander liegen.
Ein Leben ohne elektronische Medien könnte sich heuteweder Jugendliche noch Grossräte mehr vorstellen.
Bild: Kevin Frank

Elf Stunden Medienkonsum pro Tag! Mit diesem Fazit neuster Forschungen führte ein Gruppenleiter die Jugendlichen ins Thema ein. Fast den halben Tag verbringen Jugendliche heutzutage mit verschiedenen Medien wie Facebook oder Fernsehen. Diese Tatsache erschreckte die Anwesenden und entfachte eine Diskussion über Chancen und Gefahren des stetig wachsenden Medienkonsums.  

Nicht mehr wegzudenken

„Früher sagten mir meine Eltern, wie viel Zeit ich mit elektronischen Medien verbringen soll, heute weiss ich es selber“, sagte eine der Jugendlichen. Eine andere konterte: „Aber viele können gar nicht mehr ohne – oder eigentlich fast alle.“ Ähnlich wie in diesem Fall äusserten die Teenager ihre verschiedenen Meinungen und wogen sie gegeneinander ab. In der zweiten Runde konnten sie dann direkt mit Grossrätinnen und Grossräten (Mitgliedern der Berner Kantonsregierung) verhandeln.  

Demokratie hinkt hinterher

SP-Grossrätin Andrea Lüthi gab zu bedenken: „Unsere Demokratie ist zu langsam, um dem technischen Fortschritt nachzukommen.“ SVP-Grossrat Gerhard Fischer ergänzte, dass darum die Selbstkontrolle im Bezug auf Medienmissbrauch das A und O sei. Einer der Jugendlichen wollte daraufhin wissen, wie man denn nun vorgehen solle, denn er stelle fest, dass in der Runde alle aufgeklärt seien. EVP-Grossrat Marc Jost beschrieb einen Ansatz, mit dem er bisher gute Erfahrungen gemacht habe: „Private Institutionen wie Vereine sollen Kurse anbieten, um Eltern und Kinder zu sensibilisieren.“ Das soziale Netz würde von der Politik gestrickt. Für jene, die durch dieses Netz durchfallen, gäbe es dann die Gesetze.  

Downloads, Social Networks, Youtube, Videoüberwachung: Das sind Themen, die die Jugendlichen beschäftigen und für die sich in absehbarer Zukunft auch die „alten Hasen“ im Grossen Rat einsetzen werden.