Sport | 25.01.2010

CSI Basel – top oder flop?

Text von Swana Schlegel
«Basel präsentiert Weltklassereitsport". So wurde das CSI Basel vor seiner ersten Durchführung angepriesen. Doch hielt es auch, was es versprach? Und lohnt sich so ein Anlass, nur zwei Wochen vor dem Weltcup-Turnier in Zürich?
Cian O'Conner wurde zum erfolgreichsten Reiter des Turniers gekürt. Fotos: Sascha P. Dubach Philipp Züger beim "Grand Prix der H. Moser & Cie". Den Fastnächtlern gelangt es nicht ganz, vorfastnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen. Die Gäste liessen sich den ersten CSI-Basel nicht entgehen.

Vom 14. bis 17. Januar waren viele Augen auf die St. Jakobshalle in Basel gerichtet. Mit dem CSI Basel erhält die Schweiz, nebst Zürich und St. Gallen, ein weiteres internationales Springturnier auf höchstem Niveau. Doch nebst der Vorfreude auf das Turnier hörte man auch viele kritische Stimmen. Durch die nahe Terminlegung zu dem CSI in Zürich lag die Vermutung nahe, dass es schwierig sein würde, die grossen Sportler in die St. Jakobshalle zu locken. Diese Befürchtung bestätigte sich glücklicherweise nicht. Mit 20 von 30 Reitern aus der Weltrangliste, sowie dem gesamten Schweizer Kader darf man ohne Übertreibung von einer Topbesetzung zum Auftakt sprechen.

 

Elf Mal International

Von den insgesamt 15 Prüfungen, die man ich in den vier Tagen zu Gemüte ziehen durfte, waren elf auf internationaler Ebene. Die restlichen waren Amateur-Prüfungen, welche sich leider mit einer geringeren Zahl an Zuschauern begnügen mussten. Das Highlight war der am Sonntag stattfindende „Grand Prix der H. Moser & Cie«. Bei einer Gewinnsumme von 200’000.- war es zudem die am höchsten dotierte Prüfung. Gewonnen hat diese der Irländer Cian O’Connor, welcher zugleich noch zum erfolgreichsten Reiter des Turnieres gekürt wurde. Doch auch die Schweizer konnten sich sehen lassen. Von den insgesamt 15 Prüfungen gab es vier Siege und 17 Platzierungen unter den Top Drei.

 

Gewagtes Showprogramm

Wie man es sich von diversen CSI’s gewohnt ist, gab es auch in Basel eine grosse Show. Wenn man aber dachte, dies hätte in irgendeiner Weise etwas mit Pferden zu tun, was eigentlich naheliegend wäre, so täuschte man sich. Die ersten drei Tage gab es, je nachdem was man mag, Musikgenuss vom Feinsten. Fünf Formationen, die meisten bekannt vom Basler Tattoo, versuchten, mal mehr und mal weniger erfolgreich, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Dazu gehörten das Rekrutenspiel der Schweizer Militärmusik, der Musikverein Bubendorf, das Top Secret Drum Corps, die Schotte Clique Basel und die Swiss Highlanders. Am letzten Tag versuchte man mit „E nase voll Fasnacht“ die Zeit bis zum grossen Preis zu verkürzen. Die Helmut Förnbacher Theater Company Basel präsentierte Szenen aus ihrem aktuellen Vorfasnachtsprogramm „Ridicule 2010“. Das Publikum schien von den zwei bis fünf Fastnächtlern, die man zwischen den bereits aufgebauten Hindernissen fast schon suchen musste, eher gelangweilt und froh, dass die Boxen, welche bei den hohen Piccoloklängen eindeutig zu laut eingestellt waren, ab und zu ausfielen. Dies war wahrscheinlich auch der Grund für die vielen „Privatgespräche“ während der Vorstellung.

 

„Das Wort des Tages“

Wenn man sich während des Turniers ein wenig in die Gespräche von anderen reinhörte, fiel ein Wort immer wieder: Zürich. Da unter den Zuschauern viele Reitsportler waren, lag es nahe, dass diese auch das CSI Zürich kennen und gerne besuchen. Eines ist klar: Die Halle in Zürich ist grösser, die Infrastruktur besser und die Stimmung dadurch anders. Doch ist ein Vergleich hier wirklich angebracht? Fakt ist: In Zürich ist Weltcup angesagt, in Basel nicht. Zudem findet das CSI Zürich dieses Jahr zum 22. Mal statt, Basel hatte Premiere. Das Ziel der Veranstalter war wahrscheinlich auch nicht, Zürich in den Schatten zu stellen. Wohl eher ging es darum, den Reitsport vermehrt zurück nach Basel zu holen. Wenn man es von dieser Seite sieht, kann man ohne Zögern von einem geglückten Start reden und gespannt sein, was man in Basel das nächste Jahr in Sachen Pferdesport erwarten darf.