Kultur | 07.12.2009

„Unsere Gitarrenspieler kamen nie zur Probe“

Text von Yvonne Schäpper | Bilder von PD
Vor dem Konzert am 2. Dezember im Abart, äusserte sich Tony Dundas - der Drummer von The Temper Trap - über das stressige Tourleben und weshalb ihre Musik durch ein paar Knopfdrücke gleich viel besser klingt.
Trotz dem vielen Reisen mögen sie es auch gerne mal häuslich: The Temper Trap (Tony Dundas, ganz rechts).
Bild: PD

Ihr wart gestern in Österreich jetzt seid ihr in der Schweiz, morgen gehst’s nach Italien, wie erlebst du das Tourleben?

Tony Dundas: Es ist mit viel Spass verbunden. Natürlich ist es sehr anstrengend und stressig, aber das hat es eben so auf sich. Wir sind gerade erst von London nach Australien geflogen, um danach wieder nach Österreich zu fliegen und hier in Europa weiter zu touren. Deshalb sind wir alle noch ein bisschen gejetlaggt, das gehört dazu.

Habt ihr schon einmal in der Schweiz gespielt?

Ja, wir haben an einem Festival in Interlaken gespielt. In Zürich haben wir bisher nur den Flughafen gesehen, also sind wir mal gespannt, wie es ist, hier zu spielen.

Wer hatte die Idee für den Bandnamen „The Temper Trap“ und was bedeutet er?

Unser ursprünglicher Bandname war Temper Temper, doch nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass bereits eine Band in Amerika diesen Namen trägt, so mussten wir uns einen anderen Bandnamen suchen. Nach verschiedenen Vorschlägen einigten wir uns dann auf The Temper Trap. Eine wichtige Bedeutung hat er für uns nicht. Doch schön am Namen ist, dass jeder wieder etwas anderes darunter versteht und hineininterpretieren kann, was er will.

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Dougie und ich haben uns kennengelernt, als wir gemeinsam in einem Kleidergeschäft arbeiteten, bis wir anfingen, zusammen Musik zu machen. Dougie kannte Jonathon, der fünf Jahre jünger ist als wir, von früher. Da wir einen Bassspieler brauchten, dachten wir, wieso nicht Jonathon. Jonathon meinte zwar, er könne noch nicht gut spielen, doch Dougie zeigte ihm wies richtig geht und schon hatten wir unseren Bassspieler. Unser Gitarrenspieler wechselte damals ziemlich oft und hatten wir mal einen, der gut war, kam der wieder nicht zu den Proben. Lorenzo und ich waren Freunde und kannten uns von der Schule. Lorenzo ist ein guter Gitarrenspieler und wir suchten einen. So entstand „The Temper Trap“.

Ich habe gelesen, dass Dougie Mandagi (anm. d. Red.: der Sänger) einmal ein Strassenmusiker war, stimmt das?

Ja das stimmt. Das war, als er neu nach Melbourne gekommen war. Er malte auch Bilder, er ist sehr talentiert.

Ihr seid von Australien nach London gezogen, habt Freunde und Familie zurückgelassen, um euren Traum zu leben. Ist es das wert?

Es war anfangs sicher nicht leicht, aber auch sehr spannend und aufregend. Wir bereisen jetzt Länder, die wir bestimmt nie kennengelernt hätten, würden wir nicht in einer Band spielen. Zudem wurden wir auch gut in Europa aufgenommen. Wir landeten auf Platz sechs der UK Charts und hatten auch sonst einen guten Start.

Wie hast du die Zusammenarbeit mit Jim Abbiss (ua. Arctic Monkeys u. Kasiabian) als Produzent erlebt?

Das war eine sehr gute Erfahrung. Wir hatten Glück, dass Jim nach Australien gekommen ist, um mit uns das Album aufzunehmen. Er hatte viele gute Ideen für unsere Songs, um sie noch besser zu machen. Er weiss einfach, wie es geht und schraubt ein bisschen an den Songs rum, drückt einige Knöpfe und schon klingt es besser.

Euer Song „Sweet Disposition“ ist der Soundtrack zum Film „500 day’s of summer“. Wie kam es dazu?

Ein Freund unseres Managers arbeitet in Hollywood und ist unter anderm auch für Soundtracks zuständig. Kaum hatten wir die erste Version von „Sweet Disposition“ aufgenommen, kam es dem Direktor des Filmes zu Ohren und er fand ihn toll. Der Soundtrack half uns auf jeden Fall auch, in Amerika bekannter zu werden.

Hast du den Film gesehen und wenn ja, hat er dir gefallen?

Ja, wir haben ihn gesehen. Eine romantische Komödie, unterhaltsam und witzig.

Ihr geht im Dezember mit Florence and the machine auf Tournee, kennt ihr euch?

Ja, wir kennen sie von verschiedenen Festivals, bei denen wir aufgetreten sind. Sie ist echt klasse auf der Bühne und wir freuen uns sehr, mit ihr zu touren. Wir werden auch in der Brixton Academy spielen, wo ganze 5000 Leute kommen werden, das Ganze ist also ziemlich aufregend für uns und wir freuen uns sehr.

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