Kultur | 22.12.2009

Neue alte Rollenbilder

Ludo und Anna, zwei Charaktere wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Trotzdem hat es Amor geschafft, die beiden im Film Keinohrhase zu vereinen. Zwei Jahre nach dem Zusammentreffen ist jedoch der Alltag eingekehrt und die beiden bangen um ihre Beziehung.
Ludo, Anna und das nicht immer einfache Drumherum.
Bild: © 2009 Warner Bros. Pictures. All rights reserved.

Die mütterliche Anna (Nora Tschirner) räumt Ludos (Til Schweiger) Kleider weg und putzt die Wohnung, während er im Bett liegt und von einer selbstbewussten Anna mit ausgeprägten, weiblichen Reizen träumt. So gestaltet sich der Alltag des Paares. Plötzlich begegnet Ludo einer sichtlich attraktiven alten Freundin. Bei Anna läuten die Alarmglocken. Sie fragt ihre Freundinnen um Rat und schnüffelt in Ludos Handy herum. Dieser ist alles andere als begeistert und wünscht sich mehr Freiraum und Vertrauen. Daraufhin nimmt sich auch Anna ihre Freiheiten und lädt Ralf (Ken Duken), einen alten Freund, ein, vorübergehend bei ihnen zu wohnen.

Klischees witzig verpackt
Til Schweiger packt in seinen Film, in dem er selbst eine der Hauptrollen spielt, ziemlich alle Fettnäpfchen, in die ein Pärchen treten kann. So findet Ludo Annas Männertagebuch, in dem sie alle nötigen Details gemeinsamer Nächte ihrer Verflossenen festhält, beispielsweise jene von Ralf. Ausserdem entdeckt er ihren Dildo und erwacht nach einer durchzechten Nacht als Frau verkleidet neben einem alten Mann. Anna hingegen versucht ihre Arbeit im Kindergarten pflichtbewusst zu erledigen und geniesst es, von Ralf verwöhnt zu werden. Geschlechterspezifische Klischees werden am Band auf eine sehr amüsante Art und Weise in den Szenen verpackt. Ausserdem treten immer wieder Schauspieler aus Keinohrhase auf und verleihen dem ganzen Durcheinander einen moralischen Hintergrund, der die beiden Liebenden aufrüttelt.

Warten auf Teil drei
Moritz (Mathias Schweighöfer) sucht währenddessen verzweifelt nach einer Frau und lässt sich auf diverse Abenteuer ein. Nach unzähligen Fehlschlägen besucht er die Flirtakademie und holt sich angeblich gute Anmachtipps vom Fachmann. Mit diesen gerät er in eine äusserst komische Situation, aus der er nur mit der Hilfe seines Freundes Ludo wieder heraus kommt. Am Ende findet Moritz eine Frau, die ihm entspricht. Ob Ludo und Anna jedoch mit Nachwuchs auftreten oder ob die Scheidung das Ende der Beziehung bringt, erfährt man erst im dritten Teil.