Gesellschaft | 07.12.2009

Mit Motivation, Schweiss und guter Musik

Text von Tess Zürcher | Bilder von Tess Zürcher
Der Mädchen Power Tag soll das Selbstbewusstein von jungen Mädchen stärken. Auch in diesem Jahr konnten sie ihr Talent wieder in zahlreichen Workshops unter Beweis stellen. Tink.ch war dabei.
Tanzen für die Emanzipation: Am MäP 2009.
Bild: Tess Zürcher

Dieser Tag wurde von FAM (Fachgruppe für Arbeit mit Mädchen Zürich) und der Trägerschaft okaj Zürich (Kantonaler Kinder- und Jugenddachverband) organisiert. Die Jugendarbeiterin Myriel Reuteler erklärte, was die Ziele des Tages waren: „Die Mädchen sollen verschiedene neue Fertigkeiten erlernen, neue Räumlichkeiten entdecken, von neuen Sportarten angeregt werden sowie eigene Ressourcen herauszufinden.“ Bei den Auftritten auf der offenen Bühne gehe es schliesslich darum, das Selbstbewusstsein zu stärken. Der Tag soll zur ganzheitlichen Stärkung der Mädchen bis hin zur Emanzipation beitragen.

Für Myriel Reuteler gibt es noch weitere Gründe, weshalb das Mäp als Tag ausschliesslich für Frauen funktioniert: „Man stellte in den Jugendtreffs selber fest, dass dort die Jungs viel zahlreicher vertreten sind, als die Mädchen.“ Die Mädchen hätten auch Mühe, aus sich herauszukommen, wenn Jungs dabei wären. Für Reuteler ist klar, dass Mädchen in diesem geschützten Rahmen des Mädchenpowertages neue Ressourcen entdecken, die sie langfristig auf den Alltag übertragen können.

Lust und Frust

Nachdem die Mädchen ihr Wissen in einem Quiz über Sexualität und Gesundheit getestet und ihre Fragen über Sexualität am Informationsstand von „Lust und Frust“ gestellt hatten, brach man in Gruppen in die Workshops auf. Leider fanden aufgrund der eher kleinen Besucherzahl nur drei Workshops statt: Tanzen, Styling und Gesang.

Im Tanzen ging es gleich zur Sache: Die Mädchen lernten Schritt für Schritt ihre Choreografie. Mit Motivation, Schweiss und guter Musik sah das schon nach kürzester Zeit recht gut aus.

Etwas theoretischer wurde beim Styling gestartet. Schliesslich musste das absolute Basiswissen zuerst vermittelt werden, dazu bekamen die Teilnehmerinnen ein Dossier. Der praktische Teil liess dennoch nicht lange auf sich warten. So suchten sich die Teilnehmerinnen einige Vorlagen aus Jugendzeitschriften und schminkten die jeweilige Partnerin nach dieser. „Das ist cool! Man bekommt auch gute Tipps!“, fand Carla, die gerade ihre Freundin fertig gestylt hatte. Die war sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Einstudieren von Songs

Ruhig und konzentriert startete die Gesangsgruppe etwas verspätet. „Ich singe sehr gerne, habe mich darum auch bei diesem Workshop angemeldet und gerne würde ich hier mehr lernen. Ich schreibe auch eigene Songtexte, habe aber keinen davon mitgebracht“, sagte die dreizehnjährige Viktoria. Nach ausgedehnten Atemübungen begann man schliesslich, die von den Mädchen gewünschten Songs einzustudieren.

Der Showdown

Viel Zeit blieb den Mädchen nicht, denn um 17.30 Uhr traf man sich zum Nachtessen. Alle Mädchen sassen an zwei langen Tischen verteilt und genossen gemeinsam das Essen. Die Nervosität stieg, denn der grosse Auftritt rückte immer näher. Bei einigen Workshops konnte das Erarbeitete auf der offenen Bühne präsentiert werden. Im Anschluss wurden dann die besten Darbietungen von Fachfrauen prämiert. Eines stand jedoch an diesem Abend fest: Verliererinnen gab es keine! Alle Mädchen gingen mit mehr Erfahrungen, neuen Bekanntschaften und schönen Erinnerungen nach Hause. Wer kann sich schon ein harmonischeres, erfolgreicheres Ende eines solchen Tages vorstellen?