Gesellschaft | 07.12.2009

„Männer gefallen uns in Hip-Hop-Kleidung“

Text von Seraina Manser | Bilder von Rubina Silvestrin.
Über Geschmack lässt sich nicht streiten - über Geschmacklosigkeit schon! Tink.ch nahm die Passanten in der St.Galler Innenstadt unter die Lupe und fragte nach, was für sie "Style" bedeute.
Corpus delicti: Tasche, ausgeliehen. Philipp und Judith. Sie mag keine sackartige Kleidung. Anna sucht schwarz-weiss gestreifte Gummistiefel. Gina, Ramona und Marcus, auf einer Wellenlänge. Pardon, Hosenhöhe.
Bild: Rubina Silvestrin.

Ein Paar mit identischen Brillen schlendert über den St Galler Weihnachtsmarkt. Es sind Judith und Philipp, beide 27, aus Stuttgart und St.Gallen.

Philipp, der an der Uni arbeitet, trägt:

– Schuhe von Hub

– Hose von Urban Outfitters

– Jacke von The North Face

– Schal von American Apparel

– Mütze (gerade erst gekauft) von Barts

“ Mein grösster Kleiderfehlkauf war wohl meine Barbourjacke, ich trage sie gar nie. Nie tragen würde ich Schlaghosen, wenn ich könnte, würde ich sie ganz verbieten, aber wetten, sie kommen irgendwann wieder in Mode. Bei mir muss die Kleidung modisch sowie auch bequem sein, aber sicher nicht nur bequem. Weil ich am Morgen immer zu spät aufstehe, wähle ich mein Outfit bereits am Vorabend aus. Weihnachten werde ich allerdings ganz unkompliziert im Jogginganzug verbringen, das ist einfach am gemütlichsten. Ich habe keine Stylingikone, aber gut angezogene Leute gibt es sicherlich in Kopenhagen. Was meiner Meinung nach noch erfunden werden muss, sind Männerstiefel. Die Schuhe, die ich jetzt trage sind mein momentanes Lieblingsstück und vorhin habe ich auch gleich eine warme Mütze gefunden, die mir steht. In St.Gallen bin ich bis jetzt wenig shoppen gegangen und kann deshalb auch keine Shoppingtipps geben.“

Judith trägt:

– Ugg Boots

– Jacke aus Kanada

– Handschuhe aus Amerika

– Tasche von Fossil,

– Jeans und Mütze von Esprit

„Leopardenmuster werde ich nie tragen, egal ob als Schal oder Jacke, nie! Was ich auch nie trage, sind Röcke, sie stehen mir einfach nicht. Sackartige Kleidung würde ich verbieten! Unter der Dusche überlege ich mir jeweils, was ich anziehen soll. An Weihnachten werde ich mich dann wahrscheinlich in ein hübsches Kleid werfen. In Italien gibt es sehr viele gut angezogene Leute, aber meine Stylingikone stammt aus Amerika: Jennifer Aniston. Na ja, Stylingikone ist wohl ein wenig übertrieben, ich finde einfach, dass sie sich gut kleidet!“

Anna, Schülerin, 17, lebt abwechslungsweise in Zürich und St.Gallen

Sie trägt:

– Jacke von Burberry

– Schal von Aerie

– Hosen von irgendwo

– Schuhe von der Mama

– Stulpen von irgendwoher

– Tasche aus Stuttgart von der Schwester ausgeliehen

„Schwarz-weiss gestreifte Gummistiefel mit Absatz wären mein grösster Kleidertraum. Mein Vater hat mir mal davon erzählt, aber ich kann solche nirgends mehr finden. Was ich hingegen nie tragen würde, ist Ed Hardy, meiner Meinung nach könnte man diese Marke ganz verbieten. Was ich auch nie trage, aber nur weil es mir nicht steht, ist rot. Meine Kleider wähle ich morgens aus, wenn ich im totalen Stress bin. Mein Kleidungsstil wechselt deshalb auch von Tag zu Tag. Bei Männern mag ich es, wenn sie ein lockeres Hemd zu Jeans tragen. Ein Nasenwärmer wäre etwas, das noch erfunden werden muss, gerade im Winter wäre eine warme Nase doch angenehm. Ich gebe nicht viel Geld für Kleidung aus, aber mein Papa. Er bringt mir und meiner Schwester Mirjam oft Kleider mit, wie zum Beispiel auch das teuerste, was ich besitze: meine Stiefel von Marc Jacobs. Meine Schwester und ich tauschen immer fleissig unsere Klamotten aus, so können wir viele Kombinationen kreieren!“

Marcus, seine Freundin Ramona und Gina sind zusammen in der „Saint-Gallen-City“ unterwegs.

Marcus, 18, Industrielackierer aus Bazenheid trägt:

– Jeans und Pulli von Clockhouse

– Jacke von Ochsner Sport

– T-Shirt vom Jahrmarkt

– Mütze von Metro

„Mein grösster Kleiderfehlkauf waren eindeutig Frauenkleider, die ich einst gekauft hatte, die werde ich nie wieder tragen. Am liebsten habe ich giftgrün und schwarz. An Weihnachten werde ich einen Trainer anziehen, ich hänge ja eh nur in der Stube rum. Leute mit Style gibt es in Wil. An Frauen gefällt mir der Hip-Hop-Style, die passenden Kleider dazu findet man übrigens hier im Metro in St.Gallen.“

Ramona, 17, Elektromonteurin aus Azmoos, trägt:

– Pulli, Jacke, Kappe von Clockhouse

– Schuhe von Dosenbach

Gina, 18, Fachfrau Hauswirtschaft, aus St. Margrethen trägt:

– Schuhe von Dosenbach

– Hose von Metro

– Jacke von New Yorker

– Schal aus England.

„Nie tragen würden wir bauchfrei und Mini-Röcke, auch wenn sie in violett, unserer Lieblingsfarbe wären. Gut angezogene Leute gibt es in Buchs. Männer gefallen uns, wenn sie Hip-Hop-Kleidung tragen, das heisst, die Hosen weit unten und grosse T-Shirts und Pullis. Für St. Gallen können wir keinen Shoppingtipp geben, denn wir shoppen meistens in Buchs.“

Unser Fazit


In St. Gallen gibt es viele alltagstauglich angezogene Leute, das bedeutet: schwarze oder graue Jacken, flauschiger Schal und Jeans. Hier und da eine spannende Mütze oder einen Leopardenmantel. Nur wenige, vor allem Jüngere, wagen sich an flippigere Outfits. Für viele galt wohl an diesem kalten Samstagnachmittag: Hauptsache es wärmt, sehe es aus wie es wolle!