Kultur | 14.12.2009

Da liegt der Hase im Pfeffer

Seit 20 Jahren hoppelt der Stille Has um Endo Anaconda als feste Grösse durch die Schweizer Musiklandschaft. Auch nachdem Mitgründer Balts Nill die Band verlassen hat, tönen sie einfach anders. Nächsten Samstag kann sich das Publikum der Eintracht Kirchberg davon überzeugen lassen.
Alter Hase, neues Album.
Bild: Peter Moser-Kamm Blues in frischer Besetzung. Dominik Adam

Music Stars kommen und gehen so schnell, dass man sie wohl eher als Sternschnuppen bezeichnen muss. Andere Sterne leuchten beständig, nicht so hell, dafür tiefblau: Stiller Has, die Band, die den Blues mundarttauglich machte. Die Band wurde 1989 als Duo von Endo Anaconda und Balts Nill in der Berner Aareschleife gegründet und war lange Jahre in dieser Besetzung erfolgreich. Alben wie Landjäger oder Walliselle zeigten, dass Blues auch auf Bärndütsch funktioniert.

In den Liedern kommen mal ein bisschen Liebe, mal ein bisschen Sehnsucht und eine ganze Ladung Tod vor, portioniert und vorgetragen von Endo Anaconda, dem Texter und Gesicht der Band. Und immer schwingt eine Tranche Melancholie mit, wenn er zum Beispiel in „Moudi“ singt, „ds Läben isch es Löcherbecki.“

Neu und genau so anders

Als Balts Nill 2005 die Band verliess, konnte man sich nicht sicher sein, wie denn der Stille Has weitertönen würde, einer kongenialen Hälfte beraubt. Aber mit Gitarrist Schifer Schafer, Bassistin Salome Buser und Schlagzeuger Markus Fürst formierte Endo einen neuen Hasen um sich, der, genau gleich wie sein Vorgänger, so ganz anders tönt als alles andere. Vor zwei Monaten erschien nun „So verdorbe“ in den Läden und Ohren und war Anlass für eine weitere Tour de Suisse.

Es bleibt ein Rätsel, wie man so kaputt tönen und dennoch 20 Jahre auf der Bühne überleben kann. Nun, Endo Anaconda hat bis heute durchgehalten und macht nicht den Anschein, als wolle er so bald aufhören. Am 19. Dezember kann man sich jedenfalls in Kirchberg davon überzeugen lassen, dass der Berner Hasenblues noch immer einfährt, jedem Sternschnuppenhagel zum Trotz.

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