Politik | 30.11.2009

Zu wenig Mut für eine Veränderung

Text von Michelle Stirnimann | Bilder von stimmrecht16.ch
Es bleibt alles beim Alten, was das aktive Stimm- und Wahlrecht im Kanton Bern betrifft. Jugendliche unter 18 Jahren werden weiterhin keine Möglichkeit haben, auf kantonaler Ebene mitzubestimmen.
Grossrätin Nadine Masshardt wird sich weiterhin für eine bessere politische Bildung einsetzen.
Bild: stimmrecht16.ch

Trotz dem Engagement der vielen Jugendlichen, die mit Plakaten und Flyern die Stimmberechtigten zu überzeugen versuchten, wurde die Vorlage in allen Berner Gemeinden mit insgesamt 75% Nein-Stimmen abgelehnt.

„Wir sind schwer enttäuscht, dass uns die Menschen so wenig Vertrauen schenken“, sagt Eva Krattiger, jüngstes Mitglied des Komitees Stimmrechtsalter 16, „wir wussten, dass es knapp wird, doch wir sind von der klaren Absage enttäuscht.“ Ein Zeichen hätten sie trotzdem setzen können, hofft die 15-jährige Bernerin: „Wir haben gezeigt, dass nicht alle Jugendlichen zu Hause rumsitzen und fernsehen. Viele von uns sind politisch interessiert und wollen mitbestimmen.“    

Jungfreisinnige sind überrascht

Auf der anderen Seite freuten sich die Jungfreisinnigen des Kantons Berns (jfbe). „Wir sind zufrieden, aber auch überrascht von diesem klaren Resultat“, sagt Parteipräsident Simon Hofstettler. Das Nein gegen das Stimmrecht 16 sei nicht gegen die Jungendlichen gerichtet, im Gegenteil: die Jungfreisinnigen des Kantons Bern setzten sich dafür ein, dass die politische Bildung an den Schulen durch intensiveren Staatskundeunterricht verbessert wird.

Politisch aktiv sein: Ja. Das Wählen und Abstimmen bleibt den Jugendlichen trotzdem vorenthalten.

Für die Langenthaler Grossrätin Nadine Masshardt ist das Thema Stimmrecht 16 für die nächsten Jahre vom Tisch. Aber auch sie werde sich weiter für eine bessere politische Bildung an den Schulen einsetzen, versichert sie.