Kultur | 23.11.2009

„Wir halten unsere Hände und schreien rum“

Text von Yvonne Schäpper | Bilder von PD
Die amerikanische Band Passion Pit sprach mit Tink.ch über Bandrituale, soziale Fans und die wahre Entstehungsgeschichte der Formation.
Eine Einheit die mitreisst: Passion Pit.
Bild: PD

Tink.ch traf sich vor dem Auftritt in der Alten Börse mit dem Drummer Nate Donmoyer und dem Gitarristen Ian Hultquist von Passion Pit.

Ihr wart in Frankreich, jetzt in der Schweiz und Morgen schon in Deutschland, wie geht ihr mit all dem Tourstress um?

Ian Hultquist: Es macht Spass, es ist zwar auch ziemlich ermüdend. Man ist sehr lange weg von Zuhause, aber wenn du auf der Bühne stehst, vergisst du all den Stress und kannst das Tourleben in vollen Zügen geniessen.

Habt ihr schon einmal in der Schweiz gespielt?

Nate Donmoyer: Ja, am Montreux Jazz Festival, das war aber das einzige Mal. War echt schön.

Ist es wahr, dass Mike einige Songs für seine Freundin als Valentinstagsgeschenk aufnahm und so eigentlich den Grundstein für Passion Pit gelegt hatte?

Hultquist: Ja so ist es. Aber es war mehr ein Nebenprojekt von ihm. Doch als er mit den Songs einen Auftritt hatte, gefiel es mir sehr. Wir sind schon länger Freunde und ich dachte, wir könnten mal was zusammen machen. So entstand Passion Pit. Es war jedoch mehr zum Spass. Und keiner von uns spielte Keyboard und so war es eine ziemliche Herausforderung. Doch kaum hatten wir Passion Pit gegründet, war unser erstes Konzert bereits ausverkauft.

Ist Mike immer noch mit der Freundin zusammen?

Hultquist: Nein, er hat mittlerweile eine andere.

Wie habt ihr euch alle kennengelernt?

Hultquist: Mike und ich waren schon mal zusammen in einer Band und Nate und Jeff waren ebenfalls mal zusammen in einer Band und wir kannten uns. Ad war zwar mit niemandem in einer Band gewesen, ich kannte ihn jedoch von der Schule.

Euer Musikvideo zum Song „Reeling“ war für „best breakthrough video“ an den diesjährigen VMS nominiert. Mit wem habt ihr zusammen gearbeitet und wie gefällt euch das Video?

Donmoyer: Ja, das Video ist toll. Wir haben mit Humble Productions zusammen gearbeitet, die eigentlich mehr auf Werbung spezialisiert sind. Doch sie hatten die Idee für unser Musikvideo und ihr Konzept gefiel uns. So verbrachten sie einige Stunden damit, alle Bilder auszuschneiden und wieder zusammen zu kleben, ziemlich aufwändig. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Habt ihr ein spezielles Ritual bevor ihr auf die Bühne geht?

Donmoyer: Ja, wir halten alle unsere Hände in die Mitte und strecken sie in die Höhe und schreien rum. Danach sind wir bereit für die Bühne.

Habt Ihr einen Lieblingsort um aufzutreten?

Hultquist: Die Iren sind immer toll drauf. Da macht es richtig Spass aufzutreten.

Gibt es eine interessante Fangeschichte zu erzählen?

Donmoyer: Ich habe mir mal die Hand eingeklemmt und hatte starke Schmerzen während dem Spielen. Ich musste kurz von der Bühne und meine Hand neu einbinden. Da fing das Publikum an, uns auszubuhen. Doch als Mike erklärte, was passiert war und ich zurück auf die Bühne kam, riefen Sie immer meinen Namen. Das war der einzige Grund, weshalb ich es den ganzen Abend aushielt zu spielen.

Das Konzert: Höhenflug in der Alten Börse:


Dass Konzerte verbinden, stellten Passion Pit am 12. November in der Alten Börse unter Beweis. Noch früh am Abend gesellte ich mich zu den wenigen, die sich den musikalischen Ergüssen der Vorband "The Kissaway Trail" stellten. Ich schaute mich ein wenig im Raum um: Da stand der klassische Mitvierziger mit einem Bier in der Hand, der sich noch einmal jung fühlen wollte. Daneben die 15- jährige Laura, die zum ersten Mal am Donnerstag im Ausgang war und mit ihren Absätzen kaum laufen konnte.

Mit Hoffnung auf Besserung gönnte ich mir ein sieben Franken teures Redbull und lehnte mich zurück. Allmählich füllte sich der Saal und der grosse Auftritt von Passion Pit stand kurz bevor. Kaum stand Leadsänger Michael Angelakos auf der Bühne stürmten alle nach Vorne und genossen das musikalische Geschick der Band. Angelakos, der übrigens ganz gut bei Stimme war, heizte der Altenbörse mit seiner noch jungen Band zünftig ein und machte die Vorband somit schnell vergessen.

 

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