Politik | 14.11.2009

Werbung für sich selbst

Text von Roman Gibel
Der SVP-Politiker Lukas Reimann polarisiert in letzter Zeit die Schweizer Politlandschaft mit seiner «Stopp Minarett«-Initiative. Zur Abwechslung sprach er mit Tink.ch nicht über die umstrittenen «Speerspitzen des Islams« sondern über Internetnetzwerke wie Facebook.
Stellt keine Ferienfotos ins Internet: SVP-Nationalrat Lukas Reimann.

Tink.ch: Herr Reimann, in zwei Wochen haben wir Wahlen. Haben Sie überhaupt noch die Zeit, eine Jugendsession zu besuchen? Sind Sie nicht mit den letzten Wahlkampfvorbereitungen beschäftigt?

Lukas Reimann: Eigentlich dürfte ich jetzt nicht hier sein, doch die Jugendsession ist für mich natürlich etwas Wichtiges, daher habe ich trotzdem zugesagt. Auch wenn das jetzt zwei Wochen vor der Abstimmung ist. Ansonsten spreche ich jeden Abend über das Thema Minarett und hatte schon 35 Podien dazu. Deswegen bin auch mal froh um ein anderes Thema.

 

Und trotzdem werden Sie hier darauf angesprochen.

(lacht) Ja, das werde ich jeden Tag.

 

Punkto Jugendsession, was würden Sie den jungen Parlamentarierinnen und Parlamentarier auf den Weg geben?

Das Wichtigste, sozusagen die Basis des Ganzen ist, dass sie eine Überzeugung, ein Ideal haben. Dass sie ein Amt wollen, nicht einfach, um ein Amt zu haben, sondern um etwas zu verändern. Ist diese Basis gegeben, kann man Kampagnen und Werbung für sich selbst machen. Die Bevölkerung sollte merken, dass da eine junge Person ist, die sich engagiert und welcher der Wähler sein Vertrauen schenken würde.

 

Ihr Tipp ist beispielsweise die Nutzung verschiedenster Interneteinrichtungen?

Das Internet ist ein sehr gutes Mittel, mit dem man mit wenig Geld viele Leute erreicht. Ein Leserbrief in der Lokalzeitung ist auch wertvoll. Schreibt man als junge Person erstmals einen Leserbrief, bekommt man einige telefonische Rückmeldungen. Oder man organisiert eine ausgefallene Aktion. Wie beispielsweise Cédric Wermuth oder die junge SVP. Solche Aktionen steigern auch den Bekanntheitsgrad.

 

Neue Medien, Facebook, Youtube sind ein weiteres Thema dieser Jugendsession. Sie betreiben einen eigenen Youtube-Channel?

Nicht ganz. Dieser Channel wird von einer Person betrieben, die ich kenne. Für mich ist das in Ordnung. Ist ja gut, wenn Videos meiner Auftritte und Reden verbreitet werden.

 

Wo setzten Sie persönlich die Grenzen? Was gehört von Ihnen ins Internet und was nicht?

Ich begrenze mich hier ganz klar auf das Politische. Ich stelle keine Party- oder Ferienfotos oder Bilder vom Treffen mit der Freundin ins Web. Ich beschränke Facebook, Youtube und Ähnliches auf die politische Arbeit.

 

Und wenn das Politische Anlass zum Feiern gibt?

Wenn man mich mit einem Bier ablichtet, finde ich das nicht schlimm. Natürlich gibt es auch politische Anlässe dieser Art. Aber ich würde keine Ferienfotos online stellen, wie das viele andere machen.