Kultur | 06.11.2009

Von Türen, die auf und zu gehen

Text von Zoe Zimmerli
«'Ich sehe meine Arbeit nicht als ob an, für mich ist mein Beruf eine Leidenschaft.' Genau so kann man Pascale Chevroton als Regisseurin auf der Probe zu «Sweet Charity« erleben. Es scheint, als ob sie das schon immer gemacht hätte, doch früher war sie eigentlich professionelle Balletttänzerin.»

Sie habe aber nicht wegen ihrem Alter oder körperlichen Problemen aufgehört zu tanzen, erklärt sie mir: „Es ist keine Tür zugegangen, im Gegenteil. Es hat sich eine andere geöffnet.“ Begonnen hat sie ihre Ausbildung an einem Konservatorium in Frankreich. Danach hat sie in verschiedenen Theatern getanzt. Plötzlich begann sie, sich auch für die Arbeit hinter der Bühne zu interessieren und wurde Regisseurin. Sie vermisst es nicht, auf der Bühne zu stehen, doch manchmal fehlt ihr das Tanzen.

Leben neben der Bühne

Pascale Chevroton fühlt sich im deutschsprachigen Raum sehr wohl. Sie arbeitet grösstenteils in Deutschland und in der Schweiz. Pascale lebt in Berlin und ist immer viel unterwegs. Sie hat einen fünfzehn Monate alten Sohn, der immer mit ihr reist. Es sei toll, wie er mit der Situation zurechtkomme und sich schnell an neuen Orten einlebe, sagt sie und gibt zu: „Doch, manchmal habe ich auch ein schlechtes Gewissen deswegen.“ Ihre Familie ist ihr sehr wichtig, auch für ihre Arbeit. „Es ist wichtig, auch Eindrücke von aussen zu bekommen, schliesslich spielt sich das Leben nicht auf der Bühne ab.“

Pascale Chevroton liebt an ihrer Arbeit am meisten die Entwicklung und Entstehung des Stücks. Zusammen mit den Darstellern sucht und findet sie auf den Proben Lösungen für die Szenen, so lange bis ein Stück auf den Beinen steht. Doch so sehr sie ihre Arbeit mag, manchmal lasten der Druck und die Verantwortung schwer auf ihren Schultern. Um sich dann zu entspannen und zu erholen, geniesst sie die Zeit mit ihrer Familie oder geht spazieren. Sogar kochen und waschen sei dann eine entspannende Abwechslung, meint sie.

Die Welt entdecken

Als ich Pascale Chevroton frage, ob sie streng sei, schmunzelt sie. Sie sei schon sehr bestimmt, aber ganz sicher nicht böse, meint sie lächelnd. Natürlich gibt es auch immer Ereignisse die einem im Gedächtnis bleiben. Einmal seien die beiden Hauptdarsteller bei einer Premiere in den Orchestergraben gefallen. Zum Glück gab es ein Netz. Zu dem Zeitpunkt sei ihr richtig das Herz stehen geblieben, erzählt sie. Doch die Schauspieler konnten den Fehler geschickt umspielen, so dass am Schluss alle meinten, es sei inszeniert gewesen.

Irgendeinmal wolle sie um den Globus reisen und die Welt entdecken, erzählt sie mir zum Schluss. – Ich hoffe, sie wird noch lange mit solch einem Feuer bei ihrer Arbeit bleiben.  

Über die Autorin


Von Jan Schneider (16)

"Träume nicht dein Leben, lebe deine Träume!" Das ist das Motto von Zoe Zimmerli. Dieses Motto lebt sie aus, indem sie alles, was sie gerne macht, einfach tut. Zoe ist eine 15-jährige Gymnasiastin mit Schwerpunktfach Englisch. Was sie aber nach dem Gymnasium studieren oder lernen möchte, weiss sie noch nicht so genau. Aber etwas "in Richtung TV-Moderatorin" könnte sie sich schon vorstellen. Zu ihren Hobbys zählt sie im Winter Snowboarden und Filme schauen, die sich um das 16. Jahrhundert drehen. Historische Romane und Geschichten von Mary Hooper und Stephanie Meyer liest sie ausserordentlich gerne. Musikalisch ist Zoe ebenfalls. Sie singt gerne und spielt ein Instrument, das man heute nicht mehr so oft sieht: Akkordeon. Nebst all dem geht Zoe gerne ins Theater und in Musicals, für die sie manchmal auch etwas weiter reisen muss. Als ich Zoe frage, was für Musik sie höre, antwortete sie mir mit keinem Bandnamen, sondern mit dem Wort «Radio". Sie höre jede Musik gerne, die gerade im Radio gespielt wird.