Politik | 14.11.2009

Von Jägern und Sammlern

Text von David Naef | Bilder von marsie / pixelio.de
Google, Facebook, Netlog, StudiVZ: Alle möglichen Communities und Webdienste stellen ihre Angebote gratis zur Verfügung. Doch der Schein trügt, sehr wohl muss der Benutzer dafür zahlen: Nämlich mit seinen Daten.
Online gibt es kein "Briefgeheimnis": Je mehr Daten man von sich im Web streut, desto eher wird man zur Zielscheibe von Datenhandel.
Bild: marsie / pixelio.de

Menschen sind Jäger und Sammler, auch heute noch. Eine besondere Affinität fürs Sammeln haben grosse Internetkonzerne wie Google und Facebook. Immer wieder werden sie öffentlich kritisiert, weil sie Daten zu lange abspeichern oder zu ihrem Besitz erklären.  

Facebook bestimmt beispielsweise in seinen Nutzungsbedingungen, dass es sämtliche Daten der Benutzerinnen und Benutzer „benutzen, kopieren, veröffentlichen, streamen, speichern, zurückbehalten, öffentlich darstellen, übertragen, scannen, verändern, übersetzen, anpassen und verteilen“ darf. Somit hat der Konzern die völlige Kontrolle über die Daten seiner Benutzer. Ein weiterer Schritt anfang dieses Jahres, das Recht über die Daten auch nach Löschung des Accounts zu behalten, wurde wegen des grossen Protests der Community rückgängig gemacht.  

Datengeschäft blüht  

Der Verkauf respektive die Auswertung der Daten ist zu einem regelrechten Boom geworden. Während früher Adressen zu Werbezwecken mit Wettbewerbtalons in der Urne gesammelt wurden, werden sie heute im Internet gesammelt und direkt ausgewertet. Anzeigen auf Facebook sind bezüglich der persönlichen Interessen ausgewählt, Google-Mail schaltet Werbung anhand der Nachrichteninhalte.  

Aber nicht nur das Geschäft der Datenjäger blüht. Auch die andere Seite schlägt ihren Profit aus Hilflosigkeit der Internetbenutzer. Beispielsweise befreit www.reputationdefender.com Menschen von quälenden Daten im Internet. Natürlich nur gegen Entgeld.  

Gesetze hinken nach  

Mit dem Internet kam der grösste Teil des Datenschutzproblems. Es ist beinahe nicht mehr zu kontrollieren, wer was wo und wie abspeichert. Dies vorallem wegen der Dimension des Internets, aber auch weil die grossen Informatik-Firmen in gewissem Sinne die Herrschaft über Internet und somit auch die Daten haben.  

Die Regelungen des Staates können nur schwer mit der rasanten Entwicklung der Technik mithalten. Ein Grund dafür ist die Politik: Viele Politikerinnen und Politiker tun sich schwer und können das Ausmass dieses Problems nicht erfassen, weil ihnen das technische Verständnis fehlt.  

Doch was tun, dass deine Daten etwas sicherer im grossen World Wide Web sind und du nicht die Kontrolle darüber verlierst? Hier einige Tipps, um das Problem anzugehen:  

1. Was im Internet landet, bleibt dort grundsätzlich für immer. Deshalb gilt es, sich im Vornherein genau zu überlegen, welche Daten man preisgeben will und welche man lieber für sich behalten möchte.  

2. Facebook, Google und andere grosse Communities verkaufen Daten gerne weiter.

3. Einen Überblick über die Daten, die man auf simple Weise über deine Person findet, findest du über die Personensuchmaschine www.123people.ch.