Gesellschaft | 09.11.2009

Stiller Protest gegen verfrühtes Festen

Rentiere, Lebkuchen, heisse Punschgetränke - das vorweihnachtliche Geschäft beginnt sich aktuell wieder zu zeigen. Ganz zum Leidwesen unserer Reporterin.
Viel Glitter und Galmour während der Weihnachtszeit: Nicht alle freuts.
Bild: www.pixelio.de / heristan

Kaum berührt das erste Blatt den Boden, kaum habe ich von meinen Sandalen zu Stiefeln gewechselt, schon geht es wieder los: In jedem Laden werden Weihnachtsartikel an den Mann oder die Frau gebracht.

Weihnachtszeit ist doch eine schöne Zeit. Es ist ein Fest der Liebe, der Familie und der Geborgenheit. Es gibt nichts Gemütlicheres, als mit seinen Liebsten um den Kamin zu sitzen, selbst gebackene Kekse zu verschlingen und gemeinsam Weihnachtslieder zu singen. Draussen tanzen die Schneeflocken und drinnen ist es gemütlich warm.

Oh Schreck – das Renntier!

Doch Moment, letzte Woche bin ich wie fast jeden Tag in die Migros gegangen um mein Mittagessen zu kaufen. Ich stehe auf der Rolltreppe und lasse mich wie eine Königin herunter gleiten. Noch schnell einen kurzen Blick in die verspiegelten Abdeckungen – die Mütze sitzt perfekt. Doch dann: Schreck. Was blickt mich denn da an? Rudolf das Ren! Steht da neben seinen Kollegen, umringt von Schokolade, Lebkuchen und Glitter. Habe ich einen Monat meines Lebens verschlafen oder zieren all diese Sachen schon Anfang November die Läden?

Ich persönlich finde das eine Frechheit. Wer ist denn jetzt schon in Stimmung für Weihnachtsshopping? Für die Geschäfte ist das natürlich ganz toll. Sie machen mehr Profit. Dass sie uns damit unser Weihnachtsfest zerstören, ist ihnen nicht bewusst oder egal. Aber für mich gehört der Verkauf von Lebkuchen und Punsch definitiv in den Monat Dezember und basta. Wenn ich mir das jetzt schon täglich ansehen muss, wird mir erstens die ganze Vorfreude genommen und zweitens habe ich den ganzen Glitter und die Kekse schon satt, bevor das Fest richtig angefangen hat.

Stiller Protest

Aus Trotz gehe ich deshalb an dem Lebkuchen vorbei und greife nicht zu, obwohl mir das Wasser im Munde zusammen läuft. Ich entscheide mich für einen Apfel und bin mir sicher, dass es sich lohnt zu warten, bis Weihnachten wirklich vor der Tür steht.