Politik | 13.11.2009

Sie wollen reden und mitwirken

200 Jugendliche aus der ganzen Schweiz versuchen sich im Bundeshaus als zukünftige Politiker. Ein erster Stimmungbericht aus dem Nationalratssaal.
Fotos: Matthias Rüby Erst die Ansprache des Jungnationalrats Lukas Reimann vermag auch die letzten Schläfrigen zu wecken.

In den nächsten drei Tagen liegt das Bundeshaus ganz in den Händen von 200 Jugendlichen. Nun gut, so viel Verantwortung wird man ihnen wohl nicht geben, doch die Chance einen ersten oder sogar zweiten Schritt in die Politik zu wagen, wird hier jedem ermöglicht.

Blättern im Sessionsheft

Heute Freitagmorgen besammelten sich die Jugendlichen im Nationalratssaal um der Eröffnung beizuwohnen. Wer noch nie im Nationalratssaal war, wird sich vielleicht gewundert haben, dass der Saal kleiner erscheint, als dass man ihn sich vorgestellt hat. Trotzdem, das Gefühl in einen Saal zu kommen, in dem die wichtigsten Entscheidungen der Schweiz gefällt werden, kann einen überfordern. Kann, muss aber nicht. Die Jugendlichen, die sich hier in Bern eingefunden haben, scheinen gelassen zu sein. Hier werden Fotos geschossen, da blättern man im Sessionsheft. Und auch über die Themen der Arbeitsgruppen wird bereits diskutiert.

Ein typisch schweizerisches Klischee lassen die Jungpolitikerinnen und Jungpolitiker dabei nicht aus: Kurz nach zehn Uhr fängt der eine oder andere an, auf die Uhr zu schauen. Pünktlichkeit ist gefragt. Hat man niemanden neben sich, der sich in ein Gespräch verwickeln lässt, schaut man sich eben zum wiederholten Mal das Sessionsheft an. Die Ansprache des OK-Teams, nehmen die Jugendlichen mit mehr oder weniger grossem Interesse wahr. Wie bei den „grossen“ Politikern, sucht man sich Ablenkung. Zeitungen und Handys sind zwar keine zu sehen. Zum Glück gibt es das Sessionsheft.

Lob und technische Pannen

Bei der Ansprache des jüngsten Nationalrats Lukas Reimann, kehrt die Konzentration zurück. Ein echter Politiker halt, der weiss wie man die Leute zum Zuhören bewegt. Ein Lob über das disziplinierte Verhalten der Jugendlichen sorgt für ein zusätzliches Plus, auch bei den Tessinern, deren Übersetzungsgerät während der ganzen Sitzung nicht funktioniert.

Eines hört und spürt man hier im Nationalratssaal des Bundeshauses in Bern klar heraus: Die Jugendlichen wollen nicht nur zuhören. Sie wollen reden, mitwirken und verändern.