Kultur | 16.11.2009

Satanisch gute Sommermusik aus Alaska

In Portugal waren Portugal. The Man noch nie. Dafür kommen sie aus Alaska, was auch nicht schlecht ist. Zieht euch also die weissen Socken zurecht, wenn die Band im Aargauer Kiff gross aufspielen wird.
Männer aus Alaska, die gerne mit Schlamm spielen: Portugal. The Man.
Bild: www.myspace.com/portugaltheman

Es gibt Musik, die passt zu Regen und klammen Händen.

Es gibt Musik, die passt zu endlosen Strassen in südlichen Ländern.

Es gibt Musik, die passt zu einem verschlafenen Sonntagmorgen.

Und es gibt Musik, die passt schlichtweg zu allem.

Würde ich meinen diesjährigen Sommer verfilmen – die Platte „The Satanic Satanist“ von Portugal.The Man wäre der Soundtrack. „Work All Day“ wehte bei meinem Roadtrip aus den Autofenstern, zu „The Sun“ köpfte ich unzählige Drei-Minuten-Eier und „People Say“ entlockte mir auch dann noch ein Lächeln, als ich bei gefühlten 5 Grad und nassen Füssen am Zürcher Bellevue stand.

Portugal.The Man klingt jung und ist es auch. 2004 wurde die Band in Alaska gegründet, und gleich vorweg: Keines der Mitglieder war je in Portugal.

Aussergewöhnliches Design

Der satanistische Satanist ist bereits ihr vierter Wurf. Davor besangen die vier Jungs Aasgeier („You Vultures!“, Fearless Records 2006), klagten über die Schwierigkeiten, ein Zauberer zu sein (It’s Complicated Being a Wizard, 2007) und betrieben bunte Selbstzensur (Censored Colors, 2008). Die Farbenfröhlichkeit haben Portugal.The Man nicht verloren: Das Artwork der neusten CD hat diese Bezeichnung wahrlich verdient – das Cover gleicht einem Bastelbogen, designt von Alice aus dem Wunderland.

Wie klingt Portugal.The Man? Wie eine Band, die schon in ihrem Namen zeigt, dass die Interpunktion nicht die einzige Konvention ist, um die sie sich nicht schert. „Do you“ wirft Fragen auf, die einen förmlich dazuzwingen, dem Text Zeile für Zeile zu folgen. Auch „Work All Day“ lebt von hochkarätigen, schnellzüngigen Wortkonstrukten („Pick it up, pack it up, put it in a back, stack it up like cinnamon, we’ll get it real fast“), die von einem betören legèren Beat getragen werden. „Lovers in Love“ ist elektronische Virtuosität und wer genau hinhört entdeckt im Anti-Kriegs-Song „People Say“ den Flowerpower der „Imagine“-Beatles.

Wer erleben will, wie dieses Freudenfeuer live entzündet wird (und sich ganz sicher sein möchte, dass der Aargau mehr zu bieten hat als Männer in weissen Socken), der pilgere am 26.November ins KIFF. -¨

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