Kultur | 09.11.2009

Kein fauler Zauber

Text von Roman Gibel | Bilder von Mirco Rederlechner
Die Comedy-Festival-Tage in Luzern liefen vom 2. bis am 7. November unter dem Motto "Luzern lacht". Diesem Vorsatz getreu luden zahlreiche Etablissements zu abendlichen Lachorgien ein. So auch das Kleintheater Luzern mit dem zauberhaften Event "Magic Nacht - Magic lacht".
Michel Gammenthaler zauberte an diesem Abend nicht selber, sondern moderierte die "Magic Nacht - Magic lacht".
Bild: Mirco Rederlechner

Wer Magie im Sinne David Copperfields erwartete oder verschwindende Jets und halbnackte Topless-Girls à  la Steve Wyrick suchte, war hier an der falschen Adresse. Zum Glück. Denn statt profanem Tittengewackel und Sinne verwirrenden Lasershows kam hier die Qualität des Comedys, geschickt mit Zaubertricks kombiniert, zum Zuge.

 

Bert Rex, Herr Niels, Michelle Spillner

Auch der Moderator Michel Gammenthaler, selbst namhafter Zauberer auf zumindest nationalem Parkett, setzte an diesem Abend nicht auf Tricks, sondern auf Lacher. Ob er nun den ehemals übergewichtigen, tuntig angehauchten Diätexperten mimte oder den in der Schweiz lebenden, dusseligen Deutschen Jochen, der Applaus war ihm gesichert. Von Herrn Gammenthaler wurden Bert Rex, Herr Niels und Michelle Spillner, allesamt deutsche Artisten, angekündigt. Dabei lieferten die Magiere durchaus eine solide Zaubershow mit zahlreichen Gags.

 

Erwähnenswert waren die Slow-Motion-Darbietungen von Bert Rex, der dem verblüfften Publikum gerne die Tricks langsam nach zauberte, und die enorme Körperbeherrschung von Herrn Niels, der wiederum auch lieber guten Comedy inszenierte, als sich der klassischen Magierrolle hinzugeben. DIe Tricks waren folglich leichte Kost und mochten nicht recht verblüffen. Umso erstaunlicher war das plötzliche Zusammenspiel von Bert Rex und Herrn Niels. In einer erneuten Slow-Motion Darbietung von Bert Rex schlich sich Herr Niels auf die Bühne und half offensichtlich dem Zaubertrick nach.

 

Gelobtes Luzerner Publikum

Einen besonderen Gastauftritt genoss an diesem Abend das Publikum selbst. Nicht selten wurden die Zuschauer auf die Bühne beordert. Die Artisten selbst schienen das Zusammenspiel mit den unkomplizierten Luzernern genossen beziehungsweise sich gar daran ergötzt zu haben. Das mag zum einen mit den bissigen und witzigen Zwischenrufen des Publikums und der Freude am Mitmachen gelegen haben. Zum anderen aber kamen dermassen komische Gestalten aus den Zuschauerreihen, wie beispielsweise Urs, der stramme Militarist oder der wortkarge Rainer, dass das Publikum an diesem Abend wohl die Rolle der tragisch-komischen, ein wenig dusseligen, doch leicht zu unterhaltenden Figur inne hatte.