Kultur | 09.11.2009

Grossartig ohne Grössenwahn

Strokes Sänger Julian Casablancas schreitet auf Solopfaden und tut dabei einiges, was ihm von seiner Hauptband verboten würde: Zum Beispiel Synthie-Pop, Country- und Orgelmusik.
Seine Zeit ist gekommen. Julian Casablancas tobt sich für einmal ohne seine Band aus.
Bild: www.juliancasablancas.com

Selbstbewusst insziniert sich Julian Casablancas auf dem Cover seines ersten Solo-Albums „Phrazes for the Young“. Selbstüberschätzung? Kaum, denn das Gesicht der Band The Strokes, welche in den 00er-Jahren das Revival des Rocks eingeläutet hatte, kann sich mit einigen Erfolgen schmücken. Und sein neues Album, soll keine Ausnahme sein.

Lange war es still um den Leadsänger der Strokes, nachdem vor drei Jahres deren vorerst letztes Album „First Impression of Earth“ erschien, gingen die Bandmitglieder eigene Wege, manche erfolgreicher als andere. Julian war an kleineren Projekten, wie der Werbekampagne für Converse, wo er ein Song mit Pharell Williams und Santogold aufnahm oder anderen musikalischen Kollaborationen mit Queens of the Stone Age oder Albert Hammond Jr., beteiligt. Mit „somewhere along the way my hopefulness turned to sadness somewhere along the way my sadness turned to bitterness“ eröffnet Julian Casablancas sein erstes Solo-Album „Phrazes for the Young“. Ein gekonnter Mix aus Sythi-Pop, Alternative-Rock und den typischen The Strokes Gitarren Refrains.

Alles, was mit den Strokes nicht ging

Auch wenn es höchste Zeit ist, dass bald das vierte Album der Strokes erscheint, muss man sich vorerst mit nur einem Stroke zufrieden geben. Dieser versteht es jedoch nur allzugut, uns ein amuse bouche der Extraklasse zu liefern. So probierte Casablancas alles aus, was mit den Strokes nicht möglich war. Experimentierfreudig mit Instrumenten von Gitarre über Keyboard bis hin zum Horn zeigt sich Julian der bei den Strokes, ganz im Gegensatz zu jetzt, nie ein Instrument in die Hand nahm. Mit Produzent Jason Lader, liess Casablancas all seinen Ideen freien Lauf. So erstaunt es nicht, dass auf dem Album auch Einflüsse von Countrymusik, Parallelen zu den Pet Shop Boys und Klänge einer Orgel zu finden sind. Am 30. Oktober 2009 erschien das mit acht circa fünfminütigen Songs ausgestattete Solodebüt von Julian Casablancas, das nicht nur den Strokes-Fan zu begeistern vermag.

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