Kultur | 30.11.2009

Ein Rapper zeigt Gefühl

Text von Vanessa Taningco | Bilder von PD
Max Herre prägte mit seinem Freundeskreis die deutsche Hip-Hop Landschaft wesentlich mit. Solo klingt seine Musik souliger und melodiöser. Am 4. und 5 Dezember im Zürcher Moods.
Vom Rapper zum singenden Barden: Max Herre.
Bild: PD

Als Maximilian Herre 1973 das Licht der Welt erblickte, hätte niemand gedacht, dass er drei Jahrzehnte später zu jenen Künstlern zählt, die der deutschsprachigen Musik ihren Charme und Reiz geben.

Angefangen hat alles mit einer Gitarre, wie so oft in den Biografien unzähliger Liedermacher. Der junge Herre klimperte sich nach dem elften Lebensjahr durch diverse Bands und verirrte sich in die Hip-Hop-Szene, wo er schliesslich seine Berufung fand. Die Gruppe Freundeskreis wurde mit zwei weiteren talentierten Kollegen gegründet. Die Fantastischen 4 wurden auf das Rap Trio aufmerksam und nahmen sie unter ihre Fittiche. Der Rest ist Geschichte. Freundeskreis gehören bis heute zu den besten live Acts des deutschsprachigen Raums.

Musikalische Offenheit

Unter Insidern schon längst zu einem der besten Rappern Deutschlands gekürt, widmete sich der gebürtige Stuttgarter seiner Solokarriere und brachte 2004 sein Debütalbum raus. Die Scheibe zeigt klar, dass Herre noch mehr als Hip Hop zu bieten hat. Von Reggae über Rock zu Soul: Max Herre demonstriert seine musikalische Offenheit, was sich auch kommerziell auszahlte: Das Album schoss auf Platz eins der deutschen Charts.

Nach dem erfolgreichen Debüt beschloss Herre, sich ein wenig aus der Öffentlichkeit zurück zu ziehen. 2006 gründet er mit seiner damaligen Frau Joy Denalane, deren Album er 2002 produzierte, ein eigenes Label. Etwas weniger erfreulich: Elf Jahre und vier Alben später brach der Freundeskreis auseinander und die befreundeten Künstler entschieden sich eigene Wege zu gehen. Im selben Jahr scheiterte auch seine Ehe zu Denalane. Dessen ungeachtet, schlagen die beiden heute immer noch gemeinsame musikalische Töne an.

Zeitlos und elegant

Herre konzentrierte sich in den vergangenen Jahren auf seine zwei Söhne und sein Label Nesola. Nach fünf Jahren Abwesenheit zog es Herre schliesslich zurück ans Mikrofon. Das am 14. September erschienene Album „Ein geschenkter Tag“ erinnert kaum noch an die Hip-Hop Wurzeln des ehemaligen Rappers. Max Herre schlägt ganz neue Töne an. Der Einfluss seines Erfurter Label-Kollegen Clueso ist dabei ganz deutlich zu hören. Die zweite Veröffentlichung ist vom Leben gekennzeichnet, mit allgemeingültigen Wahrheiten gespickt und klingt unprätentiös zeitlos und elegant.

„Ein geschenkter Tag“ ist die perfekte Ausrede, um sich Zuhause den frostigen Wintertagen zu entziehen. Oder ins Moods, wenn Herre mit seiner Begleitband am 4. Und 5. Dezember zu einem Doppelkonzert lädt.

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